Wasserburger CSU startet in den Wahlkampf

Für ein „leistungsstarkes, enkeltaugliches und demografiefestes" Wasserburg

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Nach der Wahl der Kandidaten der CSU Wasserburg  für den Stadtrat stellte der Sitzungsleiter der Aufstellungsversammlung und CSU-Ortsvorsitzende Wolfgang Schmid sichtlich begeistert fest: „Die Liste ist ein Gesamtkunstwerk.“ In der Vielfalt der Kandidaten, was etwa Berufe und Ausbildungswege, Herkunft, Alter, Geschlecht oder auch ehrenamtliches Engagement betrifft, spiegle sich, dass die CSU Volkspartei sei. Während es überall immer schwieriger werde, Leute zu finden, die Verantwortung übernehmen, sei es umso erfreulicher, so viele Kandidaten aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft auf der CSU-Liste zu haben, die sich kommunalpolitisch engagieren wollen.

Zudem betonte Schmid, dass die Listen-Reihenfolge ausdrücklich so gewählt wurde, dass Newcomer eine Chance bekommen. Ziel sei es, die CSU-Fraktion im Stadtrat zu stärken und das auch mit neuen, jüngeren Köpfen. Trotzdem bedauerte Schmid sehr, dass sich die bisherigen Stadträte Otto Zwiefelhofer und Andi Ass einmal aus Altersgründen und zum anderen aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt hatten. Beide hätten die Stadt mit ihrem langjährigen politischen Einsatz stark geprägt und würden bei allem Verständnis für die Begründungen mit ihren Erfahrungen in der künftigen CSU-Fraktion fehlen. In diesem Zusammenhang betonte Schmid, dass er sich ausdrücklich freue, dass Elisabeth Fischer, Stadträtin der CSU seit 1996, sich bereit erklärt hat, wieder zu kandidieren.

Unter der Wahlleitung von Oliver Winter hatten sich zuvor die vom Vorstand vorgeschlagenen Kandidaten den CSU-Mitgliedern und zahlreichen Gästen vorgestellt. Als roter Faden durch alle Vorstellungen zog sich die Begeisterung für den Charme und den Lebenswert in Wasserburg und die Bereitschaft, aktiv beitragen zu wollen, anstehende Herausforderungen für die Stadt zu meistern. „Es muss sich vieles verändern, damit es gut bleibt“, schloss etwa Jakob Schedel seine Bewerbung.

Ebenfalls ein Kernthema war die Notwendigkeit, die Stadtentwicklung strategischer auszurichten. Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Markus Bauer beklagte eine Politik des „Aussitzens“ in der Stadt und, dass „Steuergelder in hohem Bogen über alles verschüttet werden“. Vielen Kandidaten lag die Bedeutung der Wirtschaft am Herzen. Simone Huber will sich zum Beispiel dafür einsetzen, dass in der Stadtpolitik „das Handwerk geschätzt wird und besonders auf die kleinen Firmenleut‘ mehr geachtet wird“.

Neben dem, dass in der Kommunalpolitik der CSU durchaus die „Abteilung Attacke“ wieder mehr Geltung bekommen sollte, wie sich Robert Zeislmeier mit Augenzwinkern selbst vorstellte, wurde oft betont, dass die zahlreichen ideologischen Grabenkämpfe in der Stadt überwunden werden müssten – wir brauchen „wieder mehr miteinander in der Stadt“, meinte etwa Toni Westner dazu. Verkehr, Digitalisierung, Sicherheit und Familienfreundlichkeit waren weitere Schwerpunkte bei den Kandidatenvorstellungen. Schließlich kam auch die Kampfbereitschaft als Team der Bürgermeisterkandidatin Heike Maas und für einen Machtwechsel im Rathaus deutlich zum Ausdruck.

Nach kurzer Diskussion befürworteten die 18 wahlberechtigten CSU-Mitglieder einstimmig den Reihungsvorschlag des Vorstandes und die Wahl der Liste in vier Sechserblöcken und einem Block der drei Ersatzkandidaten. Bei der Wahl wurden alle Kandidaten auf den vorgeschlagenen Plätzen und die Ersatzkandidaten ohne Gegenstimmen nominiert – einstimmig bei den Plätzen eins bis sechs und sieben bis zwölf und mit je einer Enthaltung bei den weiteren Blöcken.

Zum Abschluss der Veranstaltung eröffnete die Listenführerin und Bürgermeisterkandidatin Heike Maas den Wahlkampf. Die Bereiche Arbeit, Demografie und Umwelt nannte sie als die Hauptaufgaben der künftigen CSU-Politik in der Stadt. In Zeiten des wirtschaftlichen Wandels würden Gegenstrategien benötigt, damit in „Handel, Handwerk, Dienstleistungen genauso wie Industrie, Kliniken und Bildungseinrichtungen bestehende Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden können“.

Angesichts der älter werdenden Stadtbevölkerung nannte Maas es als Aufgabe der CSU, „zum einen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Senioren möglichst lange selbstbestimmt und eigenständig leben können und zum anderen Wasserburg noch stärker als attraktive Heimat für Familien zu gestalten“. Im Bereich Umwelt forderte Maas eine Abkehr vom Verbieten und Regulieren hin zu Anreizen, Bildung und Information. Konkret zählte sie als Maßnahmen auf: „ideologiefreie Verkehrsregelungen einführen, attraktive Bedingungen für alternativen Mobilitätsmix schaffen und die Verbesserungen der Einsparung von Ressourcen wie Flächen, Wasser, Energie sowie Abfalltrennung und -vermeidung.“

„Unser gemeinsames Ziel ist ein leistungsstarkes, enkeltaugliches und demokratiefestes Wasserburg“, fasste Maas die Hauptaufgaben zusammen und forderte dazu eine klare Strategie statt „kleiner Pfostenlösungen“. Nicht als Allheilmittel aber wichtiges Werkzeug für die Zukunftsherausforderungen nannte sie moderne digitale Technologien. In ihrem Wahlkampfmotto fasste Maas zum Schluss die Kritik am Status-quo und ihre Ambition zusammen: „Wasserburg braucht jetzt Anpacker und Macher – keine Verwalter!“

Liste der Stadtratskandidaten:

Maas Heike (52) Dipl. Kauffrau, selbständig
Bauer Markus (52) Geschäftsführer
Machl Georg (40) Verwaltungsfachwirt
Fischer Elisabeth (69) Erzieherin, Kindertagesstättenleiterin i.R.
Schedel Jakob (40) Sparkassenbetriebswirt
Küspert Annette (57) Gesundheits- und Krankenpflegerin, Fachkraft für medizinische Fußpflege
Schmid Wolfgang (60) Lehrer f. Pflegeberufe
Huber Simone (26) Rolladen- und Sonnenschutz-Mechatronikermeisterin
Krumpholz Lukas (23) Student
Dr. Wagner Sandra (49) Zahnärztin
Dr. Girbaci Stefan (33) Facharzt für Innere Medizin
Sawran Tatjana (56) Verkäuferin
Karthäuser Sven (52) Diplom Betriebswirt
Misch Michael (41) Industriekaufmann
Dr. Piehler Stefan (51) Kaufmännischer Leiter
Neuner Thomas (33) Bankbetriebswirt (BC)
Welponer Arno (39) Export Manager (Mag.)
Klammer Kevin (25) Bankkaufmann
Fellermayr Hannes (29) Glasermeister
Lambacher Norbert (52) Krankenkassenfachwirt
Cater John (54) Fotograf
Pleizier Fabian (34) Polizeibeamter
Klobeck Christoph (43) Heim- und Haustextilfachwirt
Zeislmeier Robert (52) Geschäftsführer
Ersatz:
Rahm Martin (42) Dipl. Betriebswirt
Meingaßner Rudi (55) Polizeibeamter
Westner Toni (54) Gesundheits- und Krankenpfleger

Foto (von links): Wolfgang Schmid (Listenplatz 7, Stadtrat, Ortsvorsitzender), Elisabeth Fischer (Listenplatz 4, Stadträtin), Jakob Schedel (Listenplatz 5), Heike Maas (Listenplatz 1, CSU Bürgermeisterkandidatin), Markus Bauer (Listenplatz 2, Stadtrat, Fraktionsvorsitzender), Georg Machl (Listenplatz 3, Stadtrat), nicht im Bild aus dem ersten Block: Annette Küspert (Listenplatz 6).

Foto: John Cater

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