„Die Edlinger sand doch aa Schlitzohren“

Breites Schmunzeln bei „juristischem Schmankerl" im Wasserburger Stadtrat

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huber_rathaus_kUm ein echtes juristisches Schmankerl – wie es Bürgermeister Michael Kölbl ausdrückte – ging es bei der gestrigen Sitzung des Wasserburger Stadtrates. Auslöser war der Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes Nr. 27 „Staudham“. Ein Gewerbebetrieb möchte am Staudhamer Feld seine Lagerflächen vergrößern. Das Problem: Ein kleiner Teil der Vergrößerung des Wasserburger Unternehmens läge nach dem Ausbau auf Edlinger Gemeindegebiet – ein paar Quadratmeter, die in Form eines Dreiecks in das Gewerbegrundstück hineinragen.

„Sollen wir wegen einer solchen Kleinigkeit nicht einfach mit Edling sprechen, ob sie uns das Eckerl für unser Stadtgebiet abtreten“, regte Otto Zwiefelhofer (CSU) an. „Ja, aber nur unter dem schriftlichen Zusatz, dass Edling deshalb nicht gleich die Eingemeindung zu fürchten hat“, hielt Bürgermeister Michael Kölbl schmunzelnd dagegen und hatte die Lacher im Stadtrat auf seiner Seite.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann: „Grundstückstausch zwischen zwei Gemeinden oder die Verschiebung von Gemeindegrenzen, das ist eine aufwändige Formsache und dauert seine Zeit.“ Das könne man dem Antragsteller nicht zumuten. „Da geht das Verfahren, das das Landratsamt vorgeschlagen hat, deutlich schneller über die Bühne: Der Antragsteller muss bei beiden Kommunen sein Vorhaben beantragen.“ Beide Gremien würden dann unabhängig von einander entscheiden. „Wir haben das mit Edling schon positiv vorberaten.“

„Aber Vorsicht!“, mahnte Wolfgang Schmid (CSU) und der ganze Stadtrat horchte auf. „Die Edlinger, des sand scho aa Schlitzohren. Ned, dass die dann für de paar Quadratmeter von unserem Unternehmen aa no a Gewerbesteuer kassieren wolln. Man woaß ja nie!“ HC

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3 Gedanken zu „„Die Edlinger sand doch aa Schlitzohren“

  1. Ist ja schon interessant, wie im Wasserburger Stadtrat über uns Edlinger geredet wird. Ich lass mich eigentlich nicht gern als Schlitzohr bezeichnen. Wäre ja interessant, woher diese Vorurteile kommen. Doch nicht etwa aus den grauen Vorzeiten, als Edling noch zu Wasserburg gehörte. Hat es Wasserburg etwa nicht verkraftet, das sich das kleine Edling selbständig gemacht hat???

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    1. Vermutlich stammt es tatsächlich aus der Zeit. Man muss dabei schon die Geschichte richtig erzählen: „Das kleine Edling“ wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Wasserburg eingemeindet, hat sich aber mit Händen und Füßen gegen die Eingemeindung gewehrt und deren Rückgängigmachung durchgesetzt. Vielleicht ist in der Zeit das eine oder andere Porzellan mit Wasserburg zerbrochen worden, zu dem man partout nicht gehören wollte?

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    2. Das „Schlitzohr“ nehm ich doch als Kompliment.

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