„Bei uns hat sich niemand infiziert”

Hans Enzinger vom Fit&Fun in Wasserburg versteht erneute Schließung der Fitness-Center nicht

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„In ganz Deutschland hat sich seit der Wiedereröffnung nach dem ersten Corona-Lockdown nicht ein einziger Sportler oder Mitarbeiter in einem Fitness-Studio angesteckt. Ich verstehe die erneute Schließung deshalb absolut nicht.” Hans Enzinger, Betreiber des Fit&Fun in Wasserburg, ist der Verzweiflung nahe. Obwohl sich sein Fitness-Betrieb penibel an alle Hygienevorschriften gehalten hat und es zu keinerlei Problemen mit der Einhaltung der Corona-Regeln gekommen ist, muss er ab Montag – wie die anderen rund 1.700 Fitness-Clubs in Bayern – seinen Laden wieder dicht machen.

„Dabei ist man bei uns sicherer als beim Spazierengehen auf der Straße. Durch unsere lückenlose Registrierung ließen sich Neuinfektionen sofort und problemlos nachverfolgen. Wir wissen, wer reingeht, wie lange jemand da ist und wann er die Anlage wieder verlässt. Wir haben also die von der Politik so oft geforderte volle Nachvollziehbarkeit.” Außerdem habe sich bisher niemand im Fit&Fun angesteckt. „Wir achten sehr auf alle Regeln, haben obendrein eine  sehr leistungsstarke Lüftungsanlage, die ununterbrochen die verbrauchte gegen Frischluft austauscht.”

Enzinger weiter: „Wir haben viele ältere Kunden, für die ist das Fit&Fun gerade jetzt in der kalten Jahreszeit ungemein wichtig, um sich fit zu halten. Da geht es auch um Gesundheitstraining, um die Gesunderhaltung des Körpers.”

 

Bereits der erste Lockdown habe die Fitness-Betriebe schwer geschädigt. „2020 wird das schlechteste Wirtschaftsjahr seit ich 1978 in der Branche begonnen habe. Wir waren jetzt gerade dabei, ein bisschen Normalität herzustellen. Deshalb trifft uns die neuerliche Schließung umso mehr.” Was Enzinger besonders ärgert: „Da wird was auf höchster Ebene beschlossen, was wir dann innerhalb von einigen Tagen umsetzen sollen. Keiner fragt uns, wie und ob wir das schaffen. Da hängt Personal dran, da hängt Verwaltungsaufwand dran. Diese Kurzfristigkeit ist genau so ein Problem, wie fehlende verbindliche Aussagen seitens der Politik.” Er werde sein Personal nächste Woche weder heim noch in Kurzarbeit schicken. „Auch wenn unsere Kunden ab Montag vorerst nicht mehr kommen, ist viel Arbeit aus dem ersten Lockdown liegengeblieben.” Insgesamt rechne er fürs Wochenende nochmals mit einem ziemlichen Ansturm auf den Sportpark.

 

Auch die angekündigten staatlichen Hilfen trösten Enzinger übrigens wenig. „Die bisherigen Regelungen waren so kompliziert, dass selbst unsere Steuerberater nicht mehr durchgeblickt haben. Wir sind von der Politik bisher absolut enttäuscht.”

Seinen Kunden bietet Enzinger an, den verlorenen Monat November an bestehende Verträge anzuhängen, beziehungsweise voll zu erstatten. „Wie das Erstatten abläuft, das werden wir auf unserer Homepage schnellstmöglich kundtun. Wir sind gerade dabei, aktuell die Beiträge abzubuchen. Das können wir aufgrund des SEPA-Einzugverfahrens, das bereits läuft, auch nicht mehr stoppen. Wir hoffen, dass uns unsere Mitglieder auch diesmal die Treue halten und der Lockdown so schnell wie möglich beendet wird.”

 

Für Enzinger und seine Kollegen ist klar: „Je länger die Schließung andauert, um so größer ist das Insolvenzrisiko der gesamten Branche inklusive der damit zusammenhängenden Industrie. Zudem wird sich die Gesundheit unserer Bevölkerung signifikant verschlechtern.” Das schrieb Enzinger schon im April an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder. Und das gilt jetzt umso mehr im neuen Lockdown….

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10 Kommentare zu “„Bei uns hat sich niemand infiziert”

  1. Seit es den Sportpark Fit und Fun gibt, also seit 29 Jahren bin ich Kundin und nutze das hervorragende Angebot zweimal wöchentlich, unterbrochen lediglich heuer während der Schließung im Frühjahr. Ich kann nur bestätigen, dass das Hygienekonzept bestens umgesetzt wurde und auch die Trainer immer auf die Abstände geachtet haben. Gerade um diese Jahreszeit ist ein regelmäßiges Training und die Nutzung der Sauna für die Gesundheit wichtig. Physiotherapie ist teuer für die Krankenkassen und 6 Behandlungen sind schnell vorbei. Vorbeugen ist auf jeden Fall besser als heilen. Bitte haltet durch und macht bald wieder auf.

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  2. Woher kommt die Erkenntnis, dass sich niemand in einem Fitness-Studio angesteckt hat?

    Die Kontaktverfolgung ist schwierig und fast nicht nachvollzielbar, ich glaube nicht, dass man behaupten kann, bei uns hat sich niemand angesteckt.

    “Obwohl sich sein Fitness-Betrieb penibel an alle Hygienevorschriften gehalten hat und es zu keinerlei Problemen mit der Einhaltung der Corona-Regeln gekommen ist”

    Die Aussage finde ich toll, aber leider garantiert dies nicht, dass es zu Infektionen kommt. Wo Menschen zusammen kommen, wird es immer zu Infektions- und Ansteckungsmöglichkeiten kommen.

    (…)

    Selbst bei allen nur möglichen Vorkehrungen kann man die natürlichen Vorgänge beim Sport (atmen, schwitzen, keuchen, ect) nicht kontrollieren oder beeinflussen, maximal ein wenig eindämmen.

    Fithalten, ob jung oder älter geht auch in der jetzigen Situation, das haben Fitness-Studios mit viel Initiative in den letzten Monaten gezeigt, auch das Fit&Fun im Frühjahr, wenn ich mich nicht irre.

    Ich verstehe die Probleme, aber die haben nicht nur einzelne Bereiche wie Fitness-Einrichtungen und auf jeden Bereich detailiert einzugehen, ist nicht möglich.

    Staatliche Hilfen: “Kein Trost”
    Nun, dazu ganz kurz, gibt leider viel Missbrauch, daher wird vielleicht bei der Beantragung mehr nachgefragt aber es gibt eben Hilfen, in vielen anderen Staaten gar nix, über dieses Thema lässt sich wahrscheinlich vielschichtig streiten.

    Was sagen denn Kosmetikstudios, Kinos, Laientheater, ect, alle leiden, alle halten so gut wie möglich die Auflagen ein und sind auch enttäuscht, wenn viele ihrer Aktionen zunichte gemacht werden.

    Und ganz ehrlich, dem Virus ist es egal, welche Maßnahmen beschlossen und eingehalten werden, uns bleibt nur zu reagieren,

    * manchmal kurzfristig,
    * manchmal Korrekturen der
    vorherigen Maßnahmen
    * manchmal Maßnahmen, die nicht von
    jedermann, aus den
    unterschiedlichsten Gründen,
    getragen bzw akzeptiert werden

    Und seit 1978 “Hut ab”, da haben Sie sicherlich viel richtig gemacht und auch von vielen Stellen und Ihren Mitgliedern Unterstützung erhalten und genau diese werden das wahrscheinlich auch in Zukunft tun.

    Bin mir sicher, Fit&Fun wird uns im Jahr 2021 wieder erfreuen.

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    1. So sehe ich das auch – aber die Lokale und viele andere trifft es genauso und die haben auch alles “richtig” gemacht.
      Da müssen wir gemeinsam durch !!

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  3. Hygieneartikel alle paar Meter zu finden. Alle Leute sowie das Personal halten sich an die Vorgaben. Ob diese richtig und notwendig sind sei dahin gestellt. Ich kann Monika nur Recht geben und hoffen das ab Dezember Deutschland aufwacht und alles wieder öffnet sogut wie es möglich ist. Wir können doch nicht von einem Lockdown bis nächsten leben und hoffen das es beim nächsten Mal vorüber ist. Es muss doch möglich sein die Risikogruppen von anderen zu trennen und Normalität walten zu lassen sonst werden viele psychisch krank. Wir werden lernen müssen mit Viren jeglicher Art leben und überleben zu müssen ohne die Wirtschaft zu zerstören

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    1. Liebes BUFU, Sie sind da einer ganz großen Sache auf der Spur! Wenn wir die Risikogruppen schützen, können alle anderen wieder ganz normal leben. Dass da in der Politik noch niemand drauf gekommen ist – ich fasse es nicht! Lassen Sie uns doch einfach alle Menschen über 60, alle Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen, alle Diabetiker, alle Asthmatiker, ach einfach alle die nicht so ganz fit sind, irgendwo …. ja, wie wollen wir es denn nennen? Isolieren? Kasernieren? Konzentrieren? Dann wären diese Nervensägen aufgeräumt und das BUFU könnte wieder ins Fitnessstudio, ins Wirtshaus, ins Fußballstadion…. Das BUFU hätte dann sein normales Leben zurück. Glauben Sie, wertes BUFU dieses Leben wäre noch so normal? Wachen Sie doch schon im November mal auf und denken Sie ein bisschen nach…

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  4. Über Jahrzehnte wurde beigebracht, dass Sport die Gesundheit fördert. Medizinisch ist dies unbestritten. Nun wurden Fitnessstudios, Schwimmbäder usw. geschlossen. Nur noch Individualsport wie zum Beispiel Joggen ist erlaubt. In der jetzt dunklen und kalten Jahreszeit keine wirkliche Option.
    Eine weitere Unlogik an dieser Stelle: Schulsport ist weiterhin erlaubt. Das Treffen zum Sport der gleichen Jugendlichen oder Kinder im Sportverein jedoch verboten.
    Nun hat man den Jugendlichen bereits die Partys verboten. Nun den Sport. Wir alle wissen, wie gut es ist, wenn der Mensch sich dort etwas abreagieren kann. Diese Möglichkeit ist nun versperrt.

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  5. Ich bin auch schon lange Mitglied im Sportpark Fit und Fun und nach dem letzten Lockdown war ich froh, endlich wieder trainieren zu können! Dass jetzt wieder geschlossen werden soll, kann ich nicht nachvollziehen, denn das Hygienekonzept hat hervorragend funktioniert einschließlich der guten Lüftungsanlage. Sport fördert die Gesundheit!!! Gerade jetzt!!!
    Bis bald im Dezember!

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  6. Hm… Gastronomie darf nicht schließen, hat sich keiner angesteckt, Fitnessstudio auch nicht, Kulturbranche fühlt sich ungerecht behandelt, Tatoo- und Kosmetikstudios auch, Maskenpflicht an Schulen und generell ist Mist,.. Hab ich was vergessen?

    WAS SOLLTE MAN DEN EURER MEINUNG NACH TUN??? VORSCHLÄGE??

    Leute, ich verstehe wirklich alle Betroffenen und es tut mir Leid. Aber eine Pandemie ist nunmal ungerecht. Und eine Pandemie ist keine Diät in der man mal Ausnahmen machen kann. Wer möchte denn gern die Verantwortung übernehmen wenn man es laufen lässt und das Ganze dann schief geht?

    Diese Art der Beschwerdeführung ist ungefähr so sinnvoll wie Klagen gegen das Wetter!

    Und schönen Dank an all die Teilnehmer der Querdenker-Demos: Dank euch zieht sich dieser “Spaß” noch etwas länger. Bravo!

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  7. Ich kann die Schließung nicht nachvollziehen. Ich trainiere 2 mal die Woche und treffe dort in der Regel auf eine Handvoll Leute. Das Infektionsrisiko ist minimal. Trainieren darf man nicht mehr, ich darf mich aber nach wie vor in einen überfüllten Bus setzen und mit 1000 anderen in die Arbeit gehen. Das ist doch Augenwischerei. Der Lockdown light wird nicht den gewünschten Erfolg bringen, die Kolateralschäden werden aber immer größer werden.

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  8. @Dr. Zock

    Ja, wir wünschen uns alle, ein rundum Sorglospaket vom Staat, dass auf jeden individuellen Wunsch eingeht. Nur wird das nie möglich sein.

    Ob der Lockdown einen Erfolg bringen wird, weiss eben NIEMAND. Solange es keine Möglichkeit durch einen Impfstoff oder ein Medikament gibt, durch das sich Menschen, die sich schützen möchten, werden wir uns alle einschränken müssen.

    Daher teile ich die Meinung von *** schon, auch wenn ich manche Argumente gegen einige Maßnahmen verstehen kann.

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