Heute endet die dunkle Zeit

Die Wasserburger Diplomkräuterpädagogin Barbara Kurz über die Rauhnächte

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„Langsam bewegen wir uns auf Weihnachten zu, das Fest der Liebe und des Lichtes. Doch vorher durchschreiten wir die dunkelste Zeit im Jahr. Das Licht macht sich
rar. Eine ideale Zeit, um es sich daheim gemütlich zu machen und über das vergangene Jahr, das ja wirklich etwas anders war, nachzudenken, um Rückschau zu halten, mit sich in den Frieden zu kommen. Diese dunklen Zeit endet heute, am 21. Dezember, mit der Wintersonnwende. Die Tage werden wieder länger und bald beginnen die Rauhnächte”, weiß die Wasserburger Diplomkräuterpädagogin Barbara Kurz, die auch über die verschiedenen Bräuche dazu berichten kann. 


„Ursprünglich hießen die Rauhnächte mal Rauchnächte, da in dieser Zeit mit
Kräutern geräuchert wurde, um so viele umherflirrende dunkle Geister, Dämonen und Seelen zu vertreiben und segenbringende willkommen zu heißen”, so die Kräuterpädagogin.

RAUHNÄCHTE
Hörst du das Raunen in der Nacht,
rauhe Tage sind entfacht
Der Tag ist kurz, die Nacht ist lang,
kalt, hart, still liegt alles da,
Werde des Unsichtbaren gewahr.
Frösteln, schauern, sich still zusammenkauern,
in der Stille offenbart sich leise
der Samen für die Weiterreise
Mond und Sternenlicht dich führen,
öffnen dir verborgnen Türen.

Kurz weiter: „Eine geheimnisvolle Zeit sind diese zwölf Nächte, eine Zeit in der die Natur
stillsteht und die Grenzen zwischen den Welten und dem Reich der Magie
aufgehoben scheinen. Es ranken sich zahlreiche Sagen um die Rauhnächte:
Menschen sprechen mit Tieren, Kobolde bevölkern die Stuben, Wünsche gehen
in Erfüllung, die Wilde Jagd reitet übers Land. Es ist diese Durchlässigkeit zu
Magie und altem Wissen, aber auch die Zeit für Stille und Innehalten in unserer
schnellebigen Zeit.”

Die Kräuterepädagogin weiter: „Die Anzahl der Rauhnächte variiert je nach Region und Brauchtum zwischen drei und zwölf Tagen. Heute sind es zumeist die zwölf Nächte von Heiligabend (die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember ) bis zum Dreikönigstag am 6.
Januar. Die zwölf Nächte haben im Volksmund regional unterschieldlichste Namen:
Rauchnächte, Zwölf-, Los-, Weihe-, und Zwischennächte. Auch die Thomasnacht 21. Dezember zählt macherorts zu den Rauhnächten. Es stellte der jeweilige Tag der zwölf heiligen Nächte den jeweiligen Monat im kommenden Jahr dar.”

1. Rauhnacht, 24./25. Dezember
Steht für den Monat Januar
Thema: Basis – Grundlage

2. Rauhnacht, 25./26. Dezember
Steht für den Monat Februar
Thema: Höheres Selbst – Innere Führung

3. Rauhnacht,26./27. Dezember
steht für den Monat März
Thema: Lasse Wunder in deinem Leben zu, Herzöffnung

4. Rauhnacht 27./28. Dezember
steht für den Monat April
Thema: Tag der Auflösung

5. Rauhnacht 28./29. Dezember
steht für den Monat Mai
Thema: Tag der Feundschaft

6. Rauhnacht 29./30. Dezember
steht für den Monat Juni
Thema: Bereinigung

7. Rauhnacht 30./31. Dezember
steht für den Monat Juli
Thema: Vorbereitung auf das Kommende

8. Rauhnacht 31. Dezember/1. Januar
steht für den Monat August
Thema: Geburt des neuen Jahres

9.Rauhnacht 1./2. Januar
steht für den Monat September
Thema: Gold, Segenslicht

10. Rauhnacht 2./3. Januar
steht für den Monat Oktober
Thema: Weihrauch, Visionen und Eingebungen,Verbindug mit dem Göttlichen

11. Rauhnacht 3./4. Januar
steht für den Monat November
Thema: Loslassen, Abschied nehmen, Beschäftigen mit dem Tod

12. Rauhnacht 4./5 Januar
steht für den Monat Dezember
Thema: Räuchern und Bereinigen

5./6. Januar
Heilige Drei Könige
Epiphaniazeit- Erscheinung des Herrn
( griechisch Epiphaneia, die Erscheinung )

Kurz weiter: „In früheren Zeiten wurde auch die Göttin in ihrer dreifaltigen Gestalt, als
Jungfrau, Frau und Greisin, gefeiert. Weihnachten war ein Mutterfest, denn in den Rauhnächten, den Mutternächten, wurde das neugeborene Lichtkind gesegnet und gehütet, damit es sicher groß werden konnte. Die Percht und Frau Holle sind daher aus dieser Zeit nicht wegzudenken. Die Schiksalsgöttin zeigt sich in den Mutternächten in dem sie Zukunft, Gegenwart, und Vergangenheit sichtbar macht.

Die dreifaltige Göttin,
Wiederkehr der Liebe
Ich bin die große Mutter der dreifaltigen Gestalt,
ich bin unendlicher Raum und endlose Sterne,
ich bringe deine Träume und Visionen
aus anderen Reichen in die Wirklichkeit.
Ich bin zwischen Tod und Wiedergeburt,
zwischen Einatmen und Ausatmen.
Komm an in der Zeit dazwischen,
erlebe meine liebevolle Präsenz!
Ich bin Frieden.

„Die Tage um die Rauhnächte bieten uns die Möglichkeit zu unseren Wurzeln
zurückzukehren. Hier einige Inspiration: Wo stehe ich, was macht mich aus, wo will ich hin, erfüllt mich mein Tun mit Glück, achte ich mich und mein Umfeld? Schön ist es auch, sich ein Büchlein zuzulegen und sich die Träume oder das Erlebte in dieser kraftvollen Zeit zu notieren, um sich im Jahr immer wieder darauf zurückzubesinnen und aktuelle Begebenheiten im neuen Jahr dazu zu notieren”, so Barbara Kurz.

Vorschläge für Räuchermischungen:

Lichtvoll: Alant, Styrax, Johanniskraut, Lavendel, Kamille, Engelwurz

Reinigung: Beifuß, Salbei, Wacholder, Ysop, Fichtenharz.

Rauhnächte: Beifuß, Mistel, Holler, Rose, Lorbeer, Fichtenharz,.

Die Rächermischungen sind in Eigenverantwortung anzuwenden die Autorin
übernimmt keine Haftung, steht für Informationen gerne zur Verfügung

Nachweis: Vera Giebert – Franziska Muri, „Vom Zauber der Rauhnächte”

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