„Es wird keine Überraschung geben!“

Außenfassade von St.Jakob: Stadtbaumeisterin und Kirchenpfleger nehmen Stellung

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fassadeDie Stadtpfarrkirche St. Jakob: Den markanten Teil-Backsteinbau in der Wasserburger Altstadt führte 1435 kein Geringerer als Hanns Stethaimer zu Ende, wissen die Geschichtsbücher. Stethaimer wurde berühmt durch den Kirchenbau von St. Martin in Landshut mit dem höchsten Backsteinturm der Welt. Und nun soll Stethaimers Kunstwerk in Wasserburg unter ein paar Zentimetern Putz verschwinden, weil’s beim Sanieren billiger ist? Die Gerüchteküche diesbezüglich jedenfalls brodelt derzeit nachhaltig in der Altstadt. Wir haben bei Kirchenpfleger Leo Hutterer und Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann nachgefragt …

„Wir werden am Aussehen des Turms und der Außenfassade der Pfarrkirche nicht viel ändern. Das ist doch klar. Da spielt alleine schon das Denkmalamt, unter dessen Aufsicht wir sanieren, gar nicht mit“, sagt Leo Hutterer, Vorsitzender der Kirchenverwaltung St.Jakob.

Außerdem sei da noch nichts entschieden. Man habe mittlerweile verschiedene Muster an Farbe und Putz an der Außenwand angebracht, was vielleicht zu den Missverständnissen geführt habe. „Wir werden bei der Sanierung der Außenfassade natürlich sehr sensibel vorgehen.“

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Noch wichtiger: Bevor’s los geht, werden die Bürger mit eingebunden.

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann: „Wenn wir wissen, in welche Richtung es gehen soll, wird es eine Visualisierung der geplanten Außenfassade geben. Die stellen wir dann den Bürgern öffentlich vor und zur Diskussion.“

Dadurch, dass Turm und Kirche weder ein einheitliches Erscheinungsbild noch eine einheitliche Bauzeit hätten, sei die Außengestaltung nicht ganz einfach. „Wir müssen da auf die verschiedensten Baustile achten, haben uns sehr, sehr viel Mühe gegeben.“ Seit eineinhalb Jahren gebe es regelmäßig Ortstermine. Fest stehe daher, dass der Trum seit jeher dünn verputz gewesen sei und eine Natursteinoptik gehabt habe. In diese Richtung wolle man wieder hinarbeiten. „Es kann aber schon sein, dass das, was die Wasserburger ihr Leben lang vom Turm kennen, ein bisschen neu daherkommen wird. Aber dazu haben wir ja die Visualiserung und die öffentliche Diskussion, die noch folgen. Es wird also keine Überraschung geben.“

Eines steht jetzt aber schon fest: „Ein Verputzen der Backsteinoptik des mittleren Teils der kommt auf keinen Fall in Frage, das kann ich jetzt schon ausschließen“, sagt die Stadtbaumeisterin. 

Die Bauarbeiten würden sich im übrigen nach wie vor hinziehen. „Das ist nicht gerade ein Projekt von kleiner Dimension.“ Immerhin glaubt Hutterer aber daran, dass der Turm bis zum Dachgiebel Mitte nächsten Jahres wieder vom Gerüst befreit werden könne. „Für den Rest werden wir sicher noch ein ganzes Jahr brauchen“, so Leo Hutterer. HC

An der Ecke zum Mesnerhaus sind die meisten Muster zur Außengestaltung des Turms angebracht. Eine Entscheidung ist aber noch nicht getroffen.

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Die Backsteinoptik der Kirche (links) bleibt auf jeden Fall erhalten. Der rechte Teil zum Turm hin (vom Pfarramt aus gesehen) war immer schon verputzt. 

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