Auch heuer: Neue Düsseldorfer Tabelle

Unser Experte, der Wasserburger Rechtsanwalt Bastian Wernthaler, gibt wichtige Tipps

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Die so genannte Düsseldorfer Tabelle kennt jeder, der Kindesunterhalt zahlt oder erhält. In dieser Tabelle wird festgelegt, wie hoch der Kindesunterhalt ist, wobei es auf das Einkommen des Unterhaltspflichtigen und das Alter der Kinder ankommt. Wie fast jedes Jahr ändert sich die Düsseldorfer Tabelle zum 1. Januar 2018. „Heuer gibt’s sogar gravierendere Änderungen“, weiß unser Wasserburger Rechtsexperte, Rechtsanwalt Bastian Wernthaler und gibt wichtige Tipps:

„Erstmals seit zehn Jahren werden die Einkommensgruppen angehoben. Ab 1. Januar 2018 erhalten alle Kinder, deren unterhaltspflichtiger Elternteil monatlich bis zu 1.900 Euro netto verdient, nur den Mindestunterhalt. Bisher lag diese Grenze bei 1.500 Euro. Das bedeutet gerade für den Nachwuchs von weniger gut verdienenden Unterhaltspflichtigen oft einen niedrigeren Unterhalt als bislang.“

Wernthaler weiter: „In der neuen Tabelle wurde auch der Bedarfskontrollbetrag angepasst. Teilweise muss Unterhaltspflichtigen ein deutlich höherer Selbstbehalt verbleiben als bislang. Wenn man Kindesunterhalt bezahlt, muss einem also oft mehr vom Nettoeinkommen übrig bleiben. Auch dies kann zu einem niedrigeren Kindesunterhalt führen.“

Der Experte: „Allerdings ist zu beachten, dass bestehende Unterhaltstitel gültig bleiben. Es ist auf diesen in der Regel ein Prozentsatz vom Mindestunterhalt angegeben, mit welchem sich der korrekte Zahlbetrag aus der Tabelle entnehmen lässt. Ein Unterhaltspflichtiger zahlt also den festgelegten Prozentsatz, auch wenn er jetzt eigentlich in eine niedrigere Einkommensgruppe einzuordnen wäre. Eine Abänderung eines Unterhaltstitels beantragt werden, wenn eine erhebliche Absenkung (ab zirka fünf bis zehn Prozent des Zahlbetrags) im Raume steht.“

Der Wasserburger Fachanwalt für Familienrecht geht nicht davon aus, dass dies nur aufgrund der neuen Einkommensgrenzen der Düsseldorfer Tabelle sehr oft der Fall sein wird: „Es kann sich aber lohnen, sich aufgrund der neuen Düsseldorfer Tabelle von einem Fachanwalt für Familienrecht beraten zu lassen, egal ob man Kindesunterhalt erhält oder bezahlt, Dies gilt natürlich erst recht, wenn sich auch noch das Einkommen des Unterhaltspflichtigen verändert. Dann sollte immer der konkrete Einzelfall angesehen und berechnet werden.“

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