„Die Lage ist ernst”

Maßnahmen verschärft: Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß wendet sich mit Video-Botschaft an die Bürger

image_pdfimage_print

Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (Foto) wendet sich nahezu täglich an die Bürger und schickte gestern eine Video-Botschaft an alle: Denn die Corona-Lage sei ernst. Heute liegt der dortige Landkreis mit 48 knapp unter dem höchsten Frühwarnwert. Im Landkreis Ebersberg starteten gestern sieben Teams mit jeweils einem Mitarbeiter des Landratsamtes und der jeweiligen Gemeinde mit Informationsbesuchen in den Gaststätten im Landkreis.

Zum Stand Freitag, 16. Oktober 2020, ist bei 113 Menschen aus dem Landkreis Ebersberg eine Infizierung mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 nachgewiesen. Bisher sind im Landkreis insgesamt 906 Infektionen aufgetreten. Sieben Erkrankte sind leider verstorben.

Als Kontaktpersonen der Kategorie 1 in Quarantäne sind aktuell 250 Landkreisbewohner.

In der Kreisklinik werden derzeit sechs Patienten behandelt, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Zwei von ihnen sind mit schweren Verläufen auf der Intensivstation, einer muss beatmet werden. Außerdem gibt es dort vier Verdachtsfälle.

Über das Diagnostikzentrum sind in den letzten beiden Tagen 372 Menschen auf eine Corona-Infektion untersucht worden.

Am Corona-Bürgertelefon mit der Nummer (08092) 823 680 haben sich seit Dienstag 335 Anrufer beraten lassen. Die Nummer der Hotline für Gewerbebetriebe und Unternehmen (08092) 823 680 haben im gleichen Zeitraum 62 Ratsuchende gewählt.

Die zunehmende Anzahl von Infizierungen bildet sich auch im Landkreis Ebersberg ab. Auch hat sich die Lage insoweit verändert, dass jetzt wieder in Schulen und Senioren- und Behinderteneinrichtungen vereinzelte Fälle auftreten.

Die Neuinfizierungen sind nicht mehr wie noch Anfang der Woche klar wenigen Infektionsherden zuzuordnen.

Das macht das Infektionsgeschehen insgesamt weniger transparent.
Um größeren Ausbrüchen besonders in sensiblen Bereichen zuvorzukommen, hat das Landratsamt gemäß den Vorgaben der Staatsregierung eine Allgemeinverfügung erlassen.

In den Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen werden die Rahmenhygienepläne auf Stufe drei – also rot – gesetzt.

Insbesondere gilt ab heute, Samstag, 17. Oktober, folgendes:

  • Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch FÜNF Personen oder zwei Haushalte aufhalten. Für private Räume gilt diese Regel ebenso.
  • Private Veranstaltungen in der Gastronomie dürfen nur noch mit FÜNF Personen oder zwei Haushalten stattfinden. Zwei Haushalte können also auch zwei Familien mit mehr als fünf Personen sein.
  • Vereins- und Parteiversammlungen sind nach § 5 Abs. 2 BayIfSMV erlaubt. (100 Personen in Räumen und 200 Personen „unter freiem Himmel“)
  • Es wird eine Sperrstunde um 22 Uhr in der Gastronomie eingeführt.
  • Ab 22 bis 6 Uhr darf auch an Tankstellen kein Alkohol verkauft werden.
  • Auf öffentlichen Plätzen im Landkreis Ebersberg besteht ab 22 bis 6 Uhr des Folgetages ein Alkoholverbot.
  • Maskenpflicht in Altenheimen, Seniorenresidenzen u.a. für sämtliche Personen außer für Bewohner.
  • Maskenpflicht überall, wo Menschen dichter und/oder länger zusammenkommen.
  • In Absprache mit der Regierung von Oberbayern, dem Staatlichen Schulamt und dem Gesundheitsamt wird ab dem kommenden Montag, 19. Oktober 2020, für zunächst zwei Wochen die Stufe 3 des „Rahmenhygieneplans Schulen“ vom 2. Oktober 2020 in Kraft gesetzt, jedoch findet weiter Präsenzunterricht statt, also kein Homeschooling!
  • In allen Klassenstufen muss dazu auch während des Unterrichts ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Eine entsprechende Maskenpflicht gilt auch in den Horten und heilpädagogischen Tagesstätten. Dies ist für Kinder und Jugendliche zwar eine große Belastung, allerdings hat das Landratsamt hierfür nun auch keinen Spielraum mehr.

Am Gymnasium Vaterstetten ist ein Schüler der Oberstufe an Covid-19 erkrankt. Die Mitschüler, die als KP1 ermittelt wurden, sind in Quarantäne.

An der Grundschule Vaterstetten und der dortigen Mittagsbetreuung sind zwei Schüler an Covid19 erkrankt. Betroffen sind mindestens zwei Klassen.

An der Grundschule Markt Schwaben ist ein Schüler positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Mindestens eine Klasse ist betroffen.

Quelle Landratsamt Ebersberg

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

5 Kommentare zu “„Die Lage ist ernst”

  1. Wie kann das sein dass Ebersberg heute wieder auf 48 ist und gestern auf 59? Da stimmt doch was nicht?

    Anm. d. Red.:

    Doch, Herr ‘Karl’, die Zahl bezieht sich immer auf die vergangenen sieben Tage! Ein Beispiel von Mittwoch zu Mittwoch – fiktiv nur zum Veranschaulichen:
    Am Mittwoch gab es 11 Fälle an Neuinfektionen – am Donnerstag, am Freitag, am Samstag, am Sonntag, am Montag und am Dienstag jeweils acht Fälle Neuinfizierter – macht zusammen 59. Die elf Fälle plus an den weiteren sechs Tagen insgesamt sechs mal acht Fälle (=48).

    Bei der nächsten Bilanz dann fällt der erste Mittwoch mit elf Fällen wieder raus, es kommt der neue Mittwoch dazu, damit es wieder sieben Tage sind: Und da gab’s nun gar keinen Neuinfizierten, also 0. Macht für die vergangenen sieben Tage nur noch 48 Fälle … also ein kleiner Rückgang im Frühwarnwert.

    Wie gesagt, das war nur ein Beispiel.

    Antworten
    1. Schwankungen bei den Zahlen sind ganz normal, wenn diese täglich aktualisiert werden. Was soll daran nicht stimmen?

      Antworten
  2. Ich habe Verstädnisschwierigkeiten… Wie kann es sein, dass im privaten Rahmen nur zwei Haushalte zusammenkommen dürfen, während sich Parteien und Vereine bis zu einer Menschmenge von 100 (!) Personen treffen dürfen? Wenn also der Burschenverein soundso oder der Kegelclub soundso eine Versammlung einberufen, dann soll das in Ordnung sein? Wo scheitert mein normaler Hausverstand hier? Können sie mir hier helfen, Herr Niedergesäß und mir Logik und den Sinn dieser Maßnahme erklären?

    Antworten
    1. Diese `Logik` zieht sich leider durch das ganze Thema

      Antworten
      1. Tja, und warum halbiert der Herr Niedergsäß auch noch die Vorgaben der Bundesregierung um die Hälfte??? Die begrenzen auf 10 Personen im öffentlichen und privaten Raum, nur unser Herr Niedergesäß legt nochmal nach… da darf man sich schon wundern…
        (…)

        Antworten