Viel gelacht, viel geklatscht

„Der Hunderter im Westentaschl“: Noch zweimal Theaterspaß in Waldhausen

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Mehrere Monate lang wurde fleißig geprobt, Texte gelernt, Rollen einstudiert und das Bühnenbild gebaut. Am kommenden Wochenende führt die erfahrene Theatergruppe des Trachtenvereins Waldhausen – unter ihren bewährten Regisseuren Peter Albert und Christian Fill – noch zweimal den lustigen Dreiakter „Der Hunderter im Westentaschl“ auf. Starken Applaus gab’s bereits anhaltend: Das Premieren-Publikum amüsierte sich köstlich …

Unser Foto oben zeigt Schneidergeselle Girgl alias Wolfgang Maier mit dem Schneidermeister Gaißreiter alias Hans Kirmaier. Die Beiden brillieren in ihren Rollen …

… spendete häufig Szenenapplaus und klatschte am Schluss lang anhaltenden Beifall. Schließlich war die schauspielerische Leistung der Truppe hervorragend – und die Lachmuskeln wurden reichlich strapaziert.

Waldhausen. Die blanke Not regiert beim Schneidermeister Sebastian Gaißreiter (gespielt von Hans Kirmaier). Seine arme Frau Barbara  (Fanny Schuhbeck) kann zum Abendessen nur „Köstlichkeiten“ wie Malzkaffee und Sauerkraut auftischen, was den ewig hungrigen Schneidergesellen Girgl (Wolfgang Maier) besonders hart trifft. Geld ist nicht einmal für den notwendigen Faden da, um die Joppe für den Holzknecht Paulus Fallbacher (Alban Kirmaier jun.) fertig zu nähen.

Dabei ist das ohnehin der einzige Auftraggeber, und auch der kann erst beim nächsten Wochenlohn zahlen. Die Untergangsstimmung verstärkt noch der protzige Großbauer Xaver Gössenberger (Christian Krauss – Foto unten rechts), der wegen einer fälligen Schuld von hundert Mark mit der Versteigerung des Anwesens droht.

Auch die hübsche Schneiderstochter Sophie (Sandra Oberleitner – Foto) kann da nicht helfen, obwohl der einzige Sohn des Gläubigers, Andreas (Johannes Kirmaier – links), so schwer in sie verliebt ist, dass er von den Besuchen in ihrer Post-Dienststelle schon eine Briefmarkensammlung zu Hause hat. Aber der Gössenberger hat längst eine betuchte Bauerstochter für seinen Andreas ausgesucht.

Die schwierige Situation erscheint aussichtslos, bis Schneider Gaißreiter ausgerechnet in der Weste seines Erzfeindes einen Fund macht, der seine ärgsten Probleme auf einen Schlag lösen könnte. Ein ausgewachsener Hunderter, in der damaligen Zeit fast ein Vermögen, ist da im Seitentascherl und er stürzt den armen Schneider in einen schweren Kampf mit seinem Gewissen. Nach etlichen Maß Bier im Gasthaus Dietz wird ihm zwar klar, dass er ehrlich bleiben will. Andererseits ist er aber so benebelt,  dass er den Geldschein in eine falsche Weste steckt.

Wie nun der Hunderter um etliche Ecken und durch selbstlose Männerfreundschaft wieder zu seinem ahnungslosen Verlierer zurückkehrt und dabei dem  Finder aus dem Schlamassel hilft, ergibt eine amüsante Geschichte, bei welcher das Schlitzohr Girgl beweist, dass er nicht nur von Leberknödel bis Schmalznudel denken kann. Und weil manche bei jodhaltigem Wasser anscheinend weniger den Schwefel, als ein gutes Geschäft wittern, ergibt sich eine glückliche Wendung mit einer zusätzlichen Überraschung durch einen Geologen (Hans Gröbner).

Es geht zünftig und turbulent zu bei dem Stück mit vielen treffsicheren Pointen und Situationskomik, haarsträubenden Missverständnissen, Verwirrungen und Verwicklungen – und natürlich spielt auch die Liebe eine Rolle.

Die Schauspieler der Theatergruppe Waldhausen sind unter Leitung der Regisseure Peter Albert und Christian Fill voll in ihrem Element. Gabi Schmid ist wieder als Souffleuse aktiv. Die von Bettina Fill und Erika Heindl als Maskenbildnerinnen geschminkten Laiendarsteller reißen die Zuschauer zu Lachsalven hin.

Weitere Aufführungstermine in der Turnhalle in Waldhausen:

Freitag, 12. und Samstag, 13. Oktober, jeweils um 20 Uhr.

Für Speisen und Getränke ist gesorgt. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Beginn.

Kartenreservierung bei Agnes und Georg Fill unter 0175 / 2 17 73 80 oder 08074 / 511.

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