Malerische Musik trifft auf Eisen

Ausstellung mit Arbeiten von Devens und Wörle im Kulturhaus Holzapfel noch bis 7. November

image_pdfimage_print

P1070753Wasserburg/Tacherting – Im Kulturhaus Holzapfel in Tacherting läuft noch bis Samstag, 7. November, eine Ausstellung mit Arbeiten des Wasserburger Malers Rainer Devens und des Bildhauers Franz F. Wörle. Zu den schweren Eisenskulpturen von Wörle fügen sich die malerischen Musik-Impressionen von Devens kontrapunktisch ein. Geöffnet ist die Ausstellung am Freitag von 16 bis 20 sowie am Samstag und Sonntag jeweils von 15 bis 20 Uhr.

Eigentlich ist es unmöglich, Musik durch Bilder darzustellen. Künstler Rainer Devens versucht es mit seinen Arbeiten dennoch. So wie ein Musikstück eine tonale Färbung, Rhythmus und ein Thema hat, finden sich Entsprechungen in den Bildern des Künstlers. Dabei sind seine einem Musikstück gewidmeten Bilder keine Illustrationen sondern Wiedergaben eines Endrucks, den der Künstler mit der Auseinandersetzung eines Musikstücks bekommen hat. Die „Kunst der Fuge“ von Bach ist in Brauntönen gehalten und das Kontrapunktische der Komposition kommt durch die regelmäßig angelegten Strukturen zum Vorschein. Die Musik bekommt eine Gestalt und wird nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen erfahrbar.

Der in Wasserburg lebende Rainer Devens ist Musikenthusiast und fügt seine beiden großen Leidenschaften in seinen Arbeiten zusammen. In der Ausstellung im Kulturhaus Holzapfel werden auch seine Bilder zur Winterreise von Schubert zu sehen sein. Auf beeindruckender Weise hat er den Liederzyklus bildlich umgesetzt, ohne ihn nur zu illustrieren. Die wesentliche Stimmung der einzelnen Lieder hat er treffend wiedergegeben, hat das Melancholische, Verletzte und Leidende des lyrischen Ichs in Farben umgesetzt. Die Besucher können in der Ausstellung auch die Winterreise hören und auf diese Weise Bild und Musik in sich zusammen führen.

Versucht Rainer Devens, das Flüchtige der Musik bildnerisch festzuhalten, so schafft Franz F. Wörle mit seinen Eisenskulpturen Werke, die lange Zeit überdauern werden. Seine schweren Arbeiten greifen archaische Architekturformen auf, er vermeidet aber alles Pathetische und bindet sie an das menschliche Maß. „Seelenhäuser“ nennt Wörle, der in Straußdorf bei Grafing lebt und arbeitet, eine Werkreihe. Letzte und finale Ruhstätte, inspiriert von seinen Aufenthalten in Nordafrika.Das ewige der menschlichen Seele wird das vorgeblich „ewige“ des Materials Eisen beigefügt.

P1070774

Doch Eisen rostet und in diesem Zustand des langsamen sich Auflösens, belässt der Künstler seine Skulpturen. Die Oberfläche mit ihrer porösen Struktur gleicht der menschlichen Haut. Darin liegt das Faszinosum, das die Arbeiten von Wörle beim Betrachter auslöst. Vordergründig stehen die Werke ganz für sich, fast abweisend scheinen sie zu sein, doch bei weiterer Auseinandersetzung mit ihnen entdeckten wir uns selber in den Arbeiten. Genau das nimmt den Skulpturen ihre Schwere und macht sie uns auf eine überraschende Art und Weise vertraut.

P1070732

Die Ausstellung ist noch bis 7. November im Kulturhaus Holzapfel, Oberbrunnham 20, Tacherting  zu besichtigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.