Die Baum-Arten der Zukunft

Appell des Ministeriums: Unsere Wälder an den Klimawandel anpassen

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Die Klimakrise hinterlässt in den bayerischen Wäldern deutliche Spuren. Das geht aus dem aktuellen Waldbericht hervor, den Forstministerin Michaela Kaniber gestern im Bayerischen Landtag in München vorgestellt hat. „Der Zustand der Waldbäume hat sich 2020 infolge von drei heiß-trockenen Sommern gegenüber dem Vorjahr wie befürchtet weiter verschlechtert. Das zeigt uns deutlich, wie wichtig es ist, unsere Wälder an den Klimawandel anzupassen …

Nur wenn wir es schaffen, unsere Wälder mit zukunftsfähigen Baum-Arten zu verjüngen, stellen wir sicher, dass wir auch künftigen Generationen artenreiche und gemischte Wälder hinterlassen. Unsere Waldumbau-Offensive ist ein wichtiger Baustein in unserer Strategie für mehr Klimaschutz“, so Kaniber.

Das Ministerium:

Die langanhaltend hohen Temperaturen, verbunden mit geringen Niederschlagsmengen, führten im Vergleich zum Vorjahr zu einem Anstieg des mittleren Nadel- und Blattverlusts aller Baumarten. Am stärksten betroffen ist der trockene Norden Bayerns, hier liegt der Nadel- und Blattverlust mit 32 Prozent deutlich über dem bayerischen Mittel.

Positive Entwicklungen zeigen sich bei der Baumart Eiche. Sie kommt am besten mit der Trockenheit zurecht und ist als heimische Baumart eine wichtige Stütze für den Aufbau klimatoleranter, stabiler und zukunftsfähiger Mischwälder.

Bei dieser Mammutaufgabe unterstütze der Freistaat die bayerischen Waldbesitzer umfangreich: Allein dieses Jahr stehen für die Waldförderung in Bayern mehr als 80 Millionen Euro an Landes- und Bundesmitteln zur Verfügung – so viel wie nie zuvor.

Das im letzten Winter überarbeitete Waldförderprogramm wird der Ministerin zufolge von Bayerns Waldbesitzern in Rekordhöhe nachgefragt. So sollen im Privat- und Körperschaftswald bis zum Jahr 2030 insgesamt 200.000 Hektar Wald klimafest gestaltet werden. Rund 76.000 Hektar wurden bereits geschafft.

Die Daten zum Waldzustand in Bayern basieren auf einer jährlichen Erhebung durch speziell geschulte Försterinnen und Förster. Sie haben im Sommer die Waldbäume an landesweit 314 Inventurpunkten begutachtet.

Den Waldbericht mit den detaillierten Ergebnissen der Erhebung gibt es im Internet unter www.forst.bayern.de.

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2 Kommentare zu “Die Baum-Arten der Zukunft

  1. Die Spuren des Klimawandels im Wald, welche jetzt zu sehen und zu spüren sind, wurden auch durch Eingriffe des Menschen verursacht. Hat man doch vor drei bis vier Generationen auf den „Brotbaum“ Fichte aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen als Monokultur gesetzt. Nun versucht die Politik wieder in die Natur einzugreifen und es besteht die gleiche Gefahr, wieder zu kurz zu denken. Eine Klimaveränderung dauert viele Waldgenerationen und noch viel mehr Menschengenerationen. Der Wald braucht auch die Chance, sich selber an die Veränderungen, die sich in der Natur abspielen, anzupassen. Aber da fehlt dem Menschen jegliche Geduld. Und die Entscheider in der Politik denken oft nur von Wahl zu Wahl. Ein Baumleben dauert halt etwas länger, und es stehen noch Bäume aus Naturverjüngungen, die haben Napoleon schon erlebt.

    Lorenz Huber

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  2. Servus

    Der Wald ist nicht nur Erholung, sondern auch Rohstofflieferant.
    Holz ist ein großartiges Material.
    Wenn wir weiterhin einen Großteil unseres Holzes aus heimischen Wäldern beziehen wollen, können wir leider nicht auf den natürlichen Wandel warten.
    Weil wenn in 5 km Umkreis nur Fichten stehen, werden auf natürlichem Weg nur wieder Fichten aufgehen. So wird es ewig dauern, bis ein gesunder Wald entsteht.

    Bis dahin müssten wir erheblich mehr Holz importieren als bisher.
    Da sich leider viele Länder nicht um eine Nachhaltige Forstwirtschaft kümmern hätte des mehrfach negative Auswirkungen auf das Klima.

    Darum ist es schon gut, wenn wir gezielt daran arbeiten den Wald Klimafest zu gestalten.

    Einen Wald nicht mehr zu bewirtschaften, muss sich der Besitzer erst mal leisten können.

    Die Menschen von vor 50 Jahren zu kritisieren ist mir zu einfach. Die wussten damals noch nicht das was wir wissen. Sie wollten ihren Nachfahren das beste hinterlassen.

    Grüße Benjamin

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