Neue Verkehrsregelung für Altstadtkern 

Beschränkung gilt allerdings nur am Wochenende und tritt ab 27. März 2021 in Kraft

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Jahrelang wurde über das Thema „Verkehrsberuhigung in der Altstadt“ hitzig debattiert. Verschiedene Ansätze wie „Fußgängerzone“ oder die „Pfostenlösung“ wurden vorgeschlagen und wieder verworfen. Jetzt hat sich der Stadtrat einstimmig auf einen Kompromiss geeinigt, der Kraftfahrzeuge aller Art am Wochenende aus dem Stadtkern verbannt (wie kurz berichtet).

Betroffen davon ist die Hofstatt, die Färbergasse, ein kurzes Stück der Schustergasse und die Herrengasse. Die Regelung gilt samstags von 10 bis 24 Uhr und am Sonntag ebenfalls von 10 Uhr bis Mitternacht. Gesperrt wird die gesamte Zone für Autos und Motorräder, aber auch für Roller oder Mofas. Fahrräder, auch E-Bikes, sind erlaubt. Samstagnacht ab 0 Uhr bis Sonntagmorgen 10 Uhr darf der Bereich befahren werden. Ausgenommen vom Autoverbot sind Anwohner, Anlieger, Lieferanten und Kirchgänger. 

Weil wegen der Pandemie die Lage derzeit schwer genug sei, kündigte Bürgermeister Michael Kölbl den Start der neuen Regelung für den 27. März 2021 an. „Da beginnen auch wieder die musikalischen Samstage“, so Kölbl.

 

Im Vorfeld hatte Kölbl das Gespräch mit der Polizei gesucht, die informelle Kontrollen durchführen, aber zumindest anfangs keine Bußgelder verhängen wird. „Wir wollen dem Fußgängerverkehr mehr Gewicht einräumen und zum Flanieren einladen“, so der Bürgermeister, der mit dem gefundenen Kompromiss nun auch den Zuspruch der Bevölkerung erhofft.. Es sei darum gegangen, die unterschiedlichen Interessen aller zu bündeln, aber auch zu signalisieren, dass die Stadt für verkehrsberuhigende Maßnahmen aufgeschlossen sei.

 

Enttäuscht zeigte sich Christian Stadler (Grüne): „Wir hätten uns deutlich mehr erwartet, aber man muss es eben ausprobieren.“ Er werde jedenfalls mit seiner Fraktion die Regelung kritisch begleiten und weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung vorantreiben, „es ist aber wichtig, dass überhaupt etwas beschlossen wurde.“ Für Friederike Kayser-Büker (SPD) ist es ein Schritt in die richtige Richtung: „Es ist ein Anfang gemacht.“ Auch Lorenz Huber (Bürgerforum Wasserburg) zeigte sich zufrieden: „Mit diesem Kompromiss können wir gut leben.“ Heike Maas (CSU) kann mit ihrer Fraktion die Regelung zwar mittragen, aber: „Wir sehen nach wie vor keinen Handlungsbedarf.“ Ihrer Meinung nach hätte man alles so lassen können, wie es ist.

Schließlich stimmte der Stadtrat einstimmig für die neue Maßnahme.

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3 Kommentare zu “Neue Verkehrsregelung für Altstadtkern 

  1. Ein gelungener Kompromiss. Die paar Geschäfte, deren Produkte tatsächlich ein Auto zum Transport benötigen könnten, sind zumindest bis 10 Uhr erreichbar, was allen zu zumuten ist.

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  2. Und hoffentlich ist das leidige Thema jetzt vom Tisch.

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    1. Ob das leidige Thema vom Tisch ist, wird sehr davon abhängen, dass durch die neue Regelung auch der gewünschte Effekt eintritt. Eine “Anlieger frei”-Regelung ist bekanntlich recht schwammig, denn irgendein Anliegen kann schließlich jeder Durchfahrer vorbringen.
      Das Thema ist also dann vom Tisch, wenn die Wasserburger Autofahrer Vernunft und Rücksicht walten lassen und nicht ihre persönliche Bequemlichkeit und den Egoismus über alles andere stellen. Mit anderen Worten: mit hoher Wahrscheinlichkeit wird uns das Thema noch sehr, sehr lange beschäftigen

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