„Wir sind im Rahmen“

Die Arbeiten am Krankenhaus-Neubau laufen planmäßig – Erste Rohbauten fertig

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Es ist eines von Bayerns größten Klinik-Bauprojekten: Der gemeinsame Neubau des RoMed- und des kbo-Inn-Salzach-Klinikums in Gabersee. Derzeit wird am zweiten Bauabschnitt mit dem Innenausbau gearbeitet, der in gut einem Jahr bezugsfertig sein soll. Zwei weitere Abschnitte folgen. Voraussichtlich Anfang 2026 schließlich wird das 250-Millionen-Projekt abgeschlossen sein. Die Wasserburger Stimme hat sich auf der Baustelle umgesehen.

Der erste Bauabschnitt waren die vorbereitenden Maßnahmen: Grundleitungen, die Wasser-Trenn-Station und das Energiegebäude. Die erste, vergleichsweise winzige Baumaßnahme, die aktuell beendet wurde und bereits uneingeschränkt genutzt werden kann, ist der Parkplatz oberhalb des gemeinsamen Neubaus. „Dort haben wir Platz für gut 100 Fahrzeuge“, erklärt Dr. Stefan Piehler, kaufmännischer Leiter, „nur ein paar Pflanzen kommen noch hinzu.“ Bis dort aber die ersten Angestellten, Patienten und Besucher parken, werden noch rund 15 Monate ins Land gehen. Die Rohbauarbeiten beider Häuser sind gerade erst beendet, im ersten Pavillon der psychiatrischen Klinik werden die Inneninstallationen vorgenommen.

Die Dimensionen allein dieses zweiten Bauabschnittes mit einer Nutzfläche von 16.000 Quadratmetern sind gewaltig: 153.000 Kubikmeter Erdaushub mussten bewegt werden, 4.130 Tonnen Baustahl, so schwer wie gut 800 ausgewachsene Elefanten, wurden verbaut und rund 3.500 Quadratmeter Mauerwerk. 445 Stück Aluminiumfenster sowie 178 komplett fertige Nasszellen wurden zudem installiert.

 

Im RoMed-Teil, kenntlich an Fassadenteilen in Rottönen, wird es Platz für 130 Betten geben, im ersten Patienten-Pavillon des ISK-Krankenhauses (Grüntöne) 144 Betten (fünf Stationen). Eine große Eingangshalle wird beide Häuser verbinden: Pforte, Wartehalle, Cafeteria und Telefonzentrale sind bereits gut zu erkennen. Die Gebäude sind in den Hang gebaut, sodass sich ein Höhenunterschied von zwölf Metern ergibt. Von beiden Kliniken hat man einen unverbauten Blick in den Süden Richtung Berge. „Das ist wichtig für die psychische Gesundheit“, erklärt Dr. Piehler.

 

 

Der kaufmännische Leiter hat den Überblick über das scheinbare Baustellen-Chaos. Endlose Korridore, Treppen, die noch ins Nichts führen, Massen an Baumaterialien überall, kilometerlange Kabelstränge, die aus den Wänden hängen sowie ein Labyrinth aus Gängen, Räumen und Fluren dominieren derzeit das Bild im Innenbereich. Die meisten Fenster sind aus Sicherheitsglas gefertigt, lassen sich nur eingeschränkt öffnen, um Absturzsicherheit zu gewährleisten. So bildet auch der Innenhof eine abgeschlossene Einheit. Auch in den Nasszellen halten Aufhängungen bewusst größerem Gewicht nicht stand. Diese Sicherheitsmaßnahmen gelten insbesondere für den Teil des kbo-Inn-Salzach-Klinikums.

„Anfang 2022 planen wir einzuziehen“, sagt Dr. Piehler, „dann erst können wir weitermachen.“ Weitere Bestandsgebäude müssen abgerissen werden, um den Weg für zwei weitere Bauabschnitte freizumachen – beispielsweise das gelbfarbene Haus (links), wo heute noch die Neurologie untergebracht ist. „Die alten Backsteingebäude bleiben allerdings erhalten“, so Piehler, „sie stehen unter Denkmalschutz.“ Eine 130jährige Eiche, deren Fällung für Aufregung in der Öffentlichkeit gesorgt hatte, soll von Bildhauer Andreas Kuhnlein bearbeitet werden, dessen Holzskulpturen unter anderem in der Münchner Glyptothek, am Flughafen und am Wasserburger Inndamm zu sehen sind.

Zwei weitere Bauabschnitte für die baulich vereinte ISK- und RoMed-Klinik werden folgen, sodass voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2026 das Mega-Projekt abgeschlossen sein soll. Zu diesem Zeitpunkt wird Dr. Theodor Danzl, Geschäftsführer des Gabersee-Krankenhauses, bei dem alle Fäden zusammenlaufen, längst in Pension sein. Die Baustelle ist sein letztes großes Projekt. „Weil mir die Arbeit unbandig Spaß macht, gehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt Dr. Danzl, der am 26. Februar nächsten Jahres seinen letzten Arbeitstag hat. Er werde sicher mal auf der Baustelle erscheinen, aber nicht omnipräsent sein. „Der Ruhestand hat nämlich einen Riesenvorteil“, lächelt Danzl, „ich bin mit Leidenschaft Opa und freue mich auf meine fünf Enkel…“

Von Christopher Fritz

Ein paar Eindrücke von der Großbaustelle:

Baustelle Empfangsbereich.

 

Die neue Cafeteria.

 

 

Der neue Parkplatz.

 

Links ein Laborbereich, rechts Blick auf die künftigen Patientengärten.

 

Ein Gang im neuen RoMed-Klinikum.

 

Warenannahme RoMed.

 

RoMed Bereich und Innenhof.

 

Außenansicht RoMed mit roten Fassadenelementen.

 

Baustelle RoMed-Klinikum.

 

Innenhof und zentrale Notaufnahme RoMed.

 

Ein neues Büro.

 

Teil des Labors und Lichthof, südliche Ansicht.

 

kbo-Inn-Salzach-Klinikum Pavillon B, grüne Fassadenelemente.

 

4. Bauabschnitt, Pavillon A, Fertigstellung 2026.

 

Im Vordergrund entsteht ein Pavillon.

 

 

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