Krippe? Ganz anders …

ARTworld im Advent mit Dominic Hausmann vom AK68 Wasserburg

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Krippe ganz anders: In der ARTworld des Waldhausener Künstlers Georg Mayerhanser sorgt die Ausstellung der Krippen von sechs Künstlern, die sich ihre ganz eigenen Gedanken zum Thema „Weihnachten“ gemacht haben, für Aufsehen. Mit den Vorstellungen einer herkömmlichen Krippenausstellung hat diese Krippenschau nämlich wenig gemein. Aber umso interessanter macht dieser Umstand die Ausstellung mit den Künstlern Dominic Hausmann vom AK68 Wasserburg, Helmut Sollinger …

… Werner Pink, Walter Ziegler, Jørgen May und Georg Mayerhanser. Die einen Besucher zeigten sich völlig überrascht und fanden gar wenig Weihnachtliches an einem Teil der Krippen. Andere wiederum versetzten sich durch die Beschreibungen in die Gedanken der Künstler und zeigten sich erstaunt über die Gedankengänge, die diese sehenswerte Ausstellung erst möglich gemacht hatte.

Nach dem Rundgang durch den festlich erleuchteten Skulpturenpark, der einen immer wieder sehr positiv überrascht, steht der Besucher vor dem glänzend leuchtenden Weihnachtsei Mayerhansers, das untrüglich den Weg ins Atelier zur Krippenausstellung weist.

Hier fällt sofort die „Goldene Cut-Out Krippe des Gastgebers selbst ins Auge. In seiner unverwechselbaren Technik hat Mayerhanser dieses Werk geschaffen, das schon seit Jahren ein unverzichtbarer Anziehungspunkt im „ARTvent“ des Künstler ist. Erst wenn der Betrachter sein Auge von diesem Glanz loslösen kann, kommen die weiteren Krippen zu ihrer gebührenden Aufmerksamkeit.

Ist es Absicht oder nicht, dass ausgerechnet das Werk des 33-jährigen Holzbildhauers Dominic Hausmann, dem Vorsitzenden des Künstler-Arbeitskreises AK68 in Wasserburg, hinter dem Blickfang etwas versteckt ist? Er ist zwar persönlich weit weg von allem Christlichen mit diesem Werk (siehe unser Foto oben) – es ist aber trotzdem von der Christlichen Kultur geprägt. „Meine Herangehensweise an das Thema ‚Krippe‘ ist eher die eines Zaungastes, der die Zeichen eines Ereignisses zwar sieht und der sich deren ‚Wunderlichkeit‘ bewusst ist, der doch einer tieferen Deutung aus dem Weg geht“, so Hausmann.

Gleich am Eingang steht die Krippedarstellung von Walter Ziegler. Der 52-jährige gebürtige Landshuter lebt in Leobendorf und ist Mitglied beim Berchtesgadener Künstlerbund und bei der Laufener Palette. Seit 2001ist er Fachlehrer an der Schnitzschule Berchtesgaden. Zu seiner  Krippendarstellung „Flucht“ möchte er sich gar nicht äußern: „Ich möchte die Sicht auf eines der brennenden Probleme unserer Zeit jedem selbst überlassen.“

Links davon sind die Krippen mit Fingerprints von Helmut Sollinger aus Altenmarkt zu sehen. Mit dieser, seiner ganz speziellen Darstellung ist er in Waldhausen kein Unbekannter. Der gebürtige Wasserburger stellt eine „Bayerische Kripperl-Moschee“ aus und überlässt dem Betrachter die Bewertung des Werkes, auch in Hinsicht dahin, wie das Weihnachten in den verschiedenen Glaubensrichtungen interpretiert wird.

Wuchtiger ist das Kripperlwerk von Werner Pink aus Trostberg. Er zeigt eine Krippe, bei der eine, von Licht durchflutete, neuzeitliche Stadt von den Schattenbildern seiner Gedanken an die Heilige Nacht überlagert wird. „Die beiden Wächter, sind es Engel oder göttliche Wesen, sollen uns vor dem Verlust unseres Glaubens schützen und unser Brauchtum bewahren“ so Pink, der auch Initiator der Kunstmeile Trostberg ist.

Jørgen May, in der ARTworld zuhause, präsentiert unter dem Titel „Oh, Herr erlöse mich“ die heiligen Drei. Das Trio ist seit 2000 Jahre auf der Suche nach seinem Messias. „Der Stern wurde aber noch nicht gefunden. „Deswegen sind sie auch im Dezember 2017 noch auf ihrem Weg.“

Mayerhanser selber präsentiert neben seinem Monumentalwerk noch zwei kleinere sehenswerte Krippenvariationen. Die Fetzenkrippe und die Schraubenkrippe bieten unter Glas einen bemerkenswerten Anblick und lassen den fantasievoll schweifenden Gedanken des Betrachters viele Einblicke zu.

Nach den Krippen stehen im Cafe auch immer wieder die Künstler für Gespräche zur Verfügung und lassen den interessierten Gast einen Blick in die Gedankenwelt werfen. Noch an den kommenden zwei Wochenenden im Advent ist die Ausstellung jeweils Samstag und Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr zu sehen.

uk

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