Nur wer die Sehnsucht kennt …

Interkultureller Austausch mit Musik und Literatur: Japan zu Gast in Rosenheim

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japanVergängliche Spuren – so titelte die Einladung zu einer Lesung von Gedichten mit Bildern und Musik in den Konzertsaal der Musikschule Rosenheim. Der 1. Vorsitzende des Fördervereins der Städtepartnerschaft zwischen dem japanischen Ichikawa und Rosenheim, Udo Satzger, freute sich sehr, Anton Heindl, den 2.Bürgermeister sowie Dr. Beate Burkl, 3. Bürgermeisterin der Stadt Rosenheim und Akihiro Asano, Generalsekretär der Deutsch-Japanischen Gesellschaft aus München begrüßen zu dürfen. Zu gast war nicht nur die Autorin Miki Sakamoto, sondern auch das BonaDea Trio, drei junge Künstlerinnen …

… die der Lesung den musikalischen Rahmen gaben. Mit hervorragenden musikalischen Darbietungen am Klavier (Hisako Yoshikawa), Violine (Tanja Conrad) und Cello (Shoko Matsuyama) vermochten die drei Damen zusammen mit der Lesung von Miki Sakamoto das Publikum auf eine ganz besondere Reise zu nehmen.

Zu Beginn ihrer Lesung, erklärte Miki Sakamoto, warum Japaner Gedichte schreiben. „Viele Japaner schreiben Gedichte um Gefühle, Erlebtes, Gehörtes oder Gesehenes auszudrücken“, so Sakomoto.

Mit dieser fernöstlichen Naturlyrik, schlicht, dennoch nicht oberflächlich, wahrhaftig, eine Beschreibung des Augenblicks, verzauberte Sakamoto das Publikum. Gerade das Wechselspiel von Musik und Lesung ließ den Abend wie im Flug vergehen und schaffte einen fließenden Übergang von Klassik und Lesung. Die Symbiose von Musik und Literatur schaffte eine Atmosphäre im Konzertsaal, die nur schwer zu beschreiben ist. Das Einleitungsstück: „Nur wer die Sehnsucht kennt“ von Tschaikovsky stimmte den Konzertbesucher auf die folgenden Gedichte ein.

In der sehr feinsinnigen Lesung von Miki Sakamoto konnte der Zuhörer große Sehnsucht nach dem fernen Land Japan, aber auch Dankbarkeit und Demut am Leben sein zu dürfen und die Jahreszeiten zu durchleben, spüren.

Zu Gedichten wie „Wiesenblumen“, „Frühlingssonne“ oder „Fallende Blätter“ oder „Fern der Sonne“ visualisierten die im Hintergrund gezeigten Bilder nochmals mehr das gesprochene Wort von Sakamoto, abwechselnd auf Deutsch und Japanisch. Musik von C. Saint-Saens „der Schwan“, G. Fauré oder die Nocturne von F. Chopin leiteten stimmungsvoll die nächsten Gedichte ein.

Der Förderverein Rosenheim-Ichikawa hat es sich zum Ziel gemacht, japanische Kultur, Lebensweise und interkulturellen Austausch zwischen unseren Ländern zu fördern. Dies geschah an diesem Abend auf sehr hohem Niveau.

Die Konzertbesucher genossen den japanischen Esprit von Miki Sakamoto, ihrer empathischen Art, Gedichte zu verfassen und diese vorzutragen und den musikalischen Hochgenuss klassischer, herzanrührender Musik. Zudem signierte die Autorin die von der Buchhandlung Bensegger bereitgestellten Exemplare ihrer Bücher, sowie ihren neuesten Gedichtband „Vergängliche Spuren“.

Nach dem begeisterten, anhaltenden Applaus des Publikums verabschiedete Udo Satzger mit einem Blumengruß die Künstlerinnen und dankte ihnen für einen sehr stimmungsvollen Abend.

 

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