„Durch mich großes Leid erfahren …“

Heute erster Prozesstag gegen Michael P., den Fahrdienstleiter beim Aiblinger Zugunglück

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zugunglueckBad Aibling/Traunstein – Es ist wohl ein Prozess, der emotional anders verläuft als so viele andere Verhandlungen in diesem Land. Seit heute steht  Michael P., der Fahrdienstleiter, der das Zugunglück von Bad Aibling zu verantworten hat, vor dem Landgericht Traunstein. Und obwohl dieser Mann offensichtlich großes Leid über die Opfer und ihre Angehörigen gebracht hat, schlägt ihm kein Hass im Gerichtssaal entgegen.

Anders als bei Verhandlungen, in denen vorsätzlich handelnde Täter verurteilt werden, gibt es auch Mitgefühl für den Fahrdienstleiter. Denn jeder weiß: Diese Schuld, die dieser Mann auf sich geladen hat, ist so eine schwere Last, die schon jetzt eine lebenslängliche Strafe für ihn sein wird. Ihm drohen zudem bis zu fünf Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung. Man will keine Rache, aber trotz aller Tragik auch Gerechtigkeit.

Noch bevor der Prozess beginnt, wendet sich Michael P. an die Hinterbliebenen der Opfer und sagt: „Ich weiß, dass ich am 9. Februar die größte Schuld auf mich gela­den habe. Ich weiß, dass ich es nicht rückgängig machen kann. Ich weiß, dass Sie durch mein Fehlverhalten großes Leid erfahren haben und Sie das ein Leben lang mit sich herumtragen müs­sen. Ich werde das genauso­lang mit mir herumtragen. Ich bin in Gedanken bei Ihnen und Ihren Angehörigen. Ich hoffe, dass Sie das alles aufarbeiten können und damit weiterleben können.“

Für die Verhandlung sind insgesamt sieben Prozesstage anberaumt.

Die weiteren Termine:

14., 21., 28 November

1., 2. und 5. Dezember

 

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