Kunstsegen für Wasserburg

Alle Jahre wieder: Seit 2007 schenkt Pfarrer Bernd Joa der Stadt Bilder, Skulpturen und Raritäten

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Es ist eine wunderbare Aktion, mit der die Kommune seit 2007 traditionell in der letzten Sitzung des Stadtrates bedacht wird. Pfarrer Bernd Joa übergibt Kunstgegenstände für die Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“, die er das Jahr über gesammelt hat. Und die Stadt erweiterte auch diesmal dankbar den Schenkungsvertrag vom 9. November 2007 um die zusätzlichen Exponate. Bei der gestrigen Sitzung des Stadtrates, bei der aus Sicherheitsgründen nur die Hälfte der Räte in der Aula der Mittelschule anwesend waren, unterzeichneten Joa und Zweiter Bürgermeister Werner Gartner die Schenkungsurkunde.

Mit scharfem und kunstsinnigem Blick war Joa 2020 unterwegs und ersteigerte auf eigene Kosten insgesamt 100 Kunstwerke, die allesamt mit Wasserburg verbunden sind. Oft sind es Aquarelle, Ölbilder oder fotorealistische Grafiken, welche die Stadt aus verschiedenen Perspektiven, die Innbrücke oder religiöse Szenen als Motiv haben.

Die Bilder stammen von Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die 80-er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Zu den Schmuckstücken zählt etwa ein Bild des Wasserburger Malers Otto Geigenberger. Im Stil des Expressionismus brachte er eine Stadtansicht von oben auf die Leinwand – das Werk wurde als „Entartete Kunst“ von den Nazis auf den Index gesetzt.

Auch Statuen und Keramiken spürte Joa auf, darunter eine sitzende Madonna um 1700, prächtig bemalte Bodenschalen und reichhaltig verzierte Tintengefäße. Auch Bierkrüge befinden sich unter den Kostbarkeiten. Darunter ein „kleiner Damenkrug“ und „Kinderkrug“, die mit 14 Zentimeter und 10 Zentimeter Höhe deutlich kleiner sind als der normale Krug mit rund 19 cm. „Damen und Kinder vertragen schließlich auch weniger“, kommentierte Joa schmunzelnd die Gefäße. Das älteste Kleinod ist eine Münze aus der Zeit um 1400, die in Wasserburg geprägt wurde und den Löwen zeigt sowie das „S“ für den Wittelsbacher Herzog Stephan III von Bayern-Ingolstadt.

„I schenks eich, wenns wollts“, beschloss Pfarrer Joa schließlich seine Präsentation. Das ließen sich die Stadträte nicht zweimal sagen und beschlossen einstimmig die Erweiterung des Schenkungsvertrages.

Die Sammlung wird im Spital-Museum zu sehen sein. Dort will der Stadtrat, so bald das wieder möglich ist, eine Sonderführung veranstalten.

 

 

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Ein Kommentar zu “Kunstsegen für Wasserburg

  1. Mein aller grösster Respekt geht an Herrn joa wenn nur jeder so für seinen Wahl Heimatort eintreten würde

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