Mehr Parkplätze am Bahnhof

Reitmehring: Um die Förderung nicht zu riskieren, sollen zunächst nur die Stellplätze für Pkw erweitert werden

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Die Einführung des Stundentaktes und die Ausweitung des MVV-Tarifes bis Reitmehring bewegen immer mehr Pendler, ihr Auto am Bahnhof dort stehen zu lassen und mit dem Zug weiterzufahren. Schon jetzt sind deshalb oft alle Parkplätze belegt. Mit der geplanten Elektrifizierung und der Anbindung Wasserburgs an das Münchner S-Bahnnetz wird sich die Lage nochmal verschärfen, weshalb die Park & Ride-Anlage Richtung B 304 jetzt ausgebaut wird. Das beschloss der Stadtrat bei seiner jüngsten Sitzung. Die Kosten belaufen sich auf rund 340.000 Euro.

Die Maßnahme sollte bereits in der Stadtratssitzung am 23. Juli beschlossen werden (wir berichteten). Doch dazu kam es nicht, weil auch die Erweiterung der Fahrradstellplätze miteinbezogen werden sollten. Der Baugrund dafür ist allerdings im Besitz der Bahn, wofür das Unternehmen noch keine Pläne vorgelegt hat. Alternativen für zusätzliche Fahrradstellplätze auf städtischem Grund müssen erst noch erarbeitet und geprüft werden. Im Besitz der Kommune sind dagegen die Flächen, auf denen Pkw-Parkplätze entstehen können, weshalb zunächst nur für die Autos erweitert wird.

Das brachte Christian Stadler (Grüne) bei der Sitzung auf die Palme: „Wir sollten zuallererst alternative Verkehrsmittel stärken, das hätte wirklich Auswirkungen auf den Klimaschutz.“ Es ginge darum, den Individualverkehr zu reduzieren und nicht noch durch die Bereitstellung von Infrastruktur Anreize zu schaffen. Schon jetzt stünden die Fahrräder recht eng beieinander, man brauche mehr Platz für breitere Radlständer.

„Es geht heute nicht um Fahrradstellplätze“, bremste ihn Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann ein, „wir haben einfach noch keine Informationen von der Bahn.“ Die Parkplätze für Pkw seien eindeutig zu wenig. „Ich bitte darum, dem zuzustimmen“, so Herrmann, „damit wir die Zuschüsse nicht verlieren.“ Immerhin: Bei einer Umsetzung der Maßnahme bis 2022 wird eine Maximalförderung von 75 bis 80 Prozent der Herstellungskosten vom Freistaat in Aussicht gestellt.

Wolfgang Schmid (CSU) könnte sich sogar vorstellen, ein zweites Parkdeck obendrauf zu errichten. „Einen Schritt nach dem anderen“, kommentierte die Stadtbaumeisterin seinen Vorschlag. Für die Zukunft schlug Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring – Wasserburg) Parkgebühren vor: „Warum sollten wir beispielsweise für Traunsteiner Pkw-Nutzer mitfinanzieren?“

Mit fünf Gegenstimmen einigte sich der Stadtrat darauf, nächstes Jahr die Parkplätze auf den Weg zu bringen.

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4 Kommentare zu “Mehr Parkplätze am Bahnhof

  1. Bahnfahrerfamilie

    Ich finde die Aussage, dass wegen Traunsteiner Autofahreren Parkgebühren ins Spiel gebracht wurden, reichlich befremdlich.

    Wir wohnen am äußersten Landkreisrand und sind für Studium und Schulausbildung in München Nutzer des Parkplatzes.
    Wir sind aber aufgrund der Nähe zu Wasserburg auch regelmäßige Kunden der Wasserburger Geschäfte oder Ärzte!
    Vielleicht sollte man dies bei seinen Überlegungen mit einfließen lassen.

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    1. Genau das ist das Problem. Der Autofahrer, der in die Stadt fährt zum Arzt, zum Einkaufen oder beruflich, der muss beim Parken zahlen, und derjenige, der mit dem Auto zum Bahnhof aus den vielleicht gleichen Gründen fährt, braucht nichts zahlen. Die Stadt subventioniert einem Betrieb wie der Bahn, die Parkplätze für ihre Kunden. Die fahren ja nicht nur in die Arbeit, sondern auch zum Einkaufen nach Rosenheim oder sonst wo hin. Das ist auf Dauer nicht in Ordnung.

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  2. Es wird wieder von der Wand bis zur Tapete gedacht…

    Statt mehr und mehr Parkplätze zu bauen, wäre es doch genau so möglich mal zu überlegen woher diese Autos kommen…
    Wenn man das geschafft hat, kann man sich auch noch überlegen woher die ganzen Autos in der Altstadt kommen…

    Und wenn man das geschafft hat, könnte man sich mal überlegen ob wir nicht einfach “nur” einen funktionierenden, flächendeckenden, gut getakteten ÖPNV brauchen ?!

    Soll heißen: Stadtbusanbindung für die umliegenden Gemeinden (z.B. Eiselfing, Babensham, Edling, usw) im Stundentakt, abgestimmt auf die Abfahrtszeiten der Züge…

    Das sowas Kurzfristig, vielleicht sogar Mittelfristig nicht Wirtschaftlich ist mag sein, aber wenn damit nicht angefangen wird und somit die möglichkeit nicht vorhanden ist, werden wir es nie schaffen unser Auto das ein oder andere mal stehen zu lassen.

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    1. Sehr geehrter ÖPNV,

      Ihre Anregungen sind gut, helfen aber vielen Pendlern nicht. Es gibt nun einmal viele Menschen die beruflich jeden Tag nach München fahren müssen. Hier muss was getan werden und zwar tiefgreifend. Die wenigsten Berufe sind heute noch mit festen Anfangs- und Endzeiten verbunden. Flexibles Arbeiten ist oft die Regel. Mit einem Takt von 1h ist das noch unattraktiver. Man braucht mit öffentlichen Verkehrsmitteln eh deutlich länger als mit dem Auto (bis zu 1h mehr).
      Zudem kann man dann nicht mitten in der Besprechung aufstehen und gehen. Die Folge man muss eine weitere Stunde warten um den nächsten Zug zu bekommen. Erst ein 20 Minuten Takt würde hier helfen

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