Mehrwertsteuer: Mit Wumms zurück!

Ab kommenden Freitag heißt es: Alles auf Anfang - Von 16 auf 19 Prozent und von fünf auf sieben Prozent ...

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Zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember 2020 konnten und können noch die kommende Woche Verbraucher von niedrigeren Mehrwertsteuersätzen profitieren – ab dem kommenden Freitag, 1. Januar 2021, heißt es: Alles auf Anfang. Die auf ein halbes Jahr befristete Senkung der Mehrwertsteuersätze von 19 auf 16 Prozent und von sieben auf fünf Prozent läuft zum Jahresende aus. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat das Ende der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer verteidigt. Man habe in erster Linie den Konsum wieder ankurbeln und der durch die Corona-Pandemie in Mitleidenschaft gezogenen Wirtschaft neuen Schub geben wollen …

Entscheidend für die Berechnung der Mehrwertsteuer sei – zwischen den Jahren quasi –  der Zeitpunkt der Lieferung beziehungsweise der Zeitpunkt, an dem die Leistung erbracht wird/wurde …

So wie es bei der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer nicht flächendeckend zu Preissenkungen kam, sei umgekehrt bei der Rückkehr zum regulären Steuersatz auch nicht zu erwarten, dass alle Händler zwangsläufig Preiserhöhungen für die Verbraucher bereithalten – so die Hoffnung.

Im Rahmen der üblichen Preisgestaltung stehe es Unternehmen, Dienstleistern und Geschäftstreibenden frei, ihre Preise beizubehalten. Die Preisangabenverordnung sehe vor, dass Kunden der Endpreis von Fernseher, Friseurbesuch oder Fischbrötchen inklusive aller Steuern und Nebenkosten angegeben werden müsse.

Nur bei Verträgen, in denen die Mehrwertsteuer separat ausgewiesen sei, könne der Kunde also überhaupt nachvollziehen, wie sich der aktuelle Mehrwertsteuersatz auf den Endpreis auswirkt.

Für die Gastronomie hat der Gesetzgeber allerdings abweichende Regelungen zur befristeten Senkung der Mehrwertsteuersätze getroffen:

Für Speisen in Restaurants und Gaststätten gilt bis Ende des Jahres ein Mehrwertsteuersatz von fünf Prozent, der dann zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2021 auf sieben Prozent angehoben wird.

Erst ab 1. Juli 2021 werde dann voraussichtlich wieder die Regelbesteuerung von 19 Prozent für den Verzehr im Restaurant und sieben Prozent für Außer-Haus-Verpflegung greifen.

Quelle BR

Foto: Archiv

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13 Kommentare zu “Mehrwertsteuer: Mit Wumms zurück!

  1. das ist noch nicht das ende

    Ja und dann von 19 auf 25, Krankenkassebeiträge erhöhen, Pflege gleich mit dazu, dann Steuern erhöhen und gleichzeitig wieder weniger verdienen ….

    irgendwo müssen ja die ganzen Coronaschulden von Deutschland herkommen – und weil Deutschland auch so dumm ist noch von ganz Europa.

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    1. Ja genau, und wir sehnen uns ja seit Jahren nach Inflation. Jetzt haut erstmal die neue CO2 Steuer rein, da alle unsere Waren irgendwie vom Ölpreis abhängen, schließlich kommen sie ja per LKW.

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      1. Das dicke Ende kommt dann noch, wie von Dir Richtig beschrieben die CO2 Abgabe.
        Es wäre noch verständlich, wenn das Geld dann wirklich Zweckgebunden eingesetzt wird. Nur diese Abgabe versickert irgendwo in einer EU Kasse.
        Es ist auch nicht verständlich, warum die Lufthansa ca. 9 Milliarden Euro Hilfe bekommt, der Luftverkehr gehört zu den großen CO2 Verursachern, dafür holt man sich das Geld beim Bürger.
        Aus Sicht des Staates geht es auch nicht, das der Bürger von den seit längerer Zeit niedrigen Rohölpreisen profitiert. Warum billig tanken und heizen?
        Ich habe in meinem Bekanntenkreis welche, die eine neue Heizung einbauen wollen, als Ersatz für die Ölheizung.
        Fast alle wollen eine Pelets Heizung einbauen.
        Bin gespannt, wann Holzpelets und Brennholz auch besteuert wird.

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        1. Ja, wobei der Holzpreis zunächst mal aus marktwirtschaftlichen Gründen, also wegen höherer Nachfrage und geringerem Angebot steigen wird.
          Dürresommer und Schädlinge werden nur zum Teil durch Holz aus Litauen gedeckt (den Transport und dortige Verhältnisse zu Natur und Mensch zählen wir mal nicht mit), Holz für Konstruktion wird so teuer, dass man schon das ein oder andere Brennholz verbaut und gebaut wird immer mehr. Eine Energievariante prescht immer vor, der Rest wird “nachreguliert”, bis die Marktwirtschaft wankt. Wo es hinführt, sieht man ja in der Landwirtschaft – Nahrungsmittel verheizen ist lukrativer als zum Verzehr anbieten und dann immer schön einen auf Saubermann machen.

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  2. Ach so und jetzt braucht es keinen Schub mehr, weil……??????? Corona vorbei ist?

    Der Impfstoff uns alle heilt?
    Die wirtschaft wieder völlig normal läuft?

    Kann mir jemand das bitte erklären?

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  3. .. Aber bitte bitte, wenn man seit Monaten die Kommentare hier verfolgt, sind min. 80% von dieser Politik begeistert.
    Ich würde vorschlagen, ein Jahr gar keine Steuern….ob Muddi und Uschi jetzt noch eine Billion vom Himmel fallen lassen.. Des macht den Bogg jetzt a nimmer fett,

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  4. Der Mist hat mehr Geld gekostet als er gebracht hat.

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  5. Luxemburg und Malta

    Sind die einzigen europäischen Länder mit einem geringeren Mehrwertsteuersatz als Deutschland. Während des ersten dreiviertel Jahres der Pandemie lagen wir mit den 16% im gesamteuropäischen Vergleich auf Platz 1 des Rankings. Im übrigen sind vergleichbare Unterstützungen der Verbraucher durch Mehrwertsteuersenkungen aus anderen Ländern der EU nicht bekannt. Des weiteren ist Deutschland, wie kein zweites Land in Europa, wirtschaftlich “unbeschadet” durch die Pandemie gekommen. Dass die Zeit danach nicht gänzlich ohne Kompensationssteuern bzw. anderer Beiträge der Bürger vonstatten gehen wird ist natürlich klar. Dafür ist dieses Land bisher aber ohne größere wirtschaftliche und soziale Verwerfungen durch die Pandemie gekommen. Wenn ich allerdings im sozialpolitischen Vorgestern lebe, fällt es natürlich schwer zu akzeptieren dass soziale Absicherung, wie sie in diesem Land europaweit Standards setzt, irgendwie und irgendwo auch ihren Preis hat. Im übrigen ist auch noch nichts bekannt geworden, dass die 2021 greifenden steuerlichen Entlastungen, aufgrund der Gesamtlage wegfallen.

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    1. Welche Standards setzt Deutschland? Das höchste Renteneintrittsalter?

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  6. Betrifft manche Menschen momentan vielleicht nicht, aber es gibt durchaus Standards in Deutschland, von denen Bürger anderer Staaten nur träumen:

    Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen, ALG-I, ALG-II, Sozialhilfe, Hilfen im Katastrophenfall, Unterstützung durch private Organisationen, die auch vom Staat unterstützt werden und und und …

    Es gibt Lebenslagen, die kann man nicht voraussehen, man kann nicht alles planen, man kommt unverschuldet in Situationen und dann glaube ich, ist man in Deutschland nicht ganz verloren.

    Gerade jetzt zeigt sich, dass in Deutschland Hilfen ermöglicht werden, die es in vielen anderen industriellen Ländern der westlichen Welt nicht gibt bzw. überhaupt gar nicht diskutiert werden, aber die Kosten auch Geld.

    Sicher gibt es Defizite, vorallem wenn man es aus seiner eigenen Perspektive sieht, aber die Standards
    von Deutschland auf das Rentenalter zu reduzieren, finde ich jetzt sehr einseitig. Genauso wenig wie Kommentare: bringt alles nichts, haut das Geld raus, ect ect.

    Denke, einigen Kommentatoren geht es bisher sehr gut ohne gravierende Probleme, ich wünsche Ihnen das auch weiterhin.

    Und upps:
    Die MwSt Senkung war von Anfang an auf Ende 2020 begrenzt und läuft aus, aber das war wohl nicht das Thema bei den Kommentaren.

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    1. Ich gebe Ihnen durchaus recht, die Senkung der Mehrwertsteuer war befristet, was aber nicht automatisch bedeutet, dass ab dem ersten Januar bei den betroffenen Betrieben und den arbeitslosen oder kurzarbeitenden Kunden wieder alles rund läuft.
      Sie haben ebenso recht, dass unser Sozialsystem, ich sag mal einigermaßen, funktioniert. Ich möchte jetzt nicht in Somalia sitzen. Allerdings zahlen wir ja auch nicht besonders wenig Steuern und Sozialabgaben, da sollte dann auch ein bisschen was drin sein, Andere europäische Staaten, neben Deutschland, bringen das aber auch ganz gut auf die Reihe. Östereich zahlt zum identischen Arbeitslosengeld wegen Corona regelmäßig ein paar Hundert Euro dazu. Jetzt noch zur Rente, ich weiß ja nicht, als was Sie beschäftigt sind, aber sicher nicht als Zimmerer, Maurer, Schlosser, Messebauer, oder Ähnlichem. Wie soll jemand aus diesen Berufsgruppen bis beinahe siebzig arbeiten? Das läuft auf eine Rentenkürzung hinaus, egal ob durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit oder verfrühtem Rentenantritt. Eine Freundin aus Österreich ist dieses Jahr übrigens regulär mit mit 59 in Pension gegangen. Wo ist unser Sozialstaat jetzt besser?

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  7. Martin+Wimmer,

    sieht so aus, dass wir in einigen Punkten übereinstimmen.

    Wie bereits geschrieben, gibt es auch in unserem deutschen Sozialstaat Defizite.

    Und ja, ich würde gerne früher in Rente gehen, obwohl ich nicht in einem anstrengenden Handwerksberuf arbeite und denke, dass gerade bei der Rente, wie aber auch in vielen anderen Bereichen, noch einiger Handlungsbedarf in und für Deutschland von Nöten ist.

    Aber trotzdem finde ich unseren Sozialstaat gut, wenn auch in einigen Bereichen verbesserungs- und ausbaufähig.

    Also nix für ungut.
    Guten Rutsch ins neue Jahr!

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    1. Dankeschön, ich wünsch Ihnen auch einen guten Rutsch in ein ein glückliches und gesundes neues Jahr!

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