… und hoffnungsvoll zugleich!

Rott: Stehende Ovationen für den Wasserburger Bach-Chor, die Instrumentalisten und Solisten

image_pdfimage_print

Stehende Ovationen für den großen Wasserburger Bach-Chor und seine Instrumentalisten wie Solisten: Für einen unvergesslichen Abend in der festlich illuminierten Rotter Pfarrkirche! Mit dem Abend zuvor in Wasserburg gab es zwei volle Häuser hintereinander. Als imposantes Hauptwerk war das Requiem d-moll von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören, das alle Emotionen in sich trägt: Angst, Wut, Verzweiflung, Traurigkeit, aber auch Hoffnung und Trost. Unser Bericht, unsere Bilder …

Fotos: Renate Drax

Das Geheimnis seiner einzigartigen Faszination liegt in der Musik selbst. Sie bezieht sich in den kraftvollen Chor-Fugen einerseits auf die Wurzeln des Barock, andererseits steigert sie sich in typisch neapolitanisch-opernhaften Elementen zu unglaublicher Intensität. Es ist Musik, die jeden Menschen betrifft: Eine Musik ohne Antwort. Sie endet so, wie sie begann …

Ein großes Kompliment geht mit diesen Worten ganz besonders auch an sie: Angelica Heder-Loosli (Foto) hatte die Gesamtleitung der Abende! Mozarts Ende kam viel zu früh. Am 5. Dezember 1791 starb er mit nur 35 Jahren – mitten in der Arbeit an diesem, seinem letzten Werk, dem Requiem. Es wurde sein eigenes. Klänge der Verzweiflung, so kraftvoll und stark, dass sie unmittelbar berühren – und so direkt, dass es für die Dirigentin wahrlich nicht leicht war, die nötige Distanz zu wahren

Ein einmaliges Erlebnis auch die vier Gesangs-Solisten – mal allein, mal im Duett, mal im Quartett zu hören: Roswitha Schmelzl, Sopran – Luitgard Hamberger, Alt – Christian Zenker, Tenor – Raphael Sigling, Bass (unser Foto).

Mit dem berühmten Klarinettenkonzert A-Dur KV 618 von Wolfgang Amadeus Mozart und mit der beeindruckend gefühlvoll interpretierenden Marlene Noichl (Foto unten) als Solistin an der Klarinette – so hatte der Konzertabend begonnen, der einen Tag zuvor schon im Rathaussaal in Wasserburg begeistert hatte.

Mozarts Klarinettenkonzert weicht nicht von der üblichen Konzertform mit drei Sätzen ab und zeigt doch – dank seiner auf das Wesen des Soloinstruments ausgerichteten Gestaltungsmittel – einen höchst individuellen Charakter. Ein kammermusikalisch besetztes Orchester (es spielten Mitglieder des Grassauer Blechbläser-Ensembles gemeinsam mit dem Bach-Collegium Wasserburg) stützten den vorwiegend gesanglich angelegten Klarinettenpart, umspielten ihn, ohne je in den Vordergrund zu treten, und nur im ersten Satz (Allegro) bereitete es mit einem ausgedehnten Vorspiel den Auftritt des Soloinstruments vor. Marlene Noichl hauchte ihm einen zarten wie kraftvollen Tanz der Töne ein.

Die Klarinette nimmt das präsentierte Hauptthema auf und macht es sich zu Eigen, indem sie, ihre hohen und tiefen Register spielerisch gegeneinander stellend, mit sich selbst dialogisiert.

Auch der Beginn des zweiten Satzes (Adagio) gehört sogleich ihr – Mozarts Wertschätzung der Klarinette, die mit seinem Konzert den ersten Triumph ihrer solistischen Karriere erlebte. Das Finale (Rondo) schließlich tänzerisch im 6/8-Takt mit brillanten Passagen für die Klarinette und getragen von ganz irdischer Heiterkeit …

Der Bach-Chor Wasserburg unter der Gesamtleitung von Angelica Heder-Loosli vereint fast 70 Sängerinnen und Sänger. Ein imposanter Anblick, ein imposanter Klang …

Wie Mozart, der sich gerade in seinen letzten Jahren viel mit Bach und Händel beschäftigt hat, besann sich aber auch der Wasserburger Bach-Chor seines Namenspatrons und brachte auch noch die zuversichtlich-tröstliche Trauer-Motette „O Jesu Christ, meins Lebens Licht“ BWV 118 zur Aufführung.

Der Abend in Rott war Erdenmusik voller menschlicher Empfindungen. Ja, Angst, Wut, Verzweiflung, Traurigkeit – und doch am Ende so hoffnungsvoll zugleich!

Tosender Applaus und Blumen …

Die Sopranistin Roswitha Schmelzl …

Die Altistin Luitgard Hamberger …

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren