Landtagsabgeordnete Köhler zur kommenden Ganztagesschule: „Zu viele Fragen offen"
Mit dem bundesweiten Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung für Grundschulkinder – ab dem kommenden Schuljahr im Herbst 2026 – stehen die Kommunen vor großen Herausforderungen. Doch den Schulen im Landkreis Rosenheim fehle bislang ein klares, bayerisches Ausführungsgesetz, das Orientierung und Qualität sichere. Das kritisieren die Grünen in einer heutigen Stellungnahme. Eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Claudia Köhler zeige, dass die bayerische Staatsregierung zwar die Notwendigkeit eines solchen Gesetzes und damit die Klarstellung und Sicherheit für die Kommunen erkannt habe – das könne aber nur ein erster Schritt sein. Konkrete Maßnahmen seien dringend erforderlich, so Claudia Köhler. Schulen, Gemeinden und Eltern bräuchten Planungssicherheit.
Der Landkreis übernehme mit dem Kreisjugendring bereits wichtige Koordinierungsaufgaben. Aber ohne umfassende Maßnahmen und konkrete, gesetzliche Angaben werde es keine Chancen-Gleichheit geben, so die Haushaltspolitikerin Köhler: „Wenn der Kassensturz die Ausgestaltung des Ganztags vorgibt, dann werden einige Gemeinden und Städte den billigsten Weg wählen, statt die Priorität auf pädagogisch wertvolle Inhalte setzen zu können. Es darf der Staatsregierung nicht nur um Schließzeiten und Bedarfszahlen gehen, wir wollen qualitative und verlässliche Standards, die jedem Kind zustehen. Wir betonen seit Jahren, wie wichtig ein bayerisches Ausführungsgesetz ist, um gleiche Voraussetzungen für alle Kinder im Landkreis zu haben – von Albaching bis Kiefersfelden.“
Ein besonderes Anliegen sei den Betreuungsabgeordneten für den Landkreis Rosenheim die Umsetzung eines sozialräumlichen Konzeptes und die systematische Einbeziehung der Jugendarbeit vor Ort in die Ganztagskonzepte.
„Die Zusammenarbeit mit Vereinen und freizeitpädagogischen Angeboten schafft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, so die heimischen Grünen. „Vereine können Nachwuchs für Sport, Musik und Ehrenamt gewinnen, während die Kinder vielfältige Freiräume für Kreativität, Bewegung und Gemeinschaft erhalten. Hierfür brauchen wir Mechanismen, die Schulen nicht überfordern, Vereine eng einbinden und den Kindern bestmögliche Entwicklungschancen bieten.“
Regelungen und Klarstellungen zu Qualität, Kosten, Personal, Weiterbildung, Ausstattung, inhaltlicher Ausgestaltung, Inklusion bis hin zum Schulkind-Transport würden die Verwaltungen der Kommunen und Anbieter wie auch die Landtagsabgeordneten weiterhin.
Daher fordern diese von der Grünen-Partei, dass die Staatsregierung die gesetzlichen Grundlagen zügig und umfassend schaffe: „Wer den Rechtsanspruch auf Ganztagsbildung ernst meint, als Chance für Bildungsgerechtigkeit begreift und ihn fristgerecht umsetzen möchte, muss jetzt für Klarheit sorgen und ausreichend Geld und Personal bereitstellen.“
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