Was die Großeltern noch konnten

Zum Brauchtum vergangener Zeiten - Heute: Bier brauen und verkaufen in Wasserburg

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brauereien

Beim Bauern Milch holen, Socken stopfen, ein Feld mit der Hand pflügen – Oma und Opa wussten sich noch selbst zu helfen! ,,Was die Großeltern noch konnten“, so heißt unsere neue Serie, rund um die Handwerkskünste, Bräuche und Gepflogenheiten der Generation der Großeltern. In der heutigen Ausgabe erzählt Witgar Neumaier junior von seinem Vater und Großvater, die als Geschäftsführer und Brauereidirektoren von einer der bedeutendsten Brauereien Wasserburgs Bier in die umliegenden Kommunen verkauften.

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde in Wasserburg Bier gebraut. Neben den großen Brauereien wie Greinbräu, Bruckbräu und Fletzinger, die von Löwenbräu und Spatenbräu übernommen wurden, florierten auch viele kleine Brauereien wie beispielsweise die Stechlbräu und die Weißbier-Brauereien Heisererplatz und Friedlhuber. (Unser Titelbild: Alte Ansicht der Wasserburger Innenstadt mit Blick auf das Gasthaus der Brauerei Grein vorne links)

 

witgar-i-mit-vater-max-ca-1935Witgar Neumaier senior war schon früh in das Vertriebsgeschäft der Greinbräu eingestiegen. Max Neumaier arbeitete als Direktor beim Bruck Bräu, sein Sohn als kaufmännischer Leiter der Brauerei Grein Bräu.

Foto: Witgar Neumaier senior als kleiner Bub auf dem Schoß seines Vaters Max Neumaier.

 

 

 

 

 

Auf dem schönen alten Bild eines Biergarten in Stephanskirchen (Foto unten) ist Max Neumaier, Brauereidirektor beim Bruck Bräu, der Herr in der Mitte am Tisch beim Kunden-Besuch.

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Neumaier junior verbindet viele Kindheitserinnerungen mit der Brauerei im Greinhof. Schmiede, Schreiner, die Fassfüllstraße – alte Handwerkskünste, die für die Produktion und den Vertrieb des süffigen Bieres benötigt wurden, lernte er als Junge kennen.

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„Ich durfte oft mitfahren, wenn das Bier ausgeliefert wurde. Ich musste mir dann die Preise und Umsatzzahlen für meinen Vater merken, wenn um das Bier verhandelt wurde,“ erzählt der Sohn des Kaufmanns. „Mein erster Schluck Bier? Das war natürlich ein Grein-Bier!“

 

wn-senDer begeisterte Bierliebhaber, Neumaier senior, beschäftigte sich nach seiner Pensionierung noch lange mit der Wasserburger Biergeschichte. Historisch recherchierte Vorträge, sein Wirken als Regisseur in Filmen über die Stadt und altes Brauchtum sowie das Gründen der „Wasserburger Kellerfreude“ gemeinsam mit seinem Sohn sorgte für seinen hohen Bekanntheitsgrad bei den Wasserburgern.

 

 

 

Die „Kellerfreunde„, deren Dachverband der Heimatverein für Wasserburg und Umgebung
(Historischer Verein) ist, wurden zur Jahrtausendwende von den Neumaiers gegründet. „Nach zwei Jahren Planung und den Vorbereitungen in den Bierkellern bieten wir nun schon seit 2002 Führungen an. Den größten Anteil nehmen dabei die gebuchten Führungen bei freier Terminwahl ein,“ so Neumaier junior.

Die beliebten öffentlichen Führungen in den Wasserburger Bierkatakomben finden ein- bis zweimal im Monat statt, die nächste Führung ist am Samstag, 10. Dezember, um 10 Uhr. Mehr Informationen zu den „Wasserburger Kellerfreunden“ und ihren historischen Führungen unter www.wasserburg.de/de/bierkatakomben und bei der Gäste-Info der Stadt Wasserburg. 

HF

 

Impressionen der Grein-Brauerei:

Mitarbeiter der Brauerei Grein bei der Eisgewinnung auf der Kapuzinerinsel –  „Kapuzinerlacke“:

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Brand der Melzerei, 1912:

Wiederaufbau nach dem Brand, 1912:

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Weitere Folgen zur Serie „Was die Großeltern noch konnten“:

Was die Großeltern noch konnten

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2 Gedanken zu „Was die Großeltern noch konnten

  1. Grein Bräu wurde von Löwenbräu München und Bruck Bräu vom Spaten Bräu übernommen, die Brauerei Fletzinger blieb immer eigenständig.

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    1. Stephan Helmstreit

      Die überaus interessante Führung in die Wasserburger Bierkatakomben sind durchaus zu empfehlen und sind unbedingt bei einem Besuch der historischen Stadt Wasserburg einzuplanen.

      Ein herzliches Grüß Gott und vielen Dank an „Die Kellerfreunde“, besonders an Witgar Neumaier Junior, der uns fachkundig durch die Erlebniskeller führte, von der „Delegation“ aus Kiefersfelden.

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