Sauberes Trinkwasser oberstes Ziel

Vielfältige Zwischenfrüchte und Untersaaten schützen Fuchsthaler Quellen

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Landwirte und die Stadtwerke Wasserburg arbeiten im Wassereinzugsgebiet Fuchsthal seit Jahren gemeinsam an der Verringerung des Nitrateintrags ins Grundwasser. Nun trafen sich die Partner der freiwilligen Kooperation zum Trinkwasserschutz auf Äckern bei Hebertsham in der Gemeinde Eiselfing, um sich über das Gelingen der Wasserschutzmaßnahmen im Jahr 2019 auszutauschen.

Landwirt Josef Sonnenholzner hatte hier auf einem zweigeteilten Feld zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Sommer Zwischenfrüchte ausgesät. So konnte die Entwicklung zu versetzten Saatzeitpunkten nach Wintergerste auf der einen und Winterweizen auf der anderen Seite verglichen werden. „Die langen Tage im Juli geben der Zwischenfrucht nach Wintergerste einen großen Vorsprung“, berichtete Sonnenholzner. „Sofort nachdem das Stroh abtransportiert war, habe ich die Stoppeln bearbeitet und kurze Zeit später vor einem vorhergesagten Regen eingesät“, fügte der Milchviehhalter hinzu. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist er überzeugt, dass das System mit früher Einsaat „eigentlich immer klappt, da in der Regel noch Restfeuchte im Boden ist“.

„Die passende Bodenbearbeitung und ein frühzeitiger Anbau von Zwischenfruchtmischungen sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit dann auch eine optimale Durchwurzelung des Bodens sichergestellt wird“, erklärte Wasserschutzberater Philipp Maier vom Agrarbüro Ecozept aus Freising, der das Projekt leitet. Dadurch könne möglichst viel überschüssiges Nitrat in der Pflanzenmasse gebunden werden. Erst im nächsten Frühjahr bei wärmeren Temperaturen wird der Großteils über den Winter abfrierende Bewuchs wieder zersetzt und die Nährstoffe kommen der Folgekultur Mais zu Gute.

Die Teilnehmer konnten sich auf der Fläche von Sonnenholzner von der guten Bodenstruktur und Durchwurzelung überzeugen. Der Zwischenfruchtanbau bietet dem Betriebsleiter auch ein sinnvolles Zeitfenster für die Ausbringung von Gülle auf Ackerflächen. Dies bestätigen die jährlich von Ecozept durchgeführten Bodenproben im Herbst, die nach Nitrat-Stickstoff untersucht werden. „Die Zwischenfrüchte liefern jedes Jahr die niedrigsten Werte und können bei früher Aussaat auch moderate Güllegaben sehr gut verwerten“, berichtet Zwischenfruchtexperte Maier. Dadurch werde „die Bodenbiologie gleich mehrfach belebt“, was „der langfristigen Bodenfruchtbarkeit zu Gute kommt“.

 

Zweites Thema der Feldbegehung waren die Untersaaten auf Maisflächen. Auf den Flächen von Rupert Vodermaier und Heinrich Maier konnten verschieden üppige Grasbestände verglichen werden. Die Teilnehmer diskutierten gemeinsam über die wahrscheinlichen Ursachen dieser Unterschiede. Seit mehreren Jahren werden im Gebiet kurz nach der Maisaussaat im Juni Gräser in den wachsenden Mais eingesät. Schon während des Sommers sollen die Gräser ihr Wurzelsystem ausbilden. Nach der Maisernte können sie sich dann richtig entwickeln und bilden einen schützenden Pflanzenteppich, der Nährstoffausträge vermeidet. Vodermaier und Maier waren mit der Untersaat und den davon unberührt guten Maiserträgen auf ihren Feldern zufrieden. „Die Untersaaten sind eine sehr anspruchsvolle ackerbauliche Maßnahme, haben dieses Jahr aber überall funktioniert“, fasste Philipp Maier zusammen. Mit einer gewissen Spannbreite der Herbstentwicklung müsse man leben und im nächsten Frühjahr können auch bis dato schwächere Bestände noch gehörig anschieben.

Josef Mayer, Betriebsleiter des Wasserwerkes der Stadtwerke Wasserburg, zeigte sich überzeugt von dem Wert der Freiwilligen Kooperation. „Die Nitratwerte in den Brunnen sind stabil mit leicht sinkender Tendenz”, betonte er. Er fügte aber auch hinzu, „dass die Landwirte ihre Anstrengungen unbedingt fortführen müssen, weil man im Fuchsthaler Grundwasser heute erst misst, was vor vielen Jahren auf den Flächen passiert ist”. “Deshalb wird sich die Bedeutung der gelungenen Winterbegrünungen von 2019 erst langfristig in den Analysewerten des Trinkwassers widerspiegeln können”, sind sich Mayer und sein Stellvertreter Thomas Bernhart sicher.

Die Landwirte wiederum sind sich durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Kooperation der Puffer- und Filterfunktion ihrer Böden immer mehr bewusst. Der Boden soll ganzjährig vor Auswaschung geschützt werden. Dafür werden sie weiter daran arbeiten, die Praxistauglichkeit der Grundwasserschutzmaßnahmen zu verbessern.

 

Foto: Bei der Feldbegehung in hervorragend entwickeltem Zwischenfruchtbewuchs: Landwirte zusammen mit Betriebsleiter Josef Mayer, dessen Stellvertreter Thomas Bernhart  und dem Wasserschutzberater von Ecozept Philipp Maier.

 

 

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