Erneut gilt der Katastrophenfall!

Bayern verschärft Maßnahmen ab Mittwoch, 0 Uhr: Ausgangssperre, zu Fünft an Silvester und Schule im Distanzunterricht

image_pdfimage_print

Erneut ruft Bayern wegen Corona den Katastrophenfall aus! Das hat Regierungschef Markus Söder am heutigen Sonntag nach einer Sondersitzung des Kabinetts im Rahmen einer Pressekonferenz am Nachmittag bekannt gegeben. Und nachdem am Dienstag über die nun noch einmal verschärften Corona-Maßnahmen diskutiert werden wird, sollen Selbige ab dem kommenden Mittwoch, 9. Dezember, 0 Uhr bis vorerst 5. Januar 2021 gelten. Mit der großen Überschrift über allem: BLEIBEN SIE DAHEIM!

Er wäre gerne nur ein Optimist, aber er sei auch ein Realist, sagte Söder fast entschuldigend mit der großen Bitte an alle Bürger, Verständnis für die so heftigen Maßnahmen zu haben.

Denn aktuell sterbe alle 20 Minuten in Bayern ein Mensch in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung – für ihn seien das keine bloßen Zahlen einer Statistik. Es tue ihm weh und die so hohen Sterbezahlen seien der Hauptgrund für die Maßnahmen, auch wenn Inzidenzwerte vielleicht mancherorts stagnieren würden.

Was gilt ab dem Mittwoch:

Ausgangsbeschränkungen für alle in ganz Bayern – egal, wie hoch oder niedrig irgendwelche Zahlen seien. Das Haus darf man nur noch mit einem triftigen Grund verlassen – das heißt, zur Arbeit oder zur Schule, zum Arzt, zum Einkaufen. Mit einer Verschärfung ab 21 Uhr für Regionen mit einer Inzidenz über 200 (aktuell betrifft das die Stadt Rosenheim – Ausnahme die Christmette, falls stattfindend).

Während es vom 23. bis zum 26. Dezember, dem zweiten Weihnachtsfeiertag, eine Sonderregelung bei den Kontaktbeschränkungen geben wird (wir berichteten zehn Personen aus mehreren Haushalten – ausgenommen Kinder bis 14 Jahre), gilt das in ganz Bayern für Silvester nun NICHT mehr. Die bisherige Regelung für Silvester 2020 wird somit für Bayern zurückgenommen.

Das heißt, den Jahreswechsel gemeinsam feiern dürfen nur fünf Personen aus zwei Haushalten – Kinder bis 14 Jahren ausgenommen.

Auch an den SCHULEN in Bayern gibt es bis zum vorgezogenen Ferienbeginn am 18. Dezember (wir berichteten) neue Regelungen – der Kontakt dort sei viel zu hoch:

Wechselunterricht wird ab der achten Klasse an allen Schulen vorgeschrieben – in 200er-Regionen wird es bis zu den Ferien zudem sogar nur noch Distanzunterricht geben ab der achten Klasse!

Für Kindergärten und Krippen sowie Schüler der Klassen eins bis sieben soll sich laut Söder bis zu den Ferien nichts ändern.

Zudem wird ab dem kommenden Mittwoch der sogenannte ‘kleine Grenzverkehr’ untersagt. Konkret heißt das: Shoppen oder Tanken im Nachbarland beispielsweise wie Österreich ist nicht mehr erlaubt. Für Pendler oder Familien sollen Grenzübertritte allerdings weiterhin möglich sein.

Vor allem große Geschäfte würden ab sofort genauer kontrolliert, ob die Vorgaben – eine Person auf 20 qm – auch eingehalten werden …

Arbeitgeber sollten noch einmal dringend entscheiden: Bitte Homeoffice überall da, wo es möglich sei! Auch hier käme es zu viel zu vielen Kontakten!

Überraschend für alle kam diese Entscheidung:

Auch wenn der Landtag diesen Maßnahmen formal nicht zustimmen muss, will Söder nach eigenen Angaben im Plenum am kommenden Dienstag über die angekündigten Verschärfungen abstimmen lassen. Es gehe dabei nicht um endlose Debatten, so Söder – sondern es gehe darum, Farbe zu bekennen: Will man das oder nicht?

Angesichts der Mehrheit von CSU und Freien Wählern im Landtag ist von einer mehrheitlichen Zustimmung zu den Maßnahmen auszugehen. Bisher standen auch weite Teile der Opposition hinter der Grundzügen der bayerischen Anti-Corona-Politik.

Söder appellierte daran, nicht zu jammern, wie mies es nun Bayern gehe – es gehe der ganzen Welt so. Corona schlage gnadenlos zu – man wolle sich aber nicht geschlagen geben.

Die Lage sei ernst. Sehr. Deshalb wolle man JETZT reagieren. Hoffnung sei gut, aber das Handeln sei besser.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

25 Kommentare zu “Erneut gilt der Katastrophenfall!

  1. Ich finde die Maßnahmen im Angesicht der aktuellen Lage noch immer milde und hoffe sehr darauf, dass sich der Ernst der Lage langsam dann doch mal rumsprechen wird!

    Antworten
  2. Eine Frage an die Redaktion und an die Runde. Man darf das Haus zwar nur noch aus triftigen Grund verlassen aber sich trotzdem mit einem anderen Haushalten treffen. Die zwei Punkte beißen sich doch, oder? Oder zählt dann das treffen mit einem anderen Haushalt als triftiger Grund?

    Antworten
    1. Neustadtbewohner

      … du darfst einen anderen Haushalt mit triftigem Grund treffen, also bspw. Einkäufe oder Medikamente vorbeibringen oder halt pflegen / unterstützen.

      Kommentar v.d.Red. gekürzt.

      Antworten
  3. … es tut mir unglaublich leid für die Familien – ein solcher Verlust ist unglaublich schlimm!

    Aber ich finde die Maßnahmen stehen einfach in keinem Verhältnis, was genau soll dieser lockdown bringen?
    Wenn er wieder aufgehoben wird werden die zahlen wieder steigen, durch einen Lockdown verschwindet das Virus nicht …

    Wenn ich hier irgendwas falsch sehe dann verbessert mich gerne
    Vor allem muss auch an die jungen und psychisch instabilen Menschen gedacht werden!
    Für so viele dieser Menschen ist der Lockdown eine enorme Belastung und die dadurch entstehenden Suizide und sich verschlimmernden psychischen Krankheitsbilder sollte unbedingt Beachtung geschenkt werden!

    Kommentar v.d.Red. gekürzt.

    Antworten
    1. Sie tun so als gäbe es lauter Suizid gefährdete und psychisch Kranke. Und wenn dann kann man auch von denen verlangen das sie für 14 Tage zuhause bleiben. In dieser Pandemie geht die Gesundheit aller vor.
      Der Lockdown soll verhindern das sich dieser Virus weiter ausbreitet da unser Gesundheitssystem bereits an seine Grenzen kommt . Ausserdem würden sehr alte Menschen eine Corona Erkrankung kaum überstehen, auch die muss man schützen.

      Antworten
      1. Zitat:”Und wenn dann kann man auch von denen verlangen das sie für 14 Tage zuhause bleiben. In dieser Pandemie geht die Gesundheit aller vor.”

        Es geht nicht um ’14 Tage zuhause bleiben’, sondern um das Schließen von Begegnungsstätten seit nun wieder dem 2. November!

        Und wenn ich sehe, wie hier in meiner staatlichen Behörde locker flockig zusammen gesessen wird, die Vorgaben über die Gestaltung der Arbeiten bei einem Inzidenzwert über 50 der Regierung weder von der Präsidentin der Behörde kommuniziert, sondern dieses dem Personalrat überlassen wird, der das also unverbindliche Lektüre unter ‘Ferner liefen’ ins Intranet stellt, wenn ich DIES also sehe…
        und dann an all die Menschen denke, die überhaupt keine beruflichen Kontakte haben und sich seit dem 2. November das normale menschliche Bedürfnis des gedanklichen Austauschs nurmehr beim Einkaufen an der Kasse beim Supermarkt holen können, empfinde ich ihre Bemerkung ‘mal für 14 Tage verlangen zu Hause zu bleiben’ ziemlich zynisch.

        Aber es scheint viel leichter zu sein, die Menschen auf privater Ebene zu kommandieren, statt Ordnung in den eigenen Reihen zu schaffen.

        Antworten
  4. Kommt alles viel zu spät und wird von der Polizei nicht durchgesetzt. Auch heute wieder Ansammlungen von Personen in der Hofstatt .
    Es gibt Menschen, die begreifen es einfach nicht.

    Antworten
  5. Über die jahre wurde überall weggesehen wenn es um tote ging und nun aufeinmal ist das so wichtig? Ich bin kein leugner oder verschwörer, aber diese intensives intresse an dem wohl der bürger ist schon seltsam und die beschränkung ab 21uhr?

    Die meisten treffen sich nachmittags oder privat zuhause und dir polizei ist dsmit masslos überfordert.

    Antworten
    1. Es ist schlicht und ergreifend jede/e Einzelne gefordert. Wenn sich alle an die geltenden Maßnahmen halten würden, bräuchte es keine Polizei, kein Ordnungsamt, die diese Vorgaben überwachen und kontrollieren müssten. So lange aber immer noch einige glauben, Corona wäre ein Hirngespinst und sie würde es eh nicht treffen, braucht es anscheinend eine härtere Gangart. Traurig, wie ignorant manche Menschen sind und damit das Leben anderer bewusst gefährden.

      Antworten
  6. Jetzt blutet der Einzelhandel aus ….. meine Eltern waren gerade da und haben mich gebeten, “Im Internet” für sie die Weihnachtsgeschenke zu besorgen.

    Das mit Corona ist ihnen jetzt zu gefährlich zum Einkaufen, der Notstand und Ausgangssperren wurden ausgerufen.
    Sie fahren nur noch für Lebensmittel etc. zum XXXX – mehr nicht und bleiben zu Hause.

    Also, dann alle daheim bleiben!

    Kommentar v.d.Red. gekürzt.

    Antworten
  7. Ja zu den Coronamaßnahmen

    Ich finde die Maßnahmen auch zu locker. Denn anscheinend verbreitet sich das Virus weiter. Also alles komplett zu, auch Schule im Distanzunterricht,bis die Zahlen wieder sinken.
    Meine Kinder und uns Eltern stört es nicht wenn die Kinder Daheim sind. Man kann ja das Beste daraus machen.

    Antworten
  8. Sind in einer Krise wie dieser fast ausnahmslos alle Menschen! Ich zähle mich auch dazu und kenne niemanden, dem es nicht ähnlich geht.

    Dass Menschen mit eher labiler, psychischer Disposition in dieser Zeit besonderen Belastungen ausgesetzt sein können, wird wohl nicht ernsthaft bestritten.

    Inwieweit Pandemie/Lockdown/etc. zu einem Anstieg juveniler Suizide führt, bzw. schon geführt hat, lässt sich gegenwärtig sicherlich noch nicht feststellen.
    Die Tendenz zur Isolation in unserer Gesellschaft hat hingegen schon wesentlich länger bestanden, als in den bisherigen neun Monaten der Pandemie.
    Psychische Erkrankungen und in deren Folge auch Suizide, sind u.a. Folgen einer Leistungsgesellschaft, in der nur noch wirtschaftliche Verwertbarkeit zählt, individuelle Schicksale hingegen kaum.

    Mithalten oder untergehen ist das Motto für die Allermeisten.
    Die jetzt ergriffenen Maßnahmen kann man dafür kaum verantwortlich machen.

    Antworten
    1. Ein sehr guter Kommentar. Ich sehe das ganz genauso!

      Antworten
  9. Ich persönlich bin komplett dagegen. Das ganze ist genauso sinnlos wie die Gottesdienste die erlaubt sind im Gegensatz zu anderen Sachen die relevanter wären aber verboten sind. Ach ja und zum Fest der Liebe wird gelockert. 10 Tage später (so lange braucht das Virus meist bis zum Ausbruch) sind wir beim 5.Januar und dann wird der Wahnsinn wieder verlängert weil sich eh nix ändern wird und die Zahlen nicht sinken. Somit hat lieber Herr Söder wieder seine Gründe um uns weiterhin in Schach zu halten. Entweder ganz oder garnicht so wird es NIX und wir drehen uns im Kreis. Schöpfen Hoffnung um wieder tief zu fallen

    Antworten
    1. Niemand glaubt hier, dass es bis zum Frühling besser wird. Und niemand verspricht das.

      Antworten
  10. Im Grunde ist das alles ein grosses Vernichtungsprogramm für den Einzelhandel und ein enormes Subventionsprogramm für den Onlinehandel. Dann müsste schon der Gerechtigkeit wegen dieser auch eingeschränkt werden. Auch zum Schutz der armen Paketfahrer
    Die riesigen Geldsummen fließen eh schon überwiegend in die Grosskonzerne. Beschränkungen ja – aber dann einigermaßen gerecht.

    Antworten
    1. Genau so sehe ich das auch. AMAZON wird noch mehr Geld verdienen und dann die Massenarbeitslosen durch den Lockdown zu Dumpinglöhnen einstellen …

      Kommentar v.d.Red. gekürzt.

      Antworten
  11. Damit hat ein kleines Einzelhandelsgeschäft eigentlich keine Chance mehr.
    Die letzten zwei Wochen vor Weihnachten sind die wichtigsten für uns im ganzen Jahr!!
    Ich hab immer gesagt,der Herr Söder sollte Anfang Oktober alles dicht machen,da wäre es noch leichter gewesen alles in den Griff zu bekommen , da war doch schon absehbar wie das Ganze ausgeht. Den Leuten wird Angst gemacht,obwohl sie sich wahrscheinlich beim Arzt Besuch oder beim Kaffeeklatsch (der definitiv stattfindet,weil alles zu hat), bestimmt eher anstecken, als beim einkaufen.

    Antworten
    1. Ich habe nichts davon gehört, dass der Einzelhandel schließt. Oder habe ich was falsch verstanden?

      Anm. d. Red.:

      Der Einzelhandel bleibt offen!

      Antworten
      1. Nein, der bleibt offen.
        Aber … ältere Leute (siehe meine Eltern, Post weiter oben) trauen sich jetzt nicht mehr raus …

        Kommentar v.d.Red. gekürzt.

        Antworten
  12. Wenn ich hier lese was einige von sich lassen.

    Härterer Lockdown – Schulen schließen – alles zumachen.

    Da merkt man erstmal wie realitätsfremd die Leute leben da ist es zu viel verlangt von 12 bis Mittag zu denken.

    Wer soll die Kinder betreuen?

    Wer soll die Rechnungen zahlen wenn Eltern nicht arbeiten können wegen der Kids?

    Einfach mal bisschen über die rosa Corona-Hypochonderbrille drüber schauen;)

    Kommentar v.d.Red. gekürzt.

    Antworten
  13. @Generation-Y, @Peter, @Gutachter, @Tina es ist von einer Schließung des Einzelhandels NICHT die Rede. Auch haben wir hier in WS keine Ausgangssperre. Es sollen lediglich ab Mittwoch Ausgangsbeschränkungen gelten. Und laut diesen gilt die Erledigung von Einkäufen als ein triftiger Grund das Haus zu verlassen.

    Sie haben also durchaus alle miteinander die Möglichkeit, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen und dort Ihre Weihnachtsgeschenke (oder im Auftrag Ihrer Eltern deren) zu kaufen… Machen Sie das doch einfach.

    Antworten
  14. Wie soll es denn bitteschön besser werden, wenn Personen, die in Quarantäne sein müssen, sich ständig in der Öffentlichkeit bewegen? (…)

    Antworten
  15. Solang ma no Berggeh derf, basst doch ois, bleibts moi locker.

    Antworten
  16. Besten Dank fuer die wertvollen Infos

    Antworten