Attel: Jetzt kommen Dreispänner

Stadtrat ist sich zum Bauantrag einig - Bürgermeister: „Hatten konstruktive Gespräche"

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Der erste Plan hatte für einigen Wirbel gesorgt: Einen Riesenbaukomplex mit 30 Wohneinheiten wollte ein Bauwerber ins Zentrum von Attel stellen. So lautete zumindest der erste Antrag im vergangenen März. Die Attler waren davon wenig begeistert und gründeten eine Bürgerinitiative gegen den geplanten Wohnkomplex. Mittlerweile ist einiges Wasser den Inn hinabgeflossen und die Wogen haben sich geglättet. „Wir haben sehr konstruktive Gespräche mit dem Bauwerber geführt“, sagte Bürgermeister Michael Kölbl bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates.

Die hatten letztlich dazu geführt, dass der Bauwerber jetzt nur mehr drei kleinere Gebäudekomplexe, einen Vierspänner- und zwei Dreispänner bauen will. Das bedeutet: Zehn, statt 30 Wohneinheiten.

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann berichtete eingangs der Beratungen im Stadtrat, dass es auch dagegen einige Einwendungen gegeben hab.  Einige Anwohner machten sich sorgen wegen der zu geringen Zahl an Stellplätzen, den Abständen der Baukörper zu ihren Grundstücksgrenzen und zur Höhe der Bebauung. Man sei mit dem Städteplaner übereingekommen, den Vierspänner aufzulösen. Herrmann: „Dafür sollte einem der Dreispänner eine kleinere, eingeschossige Wohnung vorgelagert werden. Dass der Bauträger mit der Auflösung des Vierspänners nicht glücklich war, ist klar. Er will zumindest zehn Wohneinheiten errichten und hat sich wirklich Mühe gegeben.“

Lorenz Huber (Bürgerforum) erklärte, er könne dem Bau des Vierspänners so nicht zustimmen. „Man sollte da jetzt vom Bauwerber schon noch Entgegenkommen erwarten können. Das ist seine ökologische Bringschuld, nachdem er Tabula rasa gemacht hat und auf dem Grundstück alle Bäume gefällt hat. Ich bin der Meinung, er sollte auch mit neun Wohneinheiten auskommen.“

 

Christian Stadler (Grüne) sah das anders. Man müsse einen Ausgleich zwischen den Interessen schaffen. Der Bauträger sei mit seinem ersten Antrag „massiv eingestiegen“ und dann aber zurückgerudert. „Er hat schon Entgegenkommen gezeigt. Von Art und Maß würde sich meiner Meinung nach der Vierspänner einfügen. Alle Abstandsflächen sind eingehalten.“ Und Stadler weiter: „Wir brauchen den Wohnraum. Und deshalb plädieren wir für den Vierspänner.“

Da hatte Josef Baumann (Freie Wähler) eine andere Meinung: „Ein privater Bauträger schöpft ab, was geht, und wir haben die Folgekosten. Vom Kindergarten bis zur Infrastruktur – alles zahlt die Stadt.“ Rückenwind bekam Baumann von Markus Bauer (CSU): „Wenn  man bei ersten Bauantrag mehr Feingefühl gezeigt hätte, dann hätten wir nicht soviel diskutieren müssen.“

Der Stadtrat genehmigte den Plan mit drei Dreispännern letztlich ohne Gegenstimmen. Die Stellplatzfrage soll noch geklärt werden. Jetzt werden die Pläne nochmals ausgelegt.

 

 

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Ein Gedanke zu „Attel: Jetzt kommen Dreispänner

  1. So ganz weiß ich nicht, was ich von diesem „Kompromiss“ halten soll. Es ist zwar verständlich, dass Stadt und Anwohnern das Vorgehen „stinkt“ und der ursprüngliche Plan mit 30 WE gewaltig erscheint. Andererseits jetzt statt dessen nur 9 WE…. Hat man da auch das Thema „Wohnraumknappheit“ berücksichtigt? Oder ist es (wie so oft) mehr nach dem Motto „Hauptsache ich hab meine Bude, was geht mich der Rest der Welt an?“ entschieden worden…???

    Ganz nebenbei bemerkt sollte sich ein Stadtrat meiner Meinung nach eher darüber freuen, wenn evtl Familien zuziehen und dadurch Plätze für Kinder benötigt werden, anstatt sich über steigende Kosten für die Infrastruktur zu beschweren… eine sehr irritierende Aussage!

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