Im Zug: Zwischen der Ladung versteckt

Bundespolizei greift gestern 20 Afrikaner am Bahnhof auf - Drei sofort verhaftet

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In einem Güterzug hatten sich 20 Migranten aus Afrika in zwei Lkw-Aufliegern versteckt: Die Bundespolizei Rosenheim musste gestern am Bahnhof in Rosenheim drei von ihnen direkt ins Gefängnis bringen. Die Beamten hatten den Zug außerplanmäßig gestoppt, der vom italienischen Verona nach Köln unterwegs war. Schnell fielen zwei Sattelauflieger mit beschädigten Planen auf. Insgesamt 20 Männer und Frauen aus Afrika – teils heftig unterkühlt – hielten sich in den beiden Lkw-Aufliegern verborgen, um unerlaubt in das Bundesgebiet einzureisen.

Offenbar hatten sie die Oberseite der Lkw-Plane aufgeschlitzt, um sich im Inneren auf beziehungsweise zwischen der Ladung zu verstecken. Sie stammen hauptsächlich aus Nigeria, Sierra-Leone und Gambia.

Ausweisen konnte sich keiner der 18 Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 15 und 38 Jahren. Die teilweise unterkühlten Migranten wurden zunächst in den Bearbeitungs-Containern der Bundespolizei am Bahnhofsvorplatz versorgt und dann zur Dienststelle gebracht.

Dort fanden die Bundespolizisten heraus, dass ein 30 Jahre alter Marokkaner mit einem Untersuchungshaftbefehl des Amtsgerichts Velbert (Nordrhein-Westfalen) gesucht wurde. Die Beamten brachten ihn auf richterliche Anordnung hin in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim. Dort muss er sein Strafverfahren wegen räuberischen Diebstahls abwarten.

Zwei junge Männer aus Burkina-Faso und Sierra Leone, gegen die eine Wiedereinreise-Sperre für Deutschland besteht, wurden aufgrund ihres erneuten Einreiseversuchs im beschleunigten Verfahren dem Richter vorgeführt. Dieser verhängte jeweils eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro. Da die Männer den Betrag nicht aufbringen konnten, wurden sie zur Ersatzhaft ins Augsburger Gefängnis eingeliefert.

Zwei minderjährige Migranten konnten aufgrund ihres Alters in die Obhut des zuständigen Jugendamtes übergeben werden.

Die übrigen Afrikaner wurden nach Österreich zurückgewiesen, da es ihnen offenbar nicht auf Schutz in der Bundesrepublik ankam.

 Foto: Bundespolizei

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