Die Flucht nach Ägypten

Neue alte Krippenfiguren für die Wasserburger Museumskrippe

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Das Museum Wasserburg besitzt seit Jahrzehnten die Krippe des ehemaligen Schülerheims St. Achatz. Nach dem Erwerb 1933 waren einige Szenen der umfangreichen Krippe in Privatbesitz verblieben. Es ist immer wieder ein Grund zur Freude, wenn weitere Teile auftauchen und dem Museum übergeben werden. Die letzten Figuren hat Armin Göttler nun gereinigt und ergänzt.

Der Direktor des Schülerheims St. Achatz, Dr. theol. Franz Thoma (1890 – 1978), hat bei seinem Wegzug im Jahre 1933 nach Rosenheim die Krippe, die sein Eigentum war, der Stadt beziehungsweise dem Museum verkauft. Offenbar waren einige Teile in Privatbesitz des Überbringers verblieben. Die kulturgutbewussten Erben brachten sie nun ins Museum.

Armin Göttler reinigte die Figuren und ergänzte Hände, den Federbusch des Mohren, die Hufe des Kameles und die Ohren des Esels.

„Die Herkunft der Krippe ist unbekannt. Als sogenannte bäuerliche Grobschnitzerei hat sie heute einen ganz anderen Stellenwert hat als noch vor Jahrzehnten“, so Ferdinand Steffan, ehemaliger Museumsleiter und Erforscher der Wasserburger Krippen in seinem gleichnamigen Buch: „Gerade diese Laienarbeit stellt heute eine reizvolle und seltene Variante zu Schnitzereien aus Berchtesgaden, Oberammergau oder Tirol dar.“

Die Krippe besaß ursprünglich um die 100 Figuren. „Offensichtlich handelte sich um eine Krippe, die den gesamten Weihnachtsfestkreis umfasste und auch den zwölfjährigen Jesus im Tempel sowie die Hochzeit zu Kana einschloss.“  Neu wieder hinzugekommen, sind Figuren aus der Geschichte „Flucht nach Ägypten”. Nachdem Josef von einem Engel im Traum vor den Mordtaten des Herodes, der befahl, alle Erstgeborenen zu töten, erfahren hatte, führte er Maria und das Kind nach Ägypten ins rettenden Exil.

Die zentrale Krippenszene bleibt aber nach wie vor verschollen, ob sie noch auftauchen wird?

Am 24.,25. und 31. Dezember ist das Museum geschlossen. Bis Heilige Drei Könige ist die Dauerausstellung des Museums weihnachtlich geschmückt.

 

Abbildung: Flucht nach Ägypten, Teile einer Großkrippe, Anfang 20. Jh., Holz, geschnitzt, farbig gefasst, Museum Wasserburg, E 2594.

 

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