Der Patient steht im Mittelpunkt

RoMed-Klinik: Immuntherapie Thema des 2. Onkologischen Symposiums

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Dr. Gerhard Puchtler, Leiter des zertifizierten Onkologischen Zentrums am RoMed-Klinikum Rosenheim, konnte zum 2. Onkologischen Symposium zahlreiche Zuhörer begrüßen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, die neben der Bedeutung einer interdisziplinären Versorgung besonders den hohen Wert einer gelebten Vernetzung zwischen ambulantem und stationärem Bereich sowie die Möglichkeit einer wohnortnahen Versorgung mit hoher Qualität für die Patienten hervorhob.

In den Fachvorträgen standen die bahnbrechende Entwicklung der Immuntherapie, deren Väter mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurden, sowie die Weiterentwicklung in den operativen Fächern im Mittelpunkt.

 

Priv.-Doz. Dr. Andreas Schnelzer, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, erklärte die besonders aufwändigen Operationen von Eierstocktumoren. Operationszeiten von bis zu sieben Stunden unter höchster Anspannung seien hier keine Seltenheit. Bei der medikamentösen Therapie von Eierstockkrebs hob Schnelzer die Bedeutung von bestimmten Arzneistoffen, den sogenannten PARP Inhibitoren, hervor, die bei fortgeschrittener Erkrankung bei einem Teil der Patienten erstaunliche Ergebnisse erzielen.

 

Prof. Dr. Kai Nowak, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, berichtete über die Weiterentwicklung der Schlüssellochchirurgie auch bei bösartigen Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt. Bei Streuung von Tumorzellen auf das Bauchfell wird die, teils bis zehn Stunden dauernde, operative Entfernung von Bauchfellmetastasen mit anschließendem Einbringen von Chemotherapie in die Bauchhöhle jetzt auch im RoMed-Klinikum Rosenheim angeboten. Dieses Therapieprinzip war bisher nur an universitären Zentren verfügbar.

 

Prof. Dr. Katja Ott, Departmentleiterin „Oberer Gastrointestinaltrakt“, Spezialistin für Eingriffe im Oberbauch, stellte leidenschaftlich dar, was eine operative Versorgung bei Lebermetastasen leisten kann. Waren früher die Möglichkeiten in dieser Situation sehr begrenzt, so liegt die Überlebenschance bei Anwendung moderner chirurgischer Verfahren mittlerweile bei ungefähr 30 Prozent.

 

Prof. Dr. Stefan von Delius, Chefarzt der Medizinischen Klinik 2, zeigte auf, dass im Bereich von Dick- und Mastdarm beim Auftreten von bösartigen Tumoren im Frühstadium mit einem sehr zeitintensiven endoskopischen Verfahren eine Operation vermieden werden kann.

 

Dr. Gregor Schmidt-Tobolar, Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie, demonstrierte die anspruchsvollen, zum großen Teil auch schlimme Defekte wiederherstellenden, chirurgischen Maßnahmen bei Tumoren in seinem Fachgebiet.

 

Im nicht operativen Teil der Veranstaltung standen die Möglichkeiten der Therapie jenseits der chirurgischen Behandlung von Tumorerkrankungen im Mittelpunkt.

 

Die Leiterin der Abteilung für Psychoonkologie am RoMed-Klinikum Rosenheim, Jana Weinhold, zeigte sehr praxisnah die Vorgehensweise und Möglichkeiten der psychoonkologischen Begleitung von Patienten mit bösartigen Erkrankungen, bei der auch die Partnerinnen und Partner mitbetreut werden.

 

Die zukunftsweisende Entwicklung der Immuncheckpointtherapie, bei der das körpereigene Immunsystem aktiviert wird, um körperfremde, bösartige Zellen zu erkennen und diese gezielt anzugreifen, wurde ausführlich besprochen. Dr. Markus Wöhr, Chefarzt der urologischen Klinik, erklärte neben den umfangreichen, hochqualifizierten operativen Möglichkeiten seiner Abteilung dieses medikamentöse Prinzip am Beispiel des Nierenzellkarzinoms.

 

In weiteren Fachvorträgen von Dr. Thomas Richter aus der Pathologie Rosenheim, der sich intensiv mit der Entstehung von bösartigen Erkrankungen beschäftigt, sowie von Prof. Dr. Sebastian Stintzing aus dem Comprehensive Cancer Center der Universitätsklinik Großhadern zum Thema Dickdarmkrebs, kam zum Ausdruck, dass es auch in üblicherweise unheilbaren Situationen mit Hilfe der Immuncheckpointtherapie erstaunliche Krankheitsverläufe mit bisher nie gekanntem Langzeitüberleben geben kann. Damit ist das Prinzip der Immuncheckpointtherapie ein weiterer wichtiger Meilenstein, bösartige Erkrankungen besser behandeln zu können.

 

Publikum und Referenten zogen zum Schluss das Fazit, dass die Versorgung von Tumorpatienten immer mehr auf die individuelle Charakteristik der Erkrankung des einzelnen Patienten zugeschnitten werden muss.

 

Foto (von links): Medizinischer Direktor, Priv.-Doz. Dr. Christoph Knothe, Prof. Dr. Kai Nowak, Priv.-Doz. Andreas Schnelzer, Prof. Dr. Stefan v. Delius, Dr. Gerhard Puchtler, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Ärztlicher Direktor RoMed Klinik Prien, Prof. Dr. Josef Stadler, Dr. Thomas Richter, Dr. Markus Wöhr.

 

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