Ein Experiment: Der Mensch!

„Glaube Liebe Hoffnung“ unter der Regie von Nik Mayr beeindruckt Wasserburg

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Eine rücksichtslose Gesellschaft, deren Verhalten von Selbstsucht und Neid sowie einem unerschütterlichen Glauben an die Integrität der Instanzen geprägt ist und die an ihrer eigenen, allzu bequemen Passivität erstickt: Gestern wie heute! Regisseur Nik Mayr hat sich Ödön von Horváths Stück „Glaube Liebe Hoffnung“ angenommen und ihm gelingt das Werk in seiner kompakten Inszenierung ganz großartig. Auch an diesem Wochenende – Samstag und Sonntag – ist es am Theater Wasserburg wieder zu sehen. Es spielen Susan Hecker, Hilmar Henjes, Clara Liepsch und Frank Piotraschke. Das Drama dreht sich ums Fräulein Elisabeth, das wieder einmal seine Leiche verkaufen will …

Sie hatte gehört, dass es Geld dafür gebe. 150 Mark bräuchte sie.
Man hatte es weiß Gott wie oft dementiert, dass das anatomische Institut solche lebendigen Toten kauft, aber die Leute glaubten den amtlichen Verlautbarungen nichts. Denn am Ende wollte sowieso keiner zuständig gewesen sein, weder die Sachverständigen, noch die Sachbearbeiter, und schon gar nicht die Verurteiler. Das waren auch alles nur Menschen, brave Menschen.

Aber das Fräulein Elisabeth ließ den Kopf nicht hängen. Die amtlichen Verlautbarungen hatten ja lediglich darauf hingewiesen, dass man keine lebendigen Toten kaufe, und wenn es ohne Glaube, Liebe, Hoffnung logischerweise kein Leben gab auf dieser Welt, musste sie ja nur am Glauben zweifeln, von der Liebe verlassen werden und die Hoffnung aufgeben …

Mit Clara Liepsch als Fräulein Elisabeth wurde eine Studentin der Münchner Theaterakademie August Everding besetzt.

Zuletzt war die Akademie-Studentin Sveta Belesova in „Kleiner Mann – was nun?“ im Theater Wasserburg zu sehen gewesen. Sie erhält am morgigen Mittwoch, 15. November, einen der Bayerischen Kunstförderpreise 2017 des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst …

Weitere Spieltermine: 24. und 25. November sowie 1., 2., 3., 8., 9. und 10. Dezember. Freitags und samstags ist Beginn um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr.

Karten im Vorverkauf gibt es bei der Buchhandlung Fabula und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg, beim Kulturpunkt Isen-Taufkirchen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim sowie online beim Theater Wasserburg:

ONLINE-KARTENKAUF MIT SAALPLAN

Foto: Christian Flamm

 

 

 

 

 

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