Sehnsucht als roter Faden

Weihnachtskonzert des Wasserburger Kammerorchesters

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Das Weihnachtskonzert des Wasserburger Kammerorchesters findet heuer am Samstag, 15. Dezember, um 20 Uhr im historischen Rathaussaal statt. Als Highlight wartet das Orchester mit dem Klavierkonzert Nr. 1 von Frédéric Chopin auf. Solistin ist die dem Wasserburger Publikum bestens bekannte Lei Meng.

Die weiteren Werke spannen mit Schubert, Tschaikowsky, Piazzolla und Pärt einen breiten Bogen von der Klassik über die Romantik bis hin zur Moderne. Allen gemeinsam ist der sehnsuchtsvolle Charakter, der sich als roter Faden durch den Abend zieht.

Chopins erstes Klavierkonzert gilt als eines der wichtigsten und größten Klavierkonzerte des 19. Jahrhunderts. Es ist virtuos und technisch höchst anspruchsvoll und hat dabei wundervoll innige Momente. Mit seinen lyrischen Elementen ist es ein typisches Konzert der musikalischen Romantik. Solistin ist Lei Meng, eine als Teilnehmerin des Klaviersommers dem Wasserburger Publikum seit vielen Jahren bekannte und großartige Künstlerin. Die ehemalige Schülerin von Klaus Kaufmann unterrichtet aktuell an der Musikschule Grassau und am Salzburger Mozarteum.

Wie ein roter Faden zieht sich das Motiv der Sehnsucht auch durch die weiteren Werke des Abends –und vielfach auch durch die Biografien der Komponisten. Ebenso wie Chopin zählt Peter Tschaikowsky zu den herausragenden Komponisten der Romantik, und bei beiden Komponisten prägte Sehnsucht deren Wesen und Stil. Die „Elegie“, die das Kammerorchester zur Aufführung bringt, ist ein Mittelsatz aus Tschaikowskys Streicherserenade mit langen, ausschweifenden Melodien und einem sehr innigen Charakter.

Sein Leben lang war Franz Schubert auf der Suche nach Anerkennung. Licht und Schatten, Dur und Moll, Eintrübung und Freude finden sich in seinen Werken stets direkt nebeneinander. Die „Valses Nobles“ umfassen mehrere recht volkstümliche Walzer. Manche klingen unbeschwert, andere haben eine melancholische Note. Konzertmeisterin Michaela Schüle wird bei einigen Walzern als Solistin zu hören sein.

Mit Astor Piazzolla nähert sich die Auswahl der Werke dann der Gegenwart. „Oblivion“ ist ein langsamer Tango und damit per se ein Paradestück für Leidenschaft und Sehnsucht. Piazzolla, der den Tango Argentino im 20. Jahrhundert neu gestaltete, rang Zeit seines Lebens nach Anerkennung. Heute gehören seine Werke zum Standardrepertoire und werden häufig aufgeführt. In der Vergangenheit war dies durchaus anders. Auch hier ist wiederum eine Solistin aus den eigenen Reihen zu hören: Marjorie Danzer ist Stimmführerin in der Viola.

Wie Piazzolla suchte der Este Arvo Pärt nach einem eigenen Stil im 20. Jahrhundert. Besonders deutlich wird das sehnsuchtsvolle Element in seinem „Cantus in Memoriam Benjamin Britten“, der 1980 enstand und seinem wenige Jahre zuvor verstorbenen Musikerkollegen aus England gewidmet ist. Pärt hätte Britten gerne kennengelernt, was wegen des Eisernen Vorhangs undurchführbar war. Das Werk ist von Dreiklängen und Tonleitern geprägt und hat kontemplativen Charakter.

Im Wasserburger Kammerorchester musizieren Laien und Profis seit mehr als 40 Jahren zusammen und bereichern das Kulturleben der Stadt an der Innschleife regelmäßig mit Konzerten. Dirigent ist in bewährter Weise Stefan Unterhuber.

Karten gibt es im Vorverkauf bei allen Filialen der Sparkasse Wasserburg, unter ticketservice.sparkasse-wasserburg.de oder unter Telelfon 08071/101-3333. PH

 

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