„Kindern auf Augenhöhe begegnen“

Der neue Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Wasserburg im Porträt

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Seit September 2017 ist Frank Piotraschke der neue Leiter der Kinder- und Jugendtheatersparte am Theater Wasserburg. Den gebürtigen Hamburger verschlug es nach dem Schauspielstudium recht schnell in den Süden Deutschlands. In Wasserburg möchte das Kinder- und Jugendtheater noch mehr ins Bewusstsein der Stadt bringen, weil die Kinder das Publikum und die Schauspieler von morgen sind … Unser Porträt von Frank Piotraschke:

Frank Piotraschke wurde 1970 in Hamburg geboren und studierte dort am Schauspielstudio Margot Höpfner. Erste Schauspielengagements führten ihn nach München, Augsburg und Dinkelsbühl. Seit 2006 ist er hauptsächlich als Regisseur tätig. In den letzten Jahren war er Hausregisseur des Fränkischen Landestheaters.

Mit der Inszenierung von Ibsens „John Gabriel Borkman“ gab er seinen Einstand am Theater Wasserburg und war danach auch als Schauspieler in „Kafka, Käse, Draußen vor der Türe“ und „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ zu sehen. Seine Inszenierung von Barricos „Novecento“ gewann den Darstellerpreis bei den Theatertagen Wasserburg 2016. In diesem Jahr hat er bei den Sommerfestspielen mit seiner Bearbeitung und Inszenierung von Der gestiefelte Kater schon mal einen Vorgeschmack geliefert.

Frank Piotraschke möchte das Kinder- und Jugendtheater in Wasserburg noch besser etablieren. Eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen liegt ihm dabei sehr am Herzen, denn er sieht sich als Theatermacher in der Verantwortung, sein Publikum von morgen an das Metier Theater heranzuführen.

„Ich denke, man muss Kindern immer auf Augenhöhe begegnen. Ich überlege mir nie, wie ich ein Stück besonders kindgerecht zurecht stutzen kann. Ich versuche lieber mich selbst kindlich zu begeistern.“

Theater ist für ihn nie eine rein intellektuelle Erfahrung, sondern immer eine ganzheitliche, die alle Sinne anspricht. Der Humor spielt dabei ein große Rolle, denn er diene oft als Eingang in die Seele der Zuschauer.

„Wenn ich im Theater ein Stück ansehe, dem man von der ersten Minute an die Schwere und Tragik anmerkt, mache ich zu und kann mich nicht mehr berühren lassen. Wenn ich aber aufs Glatteis geführt werde und mich die Wendung unvorbereitet und kalt erwischt, dann fährt es richtig rein.“

Frank Piotraschke gehört zu den schreibenden Regisseuren. Er bearbeitet seine Stoffe oder verfasst oft eine eigene Bühnenfassung. Seine Inszenierungen sind immer von einer gewissen Dynamik gekennzeichnet. Er legt viel Wert auf die Körperlichkeiten der Figuren.

In dieser Spielzeit setzt er vor allem aktuelle Themen, die auch unsere Schlagzeilen beherrschen, auf den Spielplan. In „Robinson“ wird untersucht, wie wir mit der Angst, sei sie real oder nicht, umgehen, unseren Besitz zu teilen oder gar zu verlieren.

„Der Robinson war für mich das perfekte Stück, um die Spielzeit zu eröffnen. Es behandelt genau das Thema, das gerade alle umtreibt und bietet gerade für Schulen einen idealen Anknüpfungspunkt das Thema „Angst vor dem Fremden“ weiterführend zu besprechen. Es funktioniert aber nicht nur auf der politischen Ebene, sondern auch auf der menschlichen, weil man mit dem Robinson mitfühlen kann.“

 

 

Der Satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch steht als nächstes auf dem Spielplan, wobei die Themen „Kapitalismus“ und „Klimawandel“ ad Ad adsurdum geführt werden. Dabei richtet er sich nicht nur an kleine Zuschauer. In Dschihad, das im nächsten Jahr zur Aufführung kommt, folgt man drei Jugendlichen auf ihrem Weg in den Terror.

 

Weitere Informationen gibt es unter www.theaterwasserburg.de oder piotraschke@theaterwasserburg.de

 

 

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