Wenn alles anders kommt

... bleibt wenigstens er: Gottes Segen - Für zwei neue Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Rott

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Eigentlich hätte dieses Ereignis im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums im Sommer diesen Jahres stattfinden sollen, doch leider kam alles anders. Gottes Segen für zwei neue Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Rott gab’s nun in kleinem Rahmen: „Es kommt selten vor, dass sich ein Kommandant wünscht, dass seine Kameradinnen und Kameraden nicht zum Feuerwehrhaus kommen. Aber in Zeiten von Corona mussten auch wir uns an die strikten Sicherheitsvorgaben halten und leider auf einen großen Empfang verzichten”, so begrüßte der Rotter Kommandant Manfred Lunghammer die versammelte, aktive Mannschaft am Feuerwehrhaus.

Die aktive Kameradschaft hat sich in kleinem Kreis unter strenger Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen im Freien vor dem Gerätehaus in Rott versammelt, um gemeinsam um Gottes Segen zu bitten und die beiden neuen Einsatzfahrzeuge – das HLF 20 sowie die neue Drehleiter – „offiziell“ in Dienst zu stellen.

Vorstand Herbert Lunghammer eröffnete die Feierlichkeit mit einleitenden Worten und dankte allen Beteiligten der Fahrzeugbeschaffung sowie den Kameradinnen und Kameraden für ihren Einsatz.

Er übergab an Dekan Klaus Vogl, der mit einer sehr bewegenden Predigt die ehrenamtliche Leistungsbereitschaft einer Freiwilligen Feuerwehr als funktionierende Gemeinschaft besonders würdigte und feierlich die beiden neuen Fahrzeuge, die restaurierte Vereinsfahne und die beiden Christophorus-Medaillen für das Fahrerhaus segnete. 

Ein neues Einsatzfahrzeug in Betrieb zu nehmen, das ist natürlich ein Höhepunkt eines jeden Feuerwehrmannes/einer jeden Feuerwehrfrau. Aber gleich zwei neue Fahrzeuge auf einmal in einer Ausschreibung – das ist schon etwas Besonderes und ein Grund zum Feiern.

Ein kurzer Auszug aus der Historie, wie es hierzu überhaupt gekommen ist – aus Sicht der Rotter Wehr:

  • Im Februar 2017 stellte die FF Rott den Antrag auf Ersatzbeschaffung für unser über 30 Jahre altes Tanklöschfahrzeug.
  • Im April 2017 erhielten wie die Zustimmung vom damaligen Gemeinderat zur Ersatzbeschaffung vom alten Tanklöschfahrzeug (TLF) zum neuen Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20).
  • Mehrere Fahrzeugvorführungen von verschiedenen Herstellern folgten.
  • Bei der Ausarbeitung unseres Fahrzeugkonzepts war schnell klar, dass auch für unser ebenfalls über 30 Jahre altes Tragkraftspritzenfahrzeug (LF 16 TS) eine Ersatzbeschaffung benötigt wird.
  • Im April 2018 wurde dem Gemeinderat dann durch Kreisbrandrat Richard Schrank, damaligen Bürgermeister Schaber und Kommandant Manfred Lunghammer dieses überarbeitete Fahrzeugkonzept vorgestellt. Dieses beinhaltete nach wie vor das schon bewilligte HLF 20 und nun zusätzlich die zweite Ersatzbeschaffung – eine Drehleiter.
  • Nach Erläuterungen und zusätzlicher finanzieller Unterstützung durch das Landratsamt Rosenheim, welche gerne eine Drehleiter im nördlichen Landkreis stationieren würde, stimmte der Gemeinderat einstimmig für diesen Beschluss.
  • Nun folgte die Einholung der Angebote verschiedener Ausschreibungsfirmen, Vorstellungsgespräche mit Fahrzeugherstellern sowie Vorführungen von Drehleiter-Aufbaufirmen.
  • Die Stadt Wasserburg hat sich dann bei der Ausschreibung angehängt. Später stieß auch noch die Feuerwehr Aschau im Chiemgau hinzu. Die gemeinsame Ausschreibung senkte dann nochmal 10 % der Gesamtkosten aufgrund einer staatlichen Förderung.
  • Einschub in die Fertigungslinie der Drehleiter bei der Firma Rosenbauer in Karlsruhe war am 19.09.2019. Am 03.12.2019 haben wir unsere DLAK nach Hause gebracht wo wir mit einem schönen Fackelzug aller Aktiven empfangen wurden.
  • Die spezielle Ausbildung zum Drehleiter-Maschinisten wurde bereits kurz darauf von 17 Kameraden erfolgreich absolviert.
  • Im Frühjahr ging es weiter mit der heißen Phase des Aufbaus unseres HLFs, was aufgrund der Pandemie komplett online besprochen und über Telefonate geplant werden musste.
  • Am 07.07.2020 haben wir dann unser Einsatzfahrzeug bei der Firma Ziegler in Giengen an der Brenz abgeholt und in seinem neuen Zuhause empfangen. Die Indienststellung war dann am 24.07.2020.

Kommandant Lunghammer ist fest davon überzeugt, dass sich die aufwendige Arbeit gelohnt hat – sehr gute Einsatzfahrzeuge habe man nun, was natürlich dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger sowie denen der umliegenden Gemeinden zu Gute kommen wird.

Doch die modernsten Fahrzeuge würden nichts nützen, wenn sie nicht von motivierten, gut ausgebildeten und stets einsatzbereiten Feuerwehrleuten bedient werden würden.

Jetzt sind regelmäßige Übungen wichtig, um die Einsatzbereitschaft auf hohem Niveau aufrecht zu erhalten. „Das sind unsere Fahrzeuge für die Zukunft“, und dabei ging er auf die Jugendfeuerwehr ein: „Macht‘s bei den Übungen fleißig mit, bleibt‘s dabei –  ihr lernt hier viel dazu. Ihr seid die Zukunft für die Sicherheit unserer Gemeinde.“

Außerdem bedankte er sich beim ehemaligen Bürgermeister Marinus Schaber, dem jetzigen Gemeindeoberhaupt Daniel Wendrock sowie dem Gemeinderat. Er wünschte eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

Anlässlich der Fahrzeugweihe sprach Lunghammer auch besondere Dankesworte an den Gartenbauverein Rott und der Gärtnerei Müller für den festlichen Blumen- und Fahrzeugschmuck.

Abschließend folgten noch Grußworte von Bürgermeister Wendrock und Kreisbrandrat Richard Schrank, die ebenfalls viel Glück und Erfolg wünschten sowie allzeit gute Fahrt und eine gesunde Heimkehr.

Manfred Lunghammer beendete seine Rede schließlich mit:

„Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr – bleibt‘s gsund.“

Dem Leitspruch wurde noch ein Zusatz angehängt. Eine Anekdote am Rande – an eine schwierige Zeit, die uns sicher noch ein wenig beschäftigen wird.

jz

Fotos: Bernd Klemmer – lux-nova.de

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