Große Betriebe sparen viel Energie

Ein Jahr Wasserburger Energieeffizienznetzwerk: Die ersten Ergebnisse stimmen zuversichtlich

image_pdfimage_print

Große Unternehmen sind für die Region und ihre Wirtschaft ein wichtiger Faktor. In Wasserburg und seinen angrenzenden Gemeinden haben sich viele angesiedelt und sorgen damit für eine gute Arbeitsmarktlage und erhöhen die Attraktivität als Wohnort. Dies soll auch für die künftigen Generationen so bleiben, daher haben sich die „großen Unternehmen“ unter der Moderation des Energiedialogs Wasserburg 2050, einer Initiative der Stadt Wasserburg, zu einem „Energieeffizienznetzwerk“ zusammengeschlossen. Das Ziel dieses Netzwerks ist es, gemeinsam noch energieeffizienter zu werden und CO₂ einzusparen.

Industriebetriebe benötigen viel Energie, mehr als zwei Drittel der Endenergie wurde von Industrie und Gewerbe in Wasserburg verbraucht (wir berichteten). Dieser Anteil ist für eine Stadt wie Wasserburg eher untypisch, da im Vergleich zu anderen Städten und Kommunen mit ähnlicher Größe und Einwohnerzahl, der Energieverbrauch der Privathaushalte deutlich höher ist, als der des Gewerbes.

 

Wo viel Energie verbraucht wird, lässt sich naturgemäß auch viel einsparen. Erfreulich ist, dass die meisten Wasserburger Betriebe in den letzten Jahren schon große Fortschritte erzielen konnten. Damit die Firmen und Betriebe gegenseitig von den Erfahrungswerten und Möglichkeiten profitieren können war die Gründung eines Energieeffizienznetzwerks nur logisch.

 

Die initiative entwickelte sich aus dem jährlich veranstalteten Energietisch des Bürgermeisters im Rathaus. Dabei wurde von den Wasserburger Großbetrieben einmal jährlich über Energie- und Energieeffizienzthemen berichtet.

Für den Start der Netzwerktätigkeit konnten alle Vertreter des Energetisches gewonnen werden. Weitere große Unternehmen im Umkreis schlossen sich der Runde ebenfalls an.

Mittlerweile blicken wir auf ein sehr ereignisreiches Jahr Netzwerktätigkeit zurück. Neben vier veranstalteten Netzwerktreffen mit hochqualifizierten Fachvorträgen, zu verschiedenen Querschnittsthemen wurde die Gemeinschaft um ein weiteres Mitglied reicher, der Firma Schechtl aus Edling.

Bei den teilnehmenden Unternehmen konnten bereits teilweise erhebliche Einsparpotentiale gehoben werden. Einige Beispiele sollen hier kurz vorgestellt werden:

 

Bei der Firma Meggle wurden die Prozesse am Gasturbinenkraftwerk und in der Trocknung verbessert. Dabei wurden erhebliche Energieeffizienzsteigerungen realisiert. Das betriebsinterne Energiemanagementsystem wurde nachgeschärft, denn nur, wenn aussagekräftige Zahlen vorliegen, können Einsparungswerte beziffert werden. Weiterhin verpflichtet sich Meggle selbst der Nachhaltigkeit. Das bedeutet jeden unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden und sämtliche bestehende und zukünftige Systeme auf Energieeffizienz zu trimmen.

 

Das Wasserburger Arzneimittelwerk benötigt für die Gefriertrocknung sehr viel hochtechnisch bearbeitetes Wasser. Durch intelligente Restrukturierung des Prozesses und innovativer Planung der Aufträge konnte hierbei Energie und Wasser im Wert eines sechsstelligen Betrages pro Jahr eingespart werden. Dies kommt eins zu eins der Umwelt zu Gute.

 

Bei der Privatmolkerei Bauer wurde vor Jahren ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Eigenstromerzeugung installiert. Die Abwärme des BHKWs wird bei verschiedenen thermischen Prozessen der Molkerei genutzt. Seit dem letzten Jahr wird zusätzlich auch bei der Belüftung der Schnittkäse die Abwärme vom BHKW eingesetzt. Ein laufender Prozess ist die Umstellung der Beleuchtung innen wie außen auf LED. Für die ersten betriebseigenen Elektro-Fahrzeuge wurden auf dem Betriebsgelände E-Ladesäulen installiert.
Seit 2013 hat die Privatmolkerei Bauer ein zertifiziertes Energiemanagementsystem, mit dem laufend energetische Verbesserungen umgesetzt und bewertet werden.

 

Die Firma Gronbach hat in der Vergangenheit schon viele Effizienzmaßnahmen im Bereich Beleuchtung, Druckluft und KWK umgesetzt. Derzeit befindet sich die Erneuerungen eins großen Kühlaggregats in Planung. Nach energetischer Bewertung des Austausches können min. 400 Tonnen CO₂ pro Jahr dadurch eingespart werden. Ebenfalls befindet sich eine große Photovoltaik-Anlage in Konzeptionierung.

 

Huber & Sohn tauschte einen Großteil der Hallenbeleuchtung gegen hocheffiziente LED-Leuchten. Die Fensterlackierstraße wurde mit modernen Systemen mit Wärmerückgewinnung ausgerüstet. Auch zu erwähnen ist die hochmoderne Produktionshalle mit Betonkernaktivierung und Hackschnitzel Beheizung in Hafenham. Die Beheizung beider Werkshallen erfolgt CO2 neutral, mit Abfall Holzschnitzeln aus der Produktion. Diesel-betriebene Gabelstapler wurden durch Elektrisch-betriebene ersetzt.

 

Die Rheinischen Kunststoffwerke in Wasserburg investierten in neue hochmoderne Kältetechnologie und Wärmerückgewinnungen in der Prozesswärme-Erzeugungsanlage.

 

Bei der Goerlich Pharma GmbH, kommt bereits seit 2010 ein innovatives Brunnenwasser Heiz- und Kühlsystem zum Einsatz. Dadurch wird mit Unterstützung einer energiesparenden Wärmepumpe ganzjährig ein angenehmes und produktqualitätsförderndes Raumklima in Büro- und Fertigungsräumen sowie im Lager erreicht. Ferner gibt es große Photovoltaik-Anlagen, sowohl auf den großflächigen Werksdächern als auch auf den überdachten Parkplätzen. Die Beleuchtung wurde bereits zum Teil auf LED umgestellt. Es wurde auch ein professionelles Fördermittelmanagement installiert um laufende und zukünftige Energieeffizienzmaßnahmen effizient umsetzen zu können.

 

Bei der Firma Schechtl wird stufenweise ein Energiemanagementsystem eingeführt. Es werden bestehende Beleuchtungssysteme gegen LEDs getauscht und das Druckluftsystem saniert. Druckluft ist eine der energieintensivsten Antriebsformen. Es ist daher enorm wichtig, das System perfekt zu konzipieren und nach Errichtung zu warten.

 

Bei den Stadtwerken Wasserburg wurde die letzten Jahre schrittweise das Badria saniert. Die Außenhaut und Technik der Schwimmhalle, sowie im letzten Jahr der Saunaneubau trugen erheblich zur Verbesserung der Energiebilanz bei. Trotz Zubau von  neuen Saunen und anderen Attraktivitätssteigerungen konnte der Energieverbrauch relativ konstant gehalten werden. LED Beleuchtung wird sukzessive eingebaut und technische Verbesserungen, wie Prozessoptimierung der Badewasserbereitung oder Saunabeheizung stehen auch zukünftig im Programm.

 

„Diese Erfolge spornen an, auch weiterhin Maßnahmen zur Energieeinsparung umzusetzen und diese zu perfektionieren. Das Energieeffizienznetzwerk leistet einen guten Beitrag, auch andere Unternehmen vom gewonnen Know-how profitieren zu lassen und auch selbst neue Erfahrungswerte zu sammeln”, so Klimaschutzmanager Josef Allio.

 

Foto: pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

Ein Kommentar zu “Große Betriebe sparen viel Energie

  1. Wäre schön, wenn die Ernergiesparmaßnahmen des kbo-Inn-Salzach-Klinikums auch erwähnt würden.

    8

    0
    Antworten