Brandanschlag: Täter stellt sich Polizei

Tat geschah im „psychischen Ausnahmezustand" - 50-jähriger Rosenheimer geständig

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Der flüchtige Mann, der sich am frühen Sonntagmorgen Zutritt zu einer Station des Wasserburger kbo-Inn-Salzach-Klinikums verschafft, einen Pfleger mit Benzin übergossen und anschließend Feuer im Gang der Station gelegt hatte, stellte sich nun der Polizei, meldet am Abend das Präsidium. Der Mann war bereits ins Visier der Ermittler geraten, zwischenzeitlich ist er in einer Fachklinik untergebracht. Die Kripo sucht noch den Kanister, in dem das Tatmittel transportiert wurde.

Wie berichtet, verschaffte sich der Brandstifter am Sonntagmorgen gegen 1.25 Uhr Zugang zu einer Station auf dem Gelände des kbo-Inn-Salzach-Klinikums. Nachdem ihm ein Pfleger die Türe geöffnet hatte, übergoss er diesen sofort mit einem Brandbeschleuniger aus einem Kanister. Der Pfleger konnte sich in Sicherheit bringen.

Währrenddessen entzündete der zunächst unbekannte Täter den im Flur verschütteten Brandbeschleuniger, woraufhin es zu einer Verpuffung kam. Der entstandene Brand konnte vom Personal schnell gelöscht werden. Dem Täter gelang in der Zwischenzeit die Flucht.

Das Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim übernahm umgehend die Ermittlungen und gründete zur Klärung der Tat die Ermittlungsgruppe (EG) „Kanister“ mit neun Mitarbeitern, die mit Hochdruck nach dem Täter fahndete, unter anderem mit einer sofortigen Öffentlichkeitsfahndung.

Zudem überprüfte die EG „Kanister“ im Rahmen der Ermittlungen mehrere mögliche Tatverdächtige, unter anderem einen 50-jährigen Mann aus Rosenheim. Aufgrund der zum Befragungszeitpunkt noch nicht verifizierten Spuren und Indizien konnte dem Mann die Täterschaft zunächst nicht nachgewiesen werden.

Offenbar aufgrund des Ermittlungsdrucks kam der 50-Jährige in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zur Polizeiinspektion Rosenheim und gab an, der Täter des Brandanschlags zu sein.

Weiterführende Ermittlungen der EG „Kanister“ in den vergangenen Tagen erhärteten den bereits bestehenden Verdacht und untermauern die geständigen Angaben des Mannes.

Der dringend Tatverdächtige war bereits bis ins Jahr 2015 wegen versuchter, schwerer Brandstiftung im Maßregelvollzug in einer Fachklinik untergebracht.

Kripo und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Mann am vergangenen Sonntag in einem psychischen Ausnahmezustand gehandelt hat.

Der zuständige Ermittlungsrichter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, einen Unterbringungsbefehl, weshalb der Mann stationär in einer geschlossenen Fachklinik aufgenommen wurde.

Kripo sucht noch Kanister

Die Ermittler sind nach wie vor auf der Suche nach einem schwarzen Fünf-Liter-Benzinkanister mit einem gelben Drehverschluss, den der Täter bei der Tatausführung benutzte. Der Verbleib des Kanisters ist derzeit unklar.

Personen, denen ein solch weggeworfener Kanister aufgefallen ist oder diesen eventuell sogar mitgenommen haben, werden gebeten, sich bei der Kripo Rosenheim unter der Rufnummer 08031/200-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.