„Die Sonnenbrille bitte abnehmen”

In Geschäften und vor allem bei den Banken: Vollvermummung sorgt für Nervosität

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„Früher haben wir an den Haupttagen im Fasching das Geschäft einfach zugemacht. Es kamen einfach zu viele Maskierte und unsere Mitarbeiter waren häufig ein bisserl nervös. Jetzt, in Zeiten von Corona, sind wir natürlich froh, wenn unsere Kunden Maske tragen. Aber bitte nur die Maske.” Das sagt Stefan Gartner von Versandprofi Gartner am Altstadtbahnhof. Seinem Geschäft ist eine Postbankfiliale angeschlossen. Bankgeschäfte und Maske – das ist traditionell schwierig.

„Wir haben uns an die maskierte Kundschaft natürlich schon gewöhnt”, so Gartner. Allerdings: „Wirklich schwierig wird’s, wenn an schönen Tagen die Leute dann mit Sonnenbrille und Maske in unser Geschäft kommen. Dunkle Brille, die schwarze Mütze tief ins Gesicht gezogen und dann noch der Atemschutz. Da müssen die Mitarbeiter dann oftmals darum bitten, einen Teil dieser Vollvermummung zu entfernen. Und da kommt es nicht selten vor, dass sie in unschöne Diskussionen verwickelt werden, obwohl wir mit Schildern am Eingang auf das Sonnenbrillenverbot hinweisen.” Gartner bittet deshalb: „In Geschäften auf Mütze und Sonnenbrille verzichten. Die Kombi mit der Maske muss doch nicht sein. Ein bisschen Rücksicht spart jede Menge Ärger.”

 

Ins gleiche Horn stößt Robert Minigshofer von der Sparkasse Wasserburg. „Wir bitten unsere Kunden ebenfalls schon am Eingang mit einem Hinweisschild darum, auf die Sonnenbrille zu verzichten. Unsere Schalterkunden sind meistens schon in einem gesetzteren Alter, da gibt es mit dieser Regelung eher wenig Probleme.” Was auch hilft: „In all unseren Filialen ist die Besucherzahl begrenzt. Da verlieren wir selten den Überblick.” Auch er bittet eindringlich darum: „Auf Sonnenbrille und nach Möglichkeit auch auf die Mütze im Schalterraum verzichten.”

 

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13 Kommentare zu “„Die Sonnenbrille bitte abnehmen”

  1. Caps, Mützen, Schals und Sonnenbrille sind doch normale Kleidungsstücke im Gegensatz zu Masken. Was müssen den die Leute sonst noch ertragen. Normale Brille ist erlaubt und beschlagen, Blindflug vorprogrammiert dank der Maske bei kälter Jahreszeit aber Mützen und Schals abnehmen. Geht’s noch?

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  2. Was wird uns noch alles vorgeschrieben was wir zu tun haben und dann wundert sich jeder wenn keiner mehr in der Stadt einkaufen gehen will.

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  3. Wenn die Leute aus Anstand und Rücksichtnahme nicht mehr vernünftig handeln muss man es ihnen vorschreiben.
    Dieses ewige gejammer.
    Wenn das bisschen Anstand zu viel verlangt ist dann am besten daheim bleiben da stört es keinen wenn ihr eure Mütze und Schal an habt. 😉

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  4. Hier sei der Knigge anempfohlen: „ Beim Betreten einer geschlossenen Räumlichkeit nimmt man den Hut ab. Die Kopfbedeckung gehört bei Personen männlichen Geschlechts jedenfalls im christlichen Teil Europas (…) in geschlossenen Räumen nicht auf den Kopf. Das bedeutet also, betritt der Herr einen geschlossenen Raum, wird der Hut sofort gelüftet und bleibt so lange vom Kopf, bis der Hutträger wieder im Freien steht. Die Dame kann die Kopfbedeckung immer aufbehalten(…), es sei denn, sie hat den Hut als Kälteschutz aufgesetzt und geht in einen Raum (…). Dann legt auch die Dame den Hut ab(…).“
    Also lieber Josef und lieber Gregor, seien doch auch Sie Herren und kein unhöflichen Stoffel.

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    1. Ja, Knigge bedeutet, in einer zivilisierten Welt gut und respektvoll miteinander umzugehen, das wäre bei einer guten Kinderstube selbstverständlich. Wenn man sich in geschlossenen Räumen hinter Mütze, Kapuze, dazu halt leider derzeit mit Mund-Nasenschutz, verstecken muß, kommt für die Mitmenschen verständlicher Weise schon ein sehr ungutes Gefühl auf. Leider ist das ja auch im Sommer der Fall. Wenn ihr euer Gesicht nicht zeigen wollt,, einfach draußen bleiben. Es gibt viele Länder, da werden die Banken außen und innen mit schwer bewaffneter Security gesichert. Das möchte bestimmt auch niemand, also – auf ein lockeres und entspanntes Zusammenleben.

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  5. Robert Wastlhuber

    Also Sonnenbrille kann ich ja noch nachvollziehen, aber Mütze?
    Dürfen Männer mit fülligen Bärten und Frauen mit Kopftuch noch rein?
    Da braucht sich einer nicht wundern, dass vieles nur noch online gemacht wird.

    Man kann sich auch selbst wegrationalisieren.

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  6. Es scheint das die drei Herren noch nicht im Bereich mit Geld gearbeitet haben und unfähig sind sich in andere Personen rein zu versetzen.
    Jeder Mitarbeiter der in irgendeiner weise mit Bargeld und Kunden zu tun hat oder in Geschäften arbeitet die hochwertige Waren haben kennt dieses unangenehme Gefühl. Die Mützen und Sonnenbrillen sind genauso unangenehm wie von den Motoradfahrern die Helme und Sturmhauben.

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  7. Wie würden die Meckerer denken, wenn sie wie wir schon überfallen worden wären? Wahrscheinlich Burn Out und nix mehr arbeiten! Wir machen weiter. Auch nach einem Überfall mit einem vermummten mit Brille ! Wenn ich das aber alles so lese was in dieser Stadt so abgeht, ist es besser sein Geschäft aufzugeben und auch besser zu leben und über alles zu meckern ! Rückhalt hat man eh keinen hier, außer ein Geschäft, bei dem es ums Feiern geht !

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  8. Sagt mal Leute, ist das echt zu viel verlangt, dass ihr nicht total vermummt euren Mitmenschen gegenübertretet?

    Ich finde es eher geschäftsschädigend, wenn solch vermummte Personen in einem Geschäft oder einer Bank stehen.
    Ganz ehrlich, da bekommt jeder Kunde ein mulmiges Gefühl.
    Schiebt doch die Mütze etwas raus aus der Stirn. Und zu was braucht man in einem Raum eine Sonnenbrille?
    Das versteh ich eh nicht.

    Keiner verbietet euch Hüte oder Mützen oder sonstiges.
    Es wird einfach darum gebeten, dass ihr euch so zeigt, dass keiner, weder Angestellte noch Kunden, ein mulmiges Gefühl haben muss.

    Warum seid ihr nur so egoistisch? Was muss man sich da wieder so aufregen?
    Das gehört doch alles schon anstandshalber so gehandhabt.

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    1. Ich setzte die Mütze auf, weil mir kalt ist und ich damit meine Gesundheit schützen möchte – die Maske setze ich auf, weil ich muss und ich damit meine Mitmenschen schütze. Dass ich im Geschäft keine Sonnenbrille – die ich auch gar nicht habe – benötige, ist mir klar. Ganz ohne Knigge. Das hat dann auch mit Vermummung oder Maskierung nichts zu tun. Sollte ich so geschäftsschädigend sein, soll mir das der Ladeninhaber oder Bankmitarbeiter freundlich mitteilen – dann kaufe ich im Internet oder wechsle die Bank.

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  9. Viele Kommentare zeigen wieder einmal, wie nachlässig gelesen wird oder aber, wie gern einfach drauflos gestänkert wird. Ich las von „dunkler, ins Gesicht gezogener Mütze“. Ich glaube nicht, dass jemand aus dem Geschäft gewiesen wird, der die Mütze so trägt, daß das Gesicht frei ist.
    Und zum ersten Kommentar von @Josef, wieviel man noch ertragen müsse: Vielleicht eine Corona-Erkrankung, wenn sich weiterhin viele unvernünftig verhalten?

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  10. Es ist ja schon sehr bemerkenswert, wie eingeschränkt sich manch einer/eine fühlt, wenn man zum Wohle Anderer eine gewisse Handlung vornehmen soll.
    In diesem konkreten Fall wird man aus nachvollziehbaren Gründen – um den Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit zu geben, wer vor ihnen steht – darum gebeten eine bestimmt Handlung vorzunehmen, nämlich sein Gesicht so weit als möglich frei zu machen.

    Der Reflex, dies abzulehnen der mit Kommentaren á la “Meine Freiheit steht über allem und es ist mir schlicht egal, wie es Anderen damit geht.”, denn das ist der Subtext der gewollt oder ungewollt transportiert wird, empfinde ich als absolut befremdlich.

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  11. Ich halte es sowieso für eine Unart und Respektlosigkeit, bei einem Gespräch oder in Räumen die Sonnenbrille zu tragen.

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