Gestern Abend hatten die Starbulls den unangefochtenen Tabellenführer zu Gast
Auf Augenhöhe mit dem Spitzenreiter: Gestern Abend hatten die Starbulls in der DEL2 mit den Krefeld Pinguinen den unangefochtenen Tabellenführer im heimischen ROFA-Stadion zu Gast. Und wie schon im letzten Auswärtsduell am Niederrhein zu Weihnachten präsentierten sich die Grün-Weißen auf Augenhöhe mit der stärksten Mannschaft der Liga.
Erneut ging es mit einem 3:3 nach regulärer Spielzeit in die Verlängerung. Doch diesmal waren es die Pinguine, die sich vor 4.002 Zuschauern den Zusatzpunkt holten.
Starbulls-Cheftrainer Jari Pasanen verzichtete im Topspiel seiner auf Tabellenplatz drei rangierenden Mannschaft gegen den souveränen Spitzenreiter aus Krefeld auf den leicht angeschlagenen Charlie Sarault. Für ihn rückte Teemu Pulkkinen ins Team. Das Rosenheimer Tor hütetet wie in den beiden Spielen zuvor Oskar Autio.
Eine frühe Unterzahlsituation überstanden die Hausherren ohne große Gefahr, als dann aber von jeder Mannschaft nur vier Feldspieler auf dem Eis waren, klingelte es. Der Rosenheimer Backcheck klappte nicht, Matthew Santos legte mit gutem Auge auf den von hinten anrauschenden Carl Konze und der baumlange Verteidiger ließ Autio mit einem Abschluss unter das Tordach keinerlei Abwehrchance – 0:1 (7.).
In der zehnten Spielminute verhinderte Autio gegen den auf ihn zufahrenden Santos, der allerdings unter Bearbeitung von Maximilian Vollmayer abschließen musste, das 0:2 – im Gegenzug scheiterte der sehr agile Lukas Laub aus ebenfalls vielversprechender Position an Gästekeeper Danny aus den Birken. Bei zwei Überzahlspielen hatten die Starbulls weitere Möglichkeiten zum Ausgleichstreffer, die größte durch Maximilian Adam: Der Verteidiger zog satt von der blauen Linie ab, der Puck knallte an den Innenpfosten und von dort wieder ins Spielfeld zurück (12.).
Krefeld hatte im ersten Spielabschnitt Vorteile, vor allem im Fünf gegen Fünf. Im zweiten Drittel aber wendete sich das Blatt. Die Starbulls setzten den Tabellenführer mächtig unter Druck. Nach schönen Check und feiner Ablage von Scott Feser verzog Teemu Pulkkinen aus bester Position knapp (23.). Im folgenden Powerplay drückte C.J. Stretch den Puck, der nach einem Schuss von Järveläinen von der Bande auf der anderen Seite des Tores wieder zurückkam, zum vielumjubelten Ausgleichstreffer ein (24.).
In Unterzahl lief es für die Starbulls zwei Minuten darauf maximal unglücklich. Scott Feser musste sich seines kaputten Schlägers entledigen, konnte sich dann nicht entscheiden, mit dem Schlittschuh oder der Hand aus der Gefahrenzone zu klären und servierte stattdessen den Gästen einen eigentlich schon verlorenen Puck wieder zurück. Über Davis Vandane und Max Newton kam die Scheibe zu Philip Gogulla, dessen flacher Abschluss durch die Schoner von Autio ins Tor durchrutschte – 1:2 (26.).
Der erneute Rückstand stachelte die Grün-Weißen aber noch mehr an. Lukas Laub nagelte den Puck an den Pfosten und spielte wenige Momente später eine Traumpass auf Ville Järveläinen, der frei auf das Tor zusteuerte, Aus den Birken aussteigen ließ und per Rückhand zum 2:2 einnetzte (27.). Einem fein gespielten Konter entsprang der dritte Rosenheimer Pfostentreffer durch Luigi Calce (28.).
Die Starbulls dominierten den Tabellenführer jetzt deutlich und belohnten sich mit dem verdienten Führungstreffer. Lewis Zerter-Gossage nahm Maß, Pulkkinen nahm dem Gästekeeper die Sicht und das Spielgerät schlug zum 3:2 im rechten Kreuzeck ein (29.). Das ROFA-Stadion bebte, Krefeld wankte, aber die Starbulls patzten.
Maximilian Adam versprang an der blauen Linie die Scheibe, David Cerny spritzte hinein, wurde beim Gegenstoß zwar nach außen gedrängt, spielte aber dann den Pass auf den von hinten kommenden Erik Buschmann. Der Verteidiger scheiterte zunächst an Oskar Autio, drückte den Abpraller aber zum glücklichen 3:3-Ausgleichstreffer unter die Latte (31.). Wie schon beim 0:1 waren die Rosenheimer Stürmer in der Rückwärtsbewegung nicht auf Zack.
Shane Hanna hatte den vierten Rosenheimer Treffer auf dem Schläger, verzog aber knapp (33.). Starbulls-Keeper Autio verhinderte gegen den allein auf ihn zufahrenden Jan Nijenhuis ein Krefelder Unterzahltor (36.).
Im Schlussdrittel eröffneten sich Pulkkinen und Calce bei einem Gegenstoß und Momente später dem sich von der Seite durchtankenden Zerter-Gossage Möglichkeiten, die Grün-Weißen erneut in Führung zu bringen (44.). Insgesamt hatten aber die Gäste in den letzten 20 Spielminuten wieder leichte Vorteile. Nach regulärer Spielzeit stand eine gerechte Punkteteilung zu Buche.
Das war, ebenso mit 3:3, auch im letzten Vergleich der beiden Teams am zweiten Weihnachtsfeiertag in Krefeld der Fall. Damals holten sich im Shootout die Starbulls den Zusatzpunkt, diesmal durften die Pinguine jubeln. Matthew Santos zog nach innen und schloss ab, Autio rutschte der Puck durch die Hosenträger, Santos setzte nach und drückte nach 72 Overtimesekunden zum 3:4-Endstand ein.
„Dass wir zwei Gegentore bekommen haben, weil wir Backchecking-Situationen nicht zu Ende gebracht haben, ist schade. Wir haben leichte Dinge falsch gemacht, wie wir es in den Playoffs nicht machen dürfen. Aber man muss mit dem Spiel zufrieden sein. Spielerisch war Krefeld im ersten Drittel deutlich besser, im zweites Drittel waren wir besser, das letzte Drittel war fifty-fifty. Wenn wir alles geben, können wir auch mit Topmannschaften mithalten“, sagte Starbulls-Headcoach Jari Pasanen nach der Partie.
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