Smartes Wasserburg

„Die Digitalisierung im Dienste der Menschen" war Thema bei der CSU

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Die Digitalisierung der Gesellschaft, der Einsatz digitaler Technologien in allen Lebensbereichen, ist in vollem Gange. Das belegen zum Beispiel 58 Millionen Deutsche, die täglich WhatsApp benutzen oder die Tatsache, dass in Deutschland 81 Prozent der über 14-Jährigen ein Smartphone besitzen. Das zeigt auch, wie gewollt diese Entwicklung von den Bürgern ist. „Für die Digitalisierung gibt es keinen Stoppknopf“, macht die Moderatorin beim Infoabend der Wasserburger CSU,  Heike Maas, klar.

Deswegen ist es für Maas als Bürgermeisterkandidatin der CSU auch notwendig, dass über digitale Technologien für alle Zukunftsherausforderungen in der Stadt nachgedacht wird. „Wir müssen die Digitalisierung aktiv gestalten“, sieht sie die kommunale Aufgabe und fordert eine Digitalstrategie. Die Stadt könne wesentlich dazu beitragen, dass digitale Anwendungen den Menschen Mehrwert bringen. Maas spannt den Bogen der kommunalen Aufgaben von technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen über Anreize, Bildung und Bürgerinformation bis zur Rolle des Kümmerers. Entscheidend sei aber vor allem, dass die Stadt vorausschauend agiert, Vorstellungen für digitale Lösungen entwickelt und entsprechende Ziele formuliert.

Dabei sieht Maas in der Digitalisierung „weder ein Allheilmittel noch hat sie einen Selbstzweck, sondern sie soll ein Werkzeug für die Menschen sein“. Nicht zuletzt weil digitale Lösungsansätze auch Ängste hervorrufen und tatsächlich Gefahren bergen, müsse der Sicherheit der Anwendungen große Bedeutung zugemessen werden. In diesem Spannungsfeld waren die Referenten des Abends ausgewählt worden. Mit ganz konkreten Beispielen sollten die Chancen und Risiken aufgezeigt werden. Dabei ging es laut Maas nicht um ein Patentrezept, sondern man wolle greifbar machen, „was mit Digitalisierung alles möglich ist, um unseren realen Lebenswert zu verbessern, und wie die bestehenden Risiken beherrscht werden können“.

Markus C. Müller, der Geschäftsführer und Gründer der Nui Care GmbH aus München, stellte seine App vor, die pflegenden Angehörigen den Alltag erleichtern soll. Je nach Schätzung sind in Deutschland 3,3 bis 5,2 Millionen Erwerbstätige in die Pflege von Angehörigen involviert, durchschnittlich sind sie damit täglich rund 3 Stunden befasst. Die wachsenden Belastungen wirken sich merklich auf den Lebenswert und die Arbeitskraft der Betroffenen aus. Kern der App ist die Organisation und Verteilung der Aufgaben im Angehörigenkreis sowie die zielgerichtete Kommunikation dazu. Zweiter Hauptbestandteil von Nui ist die Unterstützung der Angehörigen bei der Suche nach Unterstützung und Förderung. Die App führt dabei über einen Chat-Bot Schritt für Schritt bis zur Leistungsbeantragung.

Roman Heimbold, Geschäftsführer und Gründer der Atalanda GmbH, aus Freilassing präsentierte die gleichnamige Online-Plattform für regionalen Handel, Dienstleistungen, Veranstaltungen und Gastronomie. Die Kernidee des bereits sehr erfolgreichen Start-ups ist die digitale Auffindbarkeit von Städten und Landkreisen. Die digitale Sichtbarkeit von regionalen Angeboten ist ausschlaggebend, um den sogenannten ROPO-Effekt zu nutzen – research online, purchase offline, der Umstand, dass Konsumenten sich im Internet informieren, dann aber im Laden einkaufen beziehungsweise Angebote vor Ort nutzen. Atalanda unterstützt regionale Träger ganzheitlich bei der Entwicklung des notwendigen Teilnehmer-Netzwerks, bei der technischen Ausgestaltung der Anwendung und Anbindungen bis hin zur Vermarktung der Plattform.

Martin Kaltenhauser-Barth, Teamleiter der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH, aus Rott hatte eine kurze Vorstellung der Münchner Quartiersboxen mitgebracht. Die von den Stadtwerken München betriebenen Quartiersboxen sind ein Schließfachsystem für regionale Auslieferungen oder Sharing-Initiativen von Bürgern. Verbunden werden die Quartiersboxen in München mit automatischen Lade- und Ausleihstationen für eBikes und eTrikes für den Lastentransport.

Maximilian Gilg aus Rosenheim schloss den Abend mit Überlegungen zur Datensicherheit. In seiner Funktion als „Ethical Hacker“ – ein Spezialist für die Beurteilung von Computersicherheit – berichtete Gilg, wie die Risiken in der Nutzung digitaler Anwendungen minimiert werden können. Ein wesentlicher Aspekt ist die laufende Aktualisierung der auf den digitalen Geräten installierten Software. 13 Prozent aller Computer weltweit sind aktuell irgendwie mit Schadsoftware infiziert, aber weniger als drei Prozent der Computer, die alle aktuellen Updates installiert haben. Bei in diesem Sinne sachgemäßem Umgang mit digitalen Anwendungen sind nach Gilgs Ansicht die analogen Alltagsgefahren – zum Beispiel beim Schreiben von WhatsApp-Nachrichten während des Autofahrens – erheblich gravierender als originär digitale Bedrohungen.

 

Foto oben (von links): Martin Kaltenhauser-Barth, Teamleiter Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH; Wasti Friesinger, Vorsitzender JU Wasserburg Land, Heike Maas, CSU Bürgermeister-Kandidatin Wasserburg, Maximilian Gilg, Ethical Hacker; Roman Heimbold, Geschäftsführer Atalanda GmbH; Wolfgang Schmid, Vorsitzender CSU Wasserburg; Markus C. Müller, Geschäftsführer Nui Care GmbH; Maxi Raab, Stellvertretender Kreisvorsitzender JU Rosenheim Land.

 

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