Kampfstark und clever auch in Unterzahl

Starbulls schicken gestern Bremerhaven mit 4:2 heim - Herden und MacLeod top

image_pdfimage_print

herdenDie Starbulls Rosenheim haben gestern in der zweiten Deutschen Eishockey-Liga ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. In einem begeisternden Match gewannen die Grün-Weißen gegen die zuvor sechs Spiele in Serie ungeschlagenen Fischtown Pinguins Bremerhaven, die in ihren bisherigen sechs Auswärtsspielen noch kein einziges Mal ohne Punkt geblieben waren, mit 4:2! Matchwinner für die Starbulls vor 2.328 begeisterten Zuschauern waren der dreifache Torschütze, der Kanadier Wade MacLeod, und ein hervorragend aufgelegter Torwart Timo Herden, 20 Jahre jung (unser Foto) …

Starbulls-Coach Franz Steer musste neben Stürmer Simon Fischhaber und den Verteidigern Peter Lindlbauer und Max Meirandres kurzfristig verletzungsbedingt auch auf Kontingentstürmer David Vallorani und damit den aktuell erfolgreichsten Scorer im Team verzichten.

Umso erfreulicher war der Auftritt seiner Mannschaft von Beginn an zu bewerten. Die Defensive agierte überaus diszipliniert und die Special Teams konnten überzeugen wie in noch keiner Partie der laufenden Spielzeit. Kampfstark und clever in Unterzahl, variabel in Überzahl und deshalb verdient ab der 13. Minute in Führung.

Bremerhaven war gerade wieder komplett, der Powerplaydruck der Starbulls aber noch da und Wade MacLeod bugsierte die Scheibe nach einem von Gästekeeper Langmann gehaltenen Schuss von Stretch technisch wertvoll aus spitzem Winkel ins kurze Eck. In den Schlussminuten des ersten Drittels hätten MacLeod in Unterzahl und schlißlich Mc Neely und Loibl in Überzahl jeweils frei vor dem Tor für die Starbulls nachlegen müssen. Die Gäste aus Bremerhaven hatten zwar etwas mehr Scheibenbesitz, allerdings nur zwei klare Torchancen durch Stieler und Orendorz, die jeweils an Torwart Timo Herden scheiterten.

Der zweite Spielabschnitt war ganze 20 Sekunden alt, als Wade MacLeod von Stretch bedient frei vor Gästekeeper Langmann auf 2:0 erhöhte. Nicht einmal zwei Zeigerumdrehungen später erhöhte Stefan Loibl mit einem Schuss über Langmanns zu langsam hochzuckende Fanghand ebenfalls in Überzahl auf 3:0. Gästecoach Benoit Doucet, der mit seinem Team nach dem 5:1-Sieg am Freitag in Garmisch-Partenkirchen in Oberbayern geblieben war, sah sich zu einer Auszeit gezwungen. Und sein Team hatte in der Folge nicht nur wieder mehr Ordnung, sondern zeigte schließlich eindrucksvoll, was eine Spitzenmannschaft ausmacht.

Bei den Starbulls, die in Unterzahl geschickt verteidigt hatten, kassierte Gustav Veisert eine ärgerliche Strafzeit wegen Spielverzögerung. Und mit zwei Spielern mehr auf dem Eis brauchten die Pinguine ganze fünf Sekunden, ehe Tim Miller trocken ins kurze Eck traf. Zwei Sekunden später wären die Starbulls wieder zu viert auf dem Eis gestanden. Und eine Sekunde bevor Veiserts Strafzeit ablief war es schließlich Gabe Guentzel, der im Powerplay gedankenschnell eiskalt ein Zuspiel von Stieler zum 3:2-Anschluss verwertete. Es folgte ein offener Schlagabtausch, bei dem MacLeod, Stretch und Strakhov für die Starbulls das 4:2 und Miller, Klöpper und Stieler für die Gäste das 3:3 auf dem Schläger hatten.

Spannung pur auch im dritten Spielabschnitt. Franz Steer schickte nur noch drei Sturmreihen auf das Eis, die zwar immer wieder für Entlastung sorgten, dennoch hatten zunächst die Gäste die besseren Torchancen. Die Starbulls stemmten sich gegen den spielerisch starken und schließlich die Brechstange auspackenden Spitzenreiter aber mit unbändigen Einsatz erfolgreich entgegen und hatten mit Torwart Timo Herden einen sicheren Rückhalt.

Die größte Tat vollbrachte Rosenheims Schlussmann exakt zehn Minuten vor der Schlusssirene, als er die Scheibe sensationell aus dem Winkel fischte, nachdem Owens freistehend aus Nahdistanz zum Abschluss kam. Als Bremerhaven in den letzten Spielmomenten alles riskierte und Torwart Langmann zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, war es Wade MacLeod vorbehalten, genau eine Minute vor der Schlusssirene ins leere Tor für den 4:2-Endstand zu sorgen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren