„Wir können den Verkehr nicht wegbeten“

Umbau der B304 in Reitmehring: Stimmen der Stadträte zum Jahrhundert-Projekt

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Unbenannt-1Es war der einzige Tagesordnungspunkt auf der gestrigen Sondersitzung des Wasserburger Stadtrates: Die Planfeststellung für die B304 in Reitmehring (wir berichteten). Ein gewaltiges Projekt, das die Planer vom Straßenbauamt Rosenheim den Wasserburger Stadträten da präsentierten. Mehr als ein Jahrzehnt lang wird schon über das Nadelöhr am Bahnübergang der Bundesstraße diskutiert. Mit der neuen Planung scheint jetzt ein guter, vielleicht sogar ein großer Wurf gelungen. Dennoch hatten die Stadträte eine ganze Menge Fragen an Christian Rehm, den Leiter des Straßenbauamtes, und sein Team. Ein paar Auszüge:

Edith Stürmlinger (Bürgerforum): „Wäre es nicht sinnvoll, gleich in die Gesamtplanung einen Radlweg von Reitmehring bis nach Staudham einzuplanen?“

Die Experten vom Straßenbauamt: „Neue Radwege sind nicht Bestandteil dieser Planung. Allerdings kann sich das die Stadt immer noch überlegen. Baulich ist das kein Problem, auch an den Rückhaltebecken, die nördlich der neuen B304 geplant sind, käme man mit einem Radlweg locker vorbei.

Armin Sinzinger (Wasserburger Block): „Wäre es nicht möglich, auch auf den Kreisverkehr noch einen Deckel drauf zu machen? Wäre doch toll, wenn man das als Grünfläche nutzen könnte.“

Straßenbauamt: „Das würde sicher einiges an Mehrkosten verursachen und technische Probleme mit sich bringen. Wir sollten schauen, dass wir die Planungen so wie sie jetzt sind, zeitnah durchbringen.“

Einige Räte wollten wissen, wie sehr die Megglestraße und allgemein die umliegenden Straßen durch die riesige Baustelle belastet werden.

Bernhard Bauer vom Straßenbauamt: „Das wird natürlich eine ziemliche Belastung für die Bevölkerung, insbesondere für die Anwohner. Wir können den Verkehr leider nicht wegbeten, auch wenn wir großräumige Umleitungen vorsehen. Natürlich müssen wir der Schulwegsicherheit und der Sicherheit der Anwohner Rechnung tragen. Aber es wird schon Einschränkungen während des Baus geben. Wenn man zu Hause das Wohnzimmer tapeziert, hat man halt mal Einschränkungen beim Fernsehen.“

Darauf Christian Stadler (Grüne): „Es ist doch eher so, dass Sie Ihr Wohnzimmer tapezieren und wir können nicht fernsehen. Wir haben mit den Einschränkungen zu leben, weil der Bund eine Straße ausbaut. Es wäre da schon angebracht, wenn das Straßenbauamt die Planungen und Arbeiten so verträglich wie möglich für die Anwohner gestaltet.“

Sophia Jokisch (Linke) zum Bau der Brücke über die Bahnlinie: „Derzeit ist die Strecke Rosenheim-Mühldorf nicht elektrifiziert. Ist die Brücke hoch genug geplant, damit das nachträglich möglich ist?“

Straßenbauamt: „Nein. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Strecke in den vordringlichen Bedarf und damit für eine Elektrifizierung in Betracht kommt, ist eher gering. Die Bahn hat derzeit ganz andere Probleme. Ich denke da nur an den Zulauf für den Brennerbasistunnel. Die Bahn ist aber in unsere Planungen natürlich mit einbezogen.“

Darauf Christian Stadler (Grüne): „Rosenheim-Mühldorf ist eine europäische Magistrale. warum soll das unwahrscheinlich sein, dass die Strecke ausgebaut wird. Und ich denke da auch an die Verlängerung der S-Bahnstrecke von Ebersberg nach Wasserburg.“

Straßenbauamt: „Wir können trotzdem kein Bauwerk größer und damit teurer planen, nur auf einen bloßen Verdacht hin. Wenn die Bahn in 20 Jahren doch mal vorhat, die Strecke zu elektrifizieren, dann dürfte es kein Problem sein, das Gleisbett etwas tiefer unter der Brücke durchzulegen. Das ist aber jetzt erstmal nicht unsere Aufgabe.“

Allgemein gab es viel Lob für die Planer. Zwei der Stimmen:

Oliver Winter (CSU): „Das ist eine stimmige, ich möchte fast sagen tolle Planung. Wir können dem Straßenbauamt dafür nur danke sagen. Hier wird der Spruch ,Was lange währt, wird endlich gut‘ sogar noch getoppt: Was sehr lange währt, wird endlich sehr gut!“

Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring): „Danke für diese Planung. Wir wissen: In Reitmehring muss in Sachen Bundesstraße endlich etwas passieren. Mit dieser Planung wäre vielen Menschen geholfen. Ich hoffe jetzt nur, dass wir bei der Umsetzung nicht auf zu viele Hindernisse stoßen.“ HC

 

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2 Gedanken zu „„Wir können den Verkehr nicht wegbeten“

  1. Den Verkehr wegbeten geht nicht, aber die Schrankenschliesszeiten anders einstellen. Der Zug aus Ebersberg, da steht man ewig, es würde reichen die Schranke zu schließen, wenn der Zug aus Edling rausfährt. Und bei den anderen Zügen auch, die vorlaufzeit ist viiiieeelllll zu lang.

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    1. Das wurde auch hier schon mehrfach erläutert! Leider sind kürzere Schließzeiten aufgrund der veralteten Signaltechnik aktuell einfach nicht möglich.

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