Hochschule setzt neue Maßstäbe

Virtuelle Modelle: Innovatives Labor speziell für Design und Development konzipiert

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Die Hochschule Rosenheim erweitert das „Labor für Möbeltechnik: Möbelkonstruktion und Möbelprüfung“ von Prof. Thorsten Ober um eine High-End 3D-Powerwall. Der neue Laborbereich wurde speziell für die Bereiche Design und Development konzipiert. Durch die neuen Möglichkeiten können Produktentwürfe im Maßstab 1:1 realitätsnah in stereoskopischer 3D-Darstellung als virtuelles Modell betrachtet und bewertet werden. Der Schwerpunkt des neuen Laborbereichs ist die durchgängige digitale Entwicklung innovativer Produkte als virtuelles Modell.

Die stereoskopische Darstellung im Maßstab 1:1 führt zu einer echten 3D-Wahrnehmung des virtuellen Produktes. Mithilfe dieser Technologie kann die Anzahl von real gefertigten Prototypen bzw. deren Änderungen in der Praxis deutlich reduziert werden, wodurch sich ein erhebliches Einsparpotenzial von Zeit und Kosten ergibt.

Unser Foto oben: Weihten die neue 3D-Powerwall gemeinsam ein – von links Oswald Schmidt (Labormeister), Prof. Kilian Stauss (Fakultät für Innenarchitektur), André Geßner (Schneider Digital), Prof. Thorsten Ober (Dekan Fakultät für Holztechnik und Bau), Prof. Heinrich Köster (Hochschulpräsident), Prof. Dr. Jochen Pfau (Prodekan Fakultät für Holtechnik und Bau), Oliver Heller (Kanzler).

„Auch die Produktentwicklung unserer Branche muss den Schritt ins digitale Zeitalter mitmachen“, erklärt Prof. Thorsten Ober, Leiter des Labors für Möbeltechnik.

„Digitales Prototyping in einer geeigneten VR-Umgebung ist in anderen Branchen schon lange ein gewohnter Standard. Neue Technologien ermöglichen heute auch den Einsatz in kleinen und mittelständischen Unternehmen unserer Branche. Am Point of Sale werden derartige Systeme bereits eingesetzt. In der Produktenwicklung ist die Anwendung solcher VR-Systeme in unserer Branche allerdings noch selten, die Chancen und Möglichkeiten sind hier noch lange nicht ausgeschöpft“, erläutert Professor Ober weiter. „Ob im Möbelbau, Innenausbau, in der Innenarchitektur oder auch im Holzbau, VR-Anwendungen werden in den nächsten Jahren in diesem interdisziplinären Cluster insbesondere die Bereiche Design, Entwicklung und Vertrieb maßgeblich beeinflussen.“

„Die Hochschule Rosenheim setzt auch hier neue Maßstäbe in der Ausbildung von jungen Ingenieurinnen und Ingenieuren“ so Prof. Heinrich Köster, Präsident der Hochschule und selbst Holztechnik-Ingenieur. „Industrie 4.0 ist an unserer Hochschule schon lange gelebte Praxis und das nicht nur in den Fertigungsprozessen.“

„Die neue VR Wall steht auch kleinen und mittelständischen Unternehmen der Branche im Rahmen von Industrieprojekten, sowie F&E-Projekten zur Verfügung“ erklärt Wolfgang Alversammer, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung. „Die neue Laborausstattung unterstützt dabei besonders unser Forschungskompetenzfeld Möbelentwicklung und Möbeldesign“, so Alversammer weiter.

Die Forschungs- und Förderfähigkeit des Clusters Holztechnik, Innenausbau und Innenarchitektur, insbesondere die Bereiche Möbelentwicklung und Möbeldesign, wird durch den neuen Laborbereich deutlich erhöht. Hier wird zunächst die Entwicklung einer einfachen Übertragung der Technologie in die Branche mit Partnern aus der Möbel-, Holzwerkstoffbranche und der Zulieferindustrie angestrebt.

Es müssen vor allem Schnittstellenprobleme behoben sowie die Bereitstellung geeigneten Datenmaterials (Mapping, Renderumgebung) weiterentwickelt werden. VR-Umgebungen sind zum einen ein aktuelles, branchenübergreifendes Trendthema und werden zum anderen auch in der Möbelbranche immer stärker thematisiert, wie die letzten einschlägigen Messen zeigen.

Aber auch in anderen Lehr- und Forschungsbereichen wird die Powerwall genutzt. So können komplexe Sachverhalte visualisiert und dadurch leichter verständlich gemacht werden. Die VR-Wall kann in Ausbildung und Training für die Praxis in unterschiedlichsten Fachrichtungen eingesetzt werden. „Der optische Eindruck der gerenderten Objekte ist gewaltig. Bei einer Bildgröße von 5.30 m x 2.25 m mit Auflösung (4.000 x 1.696 Pixel netto) schafft das System eine volle 4K Auflösung auch in 3D-Stereo bei 120 Herz“, bemerkt Jakob Stollhof, Holztechnik-Student an der Hochschule.

Neben der 3D-Powerwall arbeitet das Labor darüber hinaus mit 3D-Brillen, sogenannten „3D head mounted displays“. Hier stehen die aktuellen Systeme von Rift (Oculus VR) und der Vive (HTC) zur Verfügung, um das Raumerlebnis zu intensivieren. Zusätzlich ermöglichen weitere monitorbasierte VR-Systeme die schnelle Anwendung und Überprüfung von VR-Inhalten.

Finanziert wurde die Einrichtung durch die Hochschule und durch die großzügige Unterstützung des Fördervereins der Hochschule und der Fachschule Rosenheim e.V. – Schwerpunkt Holz (www.holz-foerdern.de).

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