Der 22. September wird autofrei

Nach Antrag der Grünen: Knappe Entscheidung für Sperrung der Altstadt im Bauausschuss

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Vier zu drei – denkbar knapp fiel die Entscheidung des Bauausschusses bei der jüngsten Sitzung zu einem autofreien Tag in der Wasserburger Altstadt aus. Ins Rollen hatte die Diskussion ein Antrag der Grünen gebracht, sich alljährlich am internationalen autofreien Tag zu beteiligen. Ein erster Antrag hierzu war 2016 noch vom Bauausschuss abgelehnt worden. Diesmal gab es für eine abgewandelte Form knapp grünes Licht.

Demnach wird sich die Stadt vorerst nur einmalig an dem autofreien Tag beteiligen, nicht, wie von den Grünen gefordert, regelmäßig. Die autofreie Zone soll sich von der Hofstatt über die Färber- und Herrengasse bis zur Salzsenderzeile erstrecken. An diesem Tag soll der Stadtbus kostenlos zu nutzen sein. WFV und „Rio Konkret” sollen in die Konzeption des autofreien Tages mit eingebunden werden. Der autofreie Tag wird 2020 am 22. September über die Bühne gehen.

Eine kurze, wenn auch heftige Diskussion schloss sich der Vorstellung des Antrags durch Christian Stadler (Grüne) an. Wolfgang Schmid (CSU) sagte, er werden dem Antrag nicht zustimmen, weil mit dessen Umsetzung die Nutzer eines einziges Verkehrsmittels, nämlich des Pkw, „diskriminiert” würden. Auch Andreas Ass (CSU) war wenig angetan und erklärte schmunzelnd. „Das wird lustig. Wir sollten auf jeden Fall Amazon und die Paketdienste mit in die Planungen zum autofreien Tag einbeziehen.”

Stadler erklärte zum Antrag der Grünen, er sei als Bewusstseinsmaßnahme, als Denkanstoß dafür gedacht, was man ohne Auto alles machen könne. Auch sei der Tag als eine Art Werbeaktion für den Stadtbus gedacht. Und Friederike Kayser-Büker (SPD) ergänzte: „Das ist eine pädagogische Maßnahme, die ich nur befürworten kann.”

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13 Kommentare zu “Der 22. September wird autofrei

  1. Omei. Armes Wasserburg.
    I wusst gar ned, dass die Altstadt sich nur auf diesen (eh schon mit “Spielstrasse” verkehrsberuhigten) kleinen Bereich befindet.
    Tztztz….kopfschüttel.
    Die Aktion an sich kann man machen und sie ist ja auch nicht dumm; aber doch nur, wenn sich die Aktion wirklich auf den ganzen Altstadtbereich bezieht.
    So wie es jetzt geplant ist, ist das Ganze eine Farce und ein ausgemachter Schmarrn.
    Ja glaubt ihr Stadtväter denn wirklich, dass da an dem Tag mehr mit dem Stadtbus fahren???

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  2. Was regt Ihr Euch denn so auf – 4 autofreie Sonntage gab es im November bis Dezember 1973 – auch schneebedeckte Strassen waren dabei.
    Der Begriff Autofreier Sonntag wurde während der ersten Ölkrise 1973 allgemein verwendet und auch in ganz Deutschland bekannt. West-Deutschland reagierte auf die Ölkrise mit einer ungewöhnlichen Sparmaßnahme und verhängte mit dem Energiesicherungsgesetz vom 9. November 1973 insgesamt vier autofreie Sonntage.
    Was ist so schlimm daran. Jeder weiss, dass dieser Tag erst am 22. September 2020 über die Bühne geht und dass es ein Dienstag sein wird. Genug Zeit, sich darauf einzustellen und sich zu organisieren.

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  3. Alexander Jäger_ganz privat

    Lieber Wolfgang Schmid, lieber Andi Ass, lieber Dr. Hermann Budenhofer, ich habe größtes Verständnis, dass Sie die Future Bewegung irritiert, das passiert mir auch gelegentlich. Aber einen von 365 Tagen kann man schon autofrei machen. Man könnte das für eine Demonstration des Zusammenhalts nutzen. Zum Beispiel einen bunten Dienstag für den Einzelhandel statt einen black friday für das Internet. Oder einen ‘Brückentag’ auf der Innbrücke…zum Beispiel dort eine Präsentationsfläche für Feuerwehr, Johanniter, Rotes Kreuz, Wasserwacht und sonstige ehrenamtliche Stützen unser Stadt. Aber nein, es wird von Diskriminierung des Autos (…) gesprochen. Ich bin wirklich enttäuscht, dass solch eine Chance nicht erkannt wird.
    Zusammen erreichen wir mehr! Und wir sind mehr!
    Alexander Jäger

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  4. Friederike Kayser-Büker (SPD) ergänzte: „Das ist eine pädagogische Maßnahme, die ich nur befürworten kann.” Schön dass die Wasserburger SPD mündige Bürger erziehen will, da fehlen einem die Worte…..

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  5. Muss ich Oma dann huckepack zum Doktor bringen oder der Elektriker seine Waschmaschine vom Parkhaus in die Ledererzeile tragen? Da Strassgutl sei Brot mit der Drohne einfliegen in sein Laden? Oder kann man da “Sonderregelungen” kaufen?

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    1. (…) Ich habe es nicht nötig, mich von Frau Kayser-Büker pädagogisch beraten oder maßregeln zu lassen. Ich habe an diesem Tag Dienst (den ich nicht tauschen werde), und wenn ich mit meinem Auto aus der Garage muss, weil ich einen Einsatz habe, dann werde ich das auch tun. Da kann sich Herr Stadler oder sonst wer darüber aufregen wie er/sie will. Demnächst werde ich alle Tage, an denen ich die Garage nicht nutzen kann, einmal zusammen zählen und dann anteilsmäßig die Mietkosten den Verantwortlichen der „Blockade” in Rechnung stellen. Sie sind es doch, die Wasserburg unattraktiv machen. Wenn sie die hohe Verkehrsbelastung aus der Stadt heraus haben wollen, dann sollten sie bei den Bussen und Lkw anfangen und jetzt kommen sie mir bloss nicht wieder mit der Aussage daher: „Die Leute sollen auf das Fahrrad umsteigen!” Ja Herrschaftszeiten, und was macht der, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Radl fahren kann.

      Den anderen immer den schwarzen Peter zuschieben und dabei den eigenen Egoismus wachsen lassen, so ist´s recht. Auf der einen Seite Verkehrsberuhigung anstreben, auf der anderen Seite Touristen in rauhen Mengen reinkarren mit großen Bussen. Die trinken ihren Kaffee, machen vielleicht eine Stadtführung und schwupps, sind sie auch schon wieder weg. Die zahlen nicht die Steuern und unterstützen die Wirtschaft. (Ausser die Gastronomie)

      Aber bitteschön eines nicht vergessen: Die nächste Wahl kommt bestimmt. Und da haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, den Damen und Herren der Kommunalpolitik einmal zu zeigen, was sie von solch einer Führung halten. Hoffentlich findet sich noch eine/einer, die/der den Mut hat, sich aufstellen zu lassen und den ganzen Herrschaften einmal so richtig kalten Wind um die Nase wehen lässt und endlich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gehör finden und zwar nicht nur die, die erst seit kurzem hier wohnen, sondern auch diejenigen, die seit Jahrzehnten ihre Stadt lieben und schätzen und sich garantiert nicht den Mund verbieten lassen.

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  6. Mei ihr von den Grünen. Wie stellt ihr euch die Welt eigentlich vor ohne Autos? Warum müsst ihr immer durch die rosarote Brille schauen?
    Kapiert es doch mal, dass es heutzutage nicht mehr ohne Autos geht! Angefangen vom Bäcker, Handwerker, Linienbusse, Lk’s, Arbeitsstelle, Polizei, Feuerwehr…! Wen wollt ihr fahren lassen und wen nicht? Nicht jeder hat einen Ökogarten und ist Selbstversorger wie ihr. Wenn ihr mein Einkommen zahlt, dann verzichte ich gern aufs Pendeln mit dem Auto. Oder meint ihr wir fahren zum Spass in die Arbeit?

    Das Klima auf der Erde hat sich ständig geändert und auch vor der Menschheit und bevor es Grüne gab! Es wird sich auch in der Zukunft ändern! Auf Kosten Autofahrer könnt’s aber schon gut leben oder? Treibstoff, Autokauf Werkstätten, Reparatur und Ersatzteile, Kfz Steuer, Parkgebühren und zuletzt Verwarngelder.

    Am 22. September bin ich gespannt, wie es sich die (…) Stadt Wasserburg leisten will, an dem Tag ohne Verwarngelder auszukommen. Haben an dem Tag die Politessen eigentlich frei? Wird mal Zeit für einen neuen Bürgermeister! (…)

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    1. Lieber “Busfahrer”, dann kandidiere doch selbst als Bürgermeister und beweise uns Wasserburgern, dass Du es besser kannst! Noch bis Januar können die entsprechenden Wahlvorschläge im Rathaus eingereicht werden!

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  7. Ich benutze ausnahmslos den Stadtbus, eine tolle Alternative. Aber den 22.09.2020 werde ich mir vormerken und ein paar Runden mit meinem Benzinfresser durch Wasserburg düsen; und einen gasbetriebenen Heizpilz lege ich mir auch zu.
    Kasperltheater !!!!!!

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  8. Die eigentliche Leistung der Grünen liegt darin, ihre (…) Spießbürgerlichkeit als “hip” zu verkaufen. Dabei geht es – ganz urdeutsch – doch nur ums Gängeln und Maßregeln.

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  9. Es zeigen täglich sehr viele Menschen, dass ein Großteil der Wegstrecken wunderbar ohne Auto zurück gelegt werden können. Noch besser wenn der ÖPNV dann ausgebaut ist. Wenn wir dann alle einfach nur noch das Auto nehmen, wenn es WIRKLICH nicht anders geht (genannte Beispiele eines ernsthaften Gebrechens oder die Anlieferung einer Waschmaschine), ist “das Problem” doch schon gelöst. Alles gar nicht so schwierig und man muss auch nicht so viel Angst davor haben. 🙂
    Sich wegen ein paar, für Autos, gesperrter Straßen an einem einzigen Tag so aufzuregen und verbal um sich zu treten, lässt im übrigen recht tief blicken und ist nicht gut für den Blutdruck. Ich habe gehört frische Luft und Radlfahren kann da sehr entspannend und ausgleichend wirken.

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  10. An sich ist die Idee mit dem Autofreien Tag nicht schlecht, allerdings warum muss es ein Dienstag sein, ein normaler Arbeitstag. Was machen dann die ganzen Handwerker in Wasserburg? Sollen die ihr Werkzeug durch die ganze Stadt tragen? Oder es kommt dann halt kein Arbeiter wenn ein Notfall ist. Bisschen überlegen sollte man vielleicht schon. Schön langsam macht sich Wasserburg wirklich lächerlich. Sehr schade..

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  11. Ja was geht denn hier ab in Wabu?
    Jahrelang konnte sich die rotgrüne Community ungestört in ihre Träume eingrooven, die ” grossen”, Idelogie geladenen Themen auch im klein urbanen
    Städtchen Milieu zu spielen.
    Und plötzlich werden Sie mit einem Sturm der Entrüstung aus ihrem, nur gut gemeinten, pädagogischen Eifer erweckt.
    Wird das etwa doch noch eine spannende Angelegenheit – im Frühjahr 2020.

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