Die Geschichte einer Stiege

Archivalie des Monats Oktober: Planzeichnung des Wasserburger Stadtarchivs zur Friedhofstreppe der ehemaligen Michaelskapelle

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Eine Planzeichnung des Wasserburger Stadtarchivs zur Friedhofstiege an der Nordseite der ehemaligen Michaelskapelle – das ist die Archivalie des Monats Oktober. Die sogenannte Friedhofstiege führt von der Schmidzeile, dem Weg von der Burg in die Stadt, in den tiefergelegenen Kirchhofplatz, den ehemaligen Friedhof der Stadtpfarrkirche St. Jakob hinab, von dem sie ihren Namen erhalten hat. Dr. Gerald Dobler behandelt in einem neuen Artikel des Historischen Lexikons Wasserburg kurz die Baugeschichte der Stiege.

Unser Foto: Bauplan von Millinger zum Neubau der Friedhofstiege von 1819.

Ein erster Bau der Michaelskirche, einer doppelstöckigen Karnerkapelle mit einem Beinhaus im Untergeschoss und der eigentlichen Kapelle im Obergeschoss, erfolgte durch die Stadt Wasserburg 1378.
Es ist anzunehmen, dass die Stiege in erster Linie als Verbindung zwischen der Kapelle und dem Beinhaus diente und somit als Bestandteil der Michaelskapelle bereits mit derem ersten Bau errichtet wurde – und die Verbindung zwischen Burg und Friedhof sozusagen nur einen Nebeneffekt der Treppe darstellte.

Zusammen mit der Michaelskirche gehörte die Stiege zur Stadtpfarrkirche St. Jakob. Mit dem Neubau der Michaelskirche 1501/02 durch Wolfgang Wiser ist auch eine Erneuerung der Treppe anzunehmen.

1624 erfolgte eine weitere Erneuerung.

Ein Plan der Michaelskirche von 1810 zeigt die Stiege am heutigen Ort, jedoch bog sie im unteren Teil nach Norden ab, sie war nur im oberen Teil entlang der Kirche gewölbt und überdacht.

1818 befand sich die Stiege in einsturzgefährdetem Zustand und wurde bis zum folgenden Jahr im Zuge der Anlage des Gartens des Pfarrhofes in der heutigen geraden Form neuerrichtet. Sie erhielt ein Schindeldach.

Der untere Lauf der Treppe befand sich zuvor an der Terrassenmauer innerhalb des heutigen Pfarrgarten, der bei seiner Anlage stark in den Kirchhofplatz ausgedehnt wurde.
Zwischen 1845 und 1858 erfolgte eine Neueindeckung der Treppe. 1861 wurden aufgrund von kleineren Baufälligkeiten erneut Renovierungsmaßnahmen notwendig,

1878 erhielt die Stiege ein Blechdach.

Quelle:
Gerald Dobler, Friedhofstiege, publiziert am 01.07.2020 (=Tag der letzten Änderung(en) an dieser Seite) in: Historisches Lexikon Wasserburg https://www.historisches-lexikon-wasserburg.de/Friedhofstiege

Foto: StadtA Wasserburg a. Inn, II402.

 

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