Staudham: Grünes Licht für Schechtl-Projekt

Stadtrat genehmigt Bebauungsplanänderung - Und an den Kiebitz wird auch gedacht

image_pdfimage_print

Mit der 3. Änderung des Bebauungsplans „Staudham“ brachte der Wasserburger Stadtrat gestern bei seiner letzten Sitzung vor Weihnachten ein Bauprojekt der Firma Schechtl aus Edling auf den Weg. Der Maschinenbauer, bei dem mittlerweile über 100 Mitarbeiter tätig sind, will ganz in der Nähe seines Stammsitzes ein neues Produktionsgebäude auf Wasserburger Stadtgebiet errichten.

Das soll im Gewerbegebiet an der B304 entstehen und direkt an die bestehenden Gewerbegebäude wie den Aldi-Supermarkt (in der Grafik, graue Fläche, Mitte oben) anschließen. Projektplaner Christian Hallweger und Maria Schechtl waren bei der Sitzung anwesend. Hallweger stellte den Planungsstand vor und ging auch auf erste Details ein. So soll der Baukörper, der insgesamt 72 Meter lang werden soll, mehrmals optisch und baulich unterbrochen werden, um so seine „Wucht“ zu verlieren.

Bei der geplanten Höhe von zwölf Metern könne man aber keine Abstriche machen. „Wir wollen natürlich so niedrig wie möglich bauen, den Volumen kostet Geld. Aber das Gebäude muss auch funktional sein. Es braucht hohe Kräne, um große Maschinen bewegen zu können.“

Dazu Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring): „Natürlich ist das kein kleines Objekt. Aber wenn ich mich auf der geplanten Bauparzelle umdrehe und Richtung Reitmehring schaue, sehe ich ganz andere Industrieanlagen. Da ist der geplante Neubau direkt niedrig.“

Natürlich kam auch das schützenswerte Kiebitz-Brutgebiet zwischen Staudham und Reitmehring zur Sprache. Untere und höhere Naturschutzbehörden sind in das Projekt mit einbezogen. Landschaftsarchitekt Harald Niederlöhner nahm bei der Stadtratssitzung dazu Stellung und sagte unter anderem, man müsse die Bauarbeiten zeitlich so abstimmen, dass sich der Kiebitz an die neue Kulisse gewöhnen könne. Außerdem solle man auf die Begrünung durch große Bäume verzichten. Letztere meide der Kiebitz, weil sie als Ansitz für Raubvögel dienen könnten.

Christian Stadler (Grüne) wollte festgesetzt wissen, dass sich die Werbeanlagen an dem neuen Produktionsgebäude im Rahmen hielten. „Wir sollten da Einfluss auf Größe, Beleuchtung, Anzahl und Anordnung nehmen“, so Stadler.

Eine Lanze für die Firma Schechtl brach Lorenz Huber (Bürgerforum), der bei dem Edlinger Maschinenbauer seit 29 Jahren beschäftigt ist. „Das ist ein absolut vorbildlicher Arbeitgeber. Schechtl liefert mittlerweile seine Abkantmaschinen für Bleche in die ganze Welt. Wir bauen da nichts für ein paar Monate. Unsere Maschinen leben Jahrzehnte, sind damit auch nachhaltig.“

Der Stadtrat brachte die Bebauungsplanänderung schließlich ohne Gegenstimmen auf den Weg. Schechtl kann weiter planen. HC

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.