Is des schee, vor echte Menschen spuin!

Werner Schmidbauer in Pfaffing: Berührender Abend in so anderer Zeit - „Und ned vagessn: Aufgem werd erst ganz am Schluss"

image_pdfimage_print

Is des schee, vor echte Menschen spuin! Werner Schmidbauer, der Moderator, Musiker und Liedermacher war in Pfaffing bei der Kunst in der Filzen mit seinem sehr persönlichen Soloprogramm zu Gast. Bei mir” – so sein Titel des Abends. Und im Bewusstsein, es könnte – nein, es wird – das vorerst letzte Konzert der Kunst in der Filzen in der Corona-Pandemie 2020 sein – lehnte sich das ‘maskierte’ Publikum entspannt zurück. Und genoss einen Abend voller Lieder, die ans Herz gingen …

Fotos: Renate Drax

Denn Werner Schmidbauer lässt die Zuhörer in sein Leben hinein. Indem er von seinen Sorgen, Ängsten, Wendepunkten, Sehnsüchten und Glücksmomenten erzählt und singt. Momentensammler – so nennt er sich selbst, der 59-Jährige. Das Mitfühlen und Miterleben, man spürte es im Pfaffinger Publikum.

Dei Liacht – des Liadl zum Beispiel, das er seinem Pa gewidmet hat. Seinem Vater, der auf einer Skitour tödlich verunglückt ist, als der Werner noch ein junger Mann war.

Der vom TV so bekannte Bergfex Schmidbauer begleitet sich mit der Gitarre und der Harp, er singt dabei vom Älterwerden (ab 55 werd a jeda Mo komisch, eigentlich a Katastrophe, sagt der Werner). Und er singt von wahren, ehrlichen Männerfreundschaften, von seinen Lebenseinstellungen und von erfüllenden Momenten in den Bergen. Denn es gebe keinen Kummer in dera Welt, den ma ned weggeh ko”, moand da Werner. Dabei erzählte er aus seiner Erfahrung. Vom Alloasei und dabei ned einsam sei …

Auch a Liadl zum kollektiven Mitjammern im Saal fehlte nicht – in dem es um die ewig unzufriedenen Wohlstandsbürger ging. Und dann natürlich vergaß er zum Abschluss ned die Zeit der Deppn” anzustimmen – über den politischen Wahnsinn bis hin zu Trump.

Danach wurde vom Pfaffinger Publikum nicht nur tosend geklatscht, sondern der Saal trampelte … Zugaben folgten und eine Rose von Herzen” vom Veranstalter.

Er war so sichtlich froh, in Pfaffing auf der Bühne stehen zu können, zu dürfen. Von zwölf geplanten Konzerten durfte Werner Schmidbauer in dieser Zeit der Krise aktuell nur drei spielen. Und die nahe Zukunft wird für ihn als Musiker nicht gerade rosiger werden. Umso scheena war’s, dass er hod do sei kena in Pfaffing. Das sagte Werner Schmidbauer zum Abschied. Er werde diesen Abend nicht vergessen, es sei ein Besonderer gewesen für ihn – den Momentensammler.

Glück g’habt” – so hat oans seina scheena, berührenden Liadl g’hoaßn in Pfaffing. Und deshoib sogn wohl alle, die den Abend miterlebt haben an dieser Stelle: Ja, Werner, und mia ham aa Glück g’habt”, dass du agrad jetzt bei uns warst! Danke dafür!

Renate Drax

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren