„Das wird ein richtiger Magnet“  

Bauausschuss stimmt für Neugestaltung des Skaterparks am Badria – 200.000 Euro in Aussicht gestellt

image_pdfimage_print

„Tolle Sache!“ „Richtig gut!“ „Eine Aufwertung der Stadt!“ Einhellige Begeisterung herrschte bei der jüngsten Sitzung im Bauausschuss der Stadt. Denn zur Sanierung der Skateranlage unweit vom Badria bekam das Gremium ein professionelles und fachlich fundiertes Konzept vorgelegt, das der eigens dafür gegründete Verein „Movinn Forward“ gründlich ausgearbeitet hatte. Und so sollen dafür denn auch die Mittel im Haushalt 2021 bereitgestellt werden.

18 Jahre hat der Funsportpark für Skateboarder und Inlineskater auf dem Buckel. Die Asphaltfläche ist zerklüftet, bremst beim Fahren und erhöht das Verletzungsrisiko bei einem Sturz erheblich. „Der Skaterpark ist in die Jahre gehkommen“, stellte Bürgermeister Michael Kölbl unumwunden fest. Deshalb beantragte Jugendreferentin Irene Langer (SPD) bereits Anfang September die Neugestaltung der Anlage unter Einbeziehung der jungen Funsportler. „Es ist kein Geheimnis, dass die Fachkompetent dafür nicht bei mir oder der Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann liegt“, kommentierte Kölbl die Beteiligung der Skater und sorgte damit für Heiterkeit.

 

In den letzten Wochen hat der am 18. September gegründete Verein „Movinn Forward“ um Christian Wiesbeck ein Konzept erstellt, das offenbar ganze Überzeugungsarbeit im Ausschuss geleistet hat. Auf 47 Seiten lässt Wiesbeck und sein Team kein Detail unerwähnt – von der Bestandsaufnahme, über die Umsetzung bis zu Finanzierung. „An was haben diese Leute eigentlich nicht gedacht“, fragte sich Christian Peiker (Linke Liste) erstaunt. Zwei Modelle brachten die jungen Männer mit in die Sitzung, damit sich die Stadträte ein plastisches Bild machen können.

 

Das Konzept beinhaltet Baumaterialien und die Kosten dafür, gründlich ausgearbeitete Baupläne, Verordnungen, Analysen zum Lärmschutz und Finanzierung durch Fremd- und Eigenleistung. Die derzeitige Fläche von 450 Quadratmetern soll um weitere 250 erweitert werden. Viele neue Elemente finden darin Platz. So soll beispielsweise als Alleinstellungsmerkmal ein „Devils Hole“ errichtet werden, eine Öffnung, von der man von einem Bereich in den anderen fahren kann. „So etwas findet man auf keiner Anlage im Umkreis von 100 Kilometern“, so Christian Wiesbeck, „das würde die Attraktivität deutlich erhöhen.“ Durch gute Anbindung mit dem Bus sei auch die einfache Erreichbarkeit gewährleistet.

 

Die Banden dienen nicht nur als Fläche für Graffities, sondern auch dem Lärmschutz. Dazu zog Wiesbeck die Ausarbeitung „Geräusche von Trendsportanlagen“ heran, die vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in Auftrag gegeben wurde und die bei 15 Skateparks Lärmpegelmessungen durchgeführte. Mit einem speziellen Programm wurde die Schallübertragung der geplanten Anlage simuliert. Ergebnis: Der Lärmschutz für die Anwohner ist zu jedem Zeitpunkt gesichert. Über allem könnte zudem ein Sonnensegel thronen, das Wiesbeck als kleines Modell präsentierte.

 

Der neue Park soll nicht nur für die Skater da sein. Er könnte als Treffpunkt für Jung und Alt dienen, als Inklusionsmöglichkeit für Menschen mit Beeinträchtigung und als integrative Bewegungsstätte für Personen mit Migrationshintergrund. Ein Pop-Up-Biergarten ist denkbar, Möglichkeiten zum Grillen und Picknicken können geschaffen werden, ebenso wie ein Boulderwand für Kletterer. „Ich finde es gut, dass es bei der neuen Anlage nicht nur ums Skaten geht“, würdigte Christian Stadler (Grüne) die Bandbreite der Pläne, „sondern auch um kulturelle Aspekte.“

 

Dass dies durchaus eine gewisse Summe kosten wird, ist sich das Team im Klaren. Durch ehrenamtliche Arbeit könnten 20.000 Euro gespart werden, Spenden, Sponsoring sowie Fund- oder Crowdraising könnten ebenfalls zur Finanzierung beitragen. Dennoch bleibt ein Betrag von rund 200.000 Euro. „Wir würden das gerne machen wollen“, betonte Bürgermeister Kölbl, der ebenfalls wie die Stadträte von der Professionalität des Konzeptes überrascht war. Um die Kosten niedrig zu halten schlug Christian Peiker vor, dass viele Wasserburger mithelfen könnten. „Wir wären verrückt, wenn wir das nicht machen würden“, so Peiker weiter. Einstimmig beschloss der Bauausschuss schließlich, für 2021 die Haushaltsmittel für den Skatepark bereitzustellen.

 

Foto von links: Georg Rottenwalter, Christian Wiesbeck, Roland Zwickl, Irene Langer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

9 Kommentare zu “„Das wird ein richtiger Magnet“  

  1. Wasserburg hat viel Geld – sorry, verstehe es nicht ganz! Das Badria hat Defizite ohne Ende und die Kosten werden mit Sicherheit mehr als
    200 000 Tausend Euro ausmachen.
    Steuereinnahmen brechen wegen Corona ein – bin gespannt, wie das funktioniert.
    Nicht falsch verstehen, habe nichts gegen die Erneuerung der Anlage, aber man sollte sich schon Prioritäten setzen.

    Antworten
    1. Das Badria-Defizit haben ja zunächst mal die Stadtwerke und nicht die Stadt. Und was wäre die Alternative? Dass man alles ins Badria pumpt und wer nicht gerne in ein Schwimmbad/Sauna geht, hat dann einfach Pech gehabt?

      Antworten
      1. Nur eine Klarstellung ohne Konsequenz für die restliche Diskussion: Die Stadtwerke sind ein städtischer Eigenbetrieb, also ein Sondervermögen innerhalb des Stadthaushaltes. Damit ist das Badria-Defizit (wie seit der Erbauung des Badrias) immer auch ein Defizit des Stadthaushaltes.

        Antworten
  2. Ich – bald alter Sack von 60 Jahren – bin begeistert von dem Plan.
    Finde es toll, wenn ich Boarder und Skater auf der alten Anlage sehe. Nur: die ist wirklich marode und gefährlich.
    Sportliche Bewegung sollte immer gefördert werden.
    Das entlastet übrigens die Krankenkassen bei hohen, von Bewegungsarmut verursachten Kosten!
    Ja, Wasserburg hat wie alle Kommunen in Zukunft gewaltige finanzielle Herausforderungen vor sich. Auch, aber nicht nur wegen Corona!
    Sollen wir uns deshalb geißeln und positive Zukunftsinvestitionen verhindern?
    Das durchdachte und ausführliche Konzept des Skaterparks ist Klasse! Danke “Movinn Forward”. Gerade auch für die über “Skating” hinausgehenden Ideen.
    Das wird eine Wasserburger Attraktion.
    Ich beglückwünsche die Stadt Wasserburg und den Bauauschuss des Stadtrats zu dieser einstimmigen Entscheidung.
    Wie ich unseren Kämmerer kenne, wird er sehr genau darauf achten, dass die Prioritäten gewahrt werden und alles finanzierbar bleibt.

    Antworten
  3. Sobald ein Unterstützungskonto eingerichtet wird gibt’s 100 Euronen. Word! Großartige Initiative!

    Antworten
  4. Respekt, das finde ich eine sehr gute Entscheidung. Das ist eine Entscheidung für die Jugend!

    Antworten
  5. Nice das sind mal geile News!

    Antworten
  6. Top Einstellung Herr Herwegh, sehe das ganz genauso! Und gerade in diesen Zeiten darf man ein positives Signal setzen! Klasse, Wasserburg, da dürfen sich manche Kommunen um Altlandkreis eine fette Scheibe abschneiden!

    Antworten
  7. Werden die Rampen aus Holz oder Beton?

    Antworten