Wasserburg und die UN-Klimakonferenz

Exponate aus dem Museum der Altstadt zur Zeit in Bonner Ausstellung

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Einen Wasserburger Wettersegen gibt’s aktuell in Bonn: Exponate des Museums Wasserburg bereichern nämlich derzeit die Klima-Ausstellung der dortigen Bundeskunsthalle und reflektieren die Abhängigkeit vom Wetter. Parallel dazu findet die UN-Klimakonferenz noch bis zum nächsten Freitag, 17. November, auf dem UN-Campus in Bonn statt. Die Teilnehmerstaaten wollen sich darauf verständigen, welche konkreten Maßnahmen in den einzelnen Ländern getroffen werden sollten und welche klimaverträglichen Lebensweisen entwickelt werden können, um zukünftig den Anstieg der globalen Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.

In der Ausstellung werden die Wettersegen zusammen mit anderen Schutz- und Segenszeichen präsentiert – unter anderem mit einem aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Gemeinsam repräsentieren sie die, bis weit ins 20. Jahrhundert reichende Abhängigkeit des ländlichen Europas vom Wetter, und zeigen den hilflosen Versuch, das Wetter durch magische Handlungen zu beeinflussen.

Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt in Kooperation mit dem Deutschen Museum München bis zum 7. März 2018 die Ausstellung „Wetterbericht. Über Wetterkultur und Klimawissenschaft“.

Die Ausstellung erklärt, welchen Einfluss kurzfristige Wetterereignisse und längerfristige klimatische Veränderungen auf die Natur, die menschliche Zivilisation und Kultur haben. Dabei nähert sie sich dem aktuellen Thema interdisziplinär. Gezeigt werden künstlerische, kulturgeschichtliche und naturwissenschaftliche Exponate aus aller Welt. Darunter befinden sich auch zwei Wettersegen aus dem Museum Wasserburg.

Als Andachtsgegenstand waren Wettersegen vor allem im ländlichen, katholischen Bayern weit verbreitet. Das Amulett sollte seinen Besitzer unter anderem vor dem die Ernte zerstörenden Unwetter und dem Feuer bringenden Blitzschlag beschützen. Es bündelt alles, was dem katholischen Volksglauben nach Schutz bringend und heilig war und entfaltete so eine ungeheure Wirkmächtigkeit.

Im Zentrum des Wettersegens steht das Agnus Dei, ein Wachstäfelchen, welches ursprünglich nur vom Papst selbst gesegnet werden durfte. Um das Agnus Dei herum sind Sakramentalien und Devotionalien wie Reliquien, Kreuze, Naturalien, Schluckbildchen oder Münzen angeordnet. Auf die Rückseite sind in konzentrischen Schriftkreisen verschiedene Segens- und Beschwörungsformeln geschrieben.

 

 

 

 

 

 

 

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