„Anstieg der Fallzahlen sehr kritisch”

In einer Woche 30 Prozent mehr Corona-Patienten in Landkreis-Kliniken - Bundeswehr und Polizei unterstützen Gesundheitsamt

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Elf Todesfälle und 781 Corona-Neuinfizierte – das ist die Bilanz des Landratsamtes am heutigen Freitagmittag für die vergangene Pandemie-Woche in Stadt und Landkreis Rosenheim. 63 Corona-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt  – knapp 30 Prozent mehr als vergangenen Freitag. Hiervon befinden sich neun Patienten mit schweren Verläufen auf einer Intensivstation. Es sei aktuell keine Tendenz einer Fallzahlen-Abschwächung mehr erkennbar. Täglich werden dem Gesundheitsamt Rosenheim zwischen 160 und 200 neue Fälle gemeldet, so die Behörde heute. Der Wortlaut …

… aus dem Landratsamt:

Infektionsübertragungen ereignen sich überwiegend im privaten Umfeld. Fälle und Folgefälle ereignen sich auch in Schulen.

Zunehmende Bedeutung erlangen Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Es kommt aber auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Zunehmend fällt es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Trotz der hohen täglich gemeldeten Fallzahlen kann das Gesundheitsamt Rosenheim durch enorme Kraftanstrengung die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen.

Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden. Dies ist insbesondere dem großen Einsatz der Unterstützungskräfte der Bundeswehr zu verdanken.

Das Personal des Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird auch durch Soldaten der Bundeswehr und Polizeibeamte unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

„Trotz der ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen konnte das Infektionsgeschehen in der Region bislang nicht wie erhofft eingedämmt und auf ein niedriges Niveau abgebremst werden. Der jetzt aktuell wieder aufgetretene Anstieg der Fallzahlen ist sehr kritisch. Insbesondere die Zunahme der Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereitet uns Sorgen“, mahnt am heutigen Freitag Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim in der Presseerklärung.

„Es steht zu befürchten, dass durch die Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem erkranken mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen. Erste Hinweise darauf sind die gestiegenen Behandlungszahlen auf den Normalstationen – aber gerade auch auf den Intensivstationen in den Kliniken der Region.

Das Gesundheitsamt stemmt sich mit allen Unterstützungskräften weiterhin mit aller Macht gegen diese zweite Welle und versucht, durch deutliche Aufstockung des Personals ein Wiederaufflammen der unkontrollierten Ausbreitung in der Region zu verhindern.

Wir hoffen, dass die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossenen Beschränkungsmaßnahmen doch noch eine deutlichere Wirkung entfalten werden. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten!

Grundsätzlich lassen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen im privaten Umfeld durch einfache Mittel verhindern: Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz und in der Freizeit verantwortungsvoll an die AHA+L-Regeln, das sind das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßigem Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, einzuhalten zum Schutz unserer Gesundheit. Auch der gemeinsame Aufenthalt in geschlossenen Räumen über 30 Minuten kann im Einzelfall bei Aerosolbildung zu Übertragungen führen. Hier ist auf regelmäßiges und ausreichendes Lüften zu achten“, so Hierl.

Der Blick auf die Gemeinden:

 

 

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9 Kommentare zu “„Anstieg der Fallzahlen sehr kritisch”

  1. Es ist ja auch kein Wunder!
    Das Wetter die letzten Tage war zu schön und der bayerische Rundfunk riet allen Ernstes zu Tagesausflügen in die Berge! Und das als öffentlich-rechtliche Sendeanstalt! Ich war schier fassungslos als ich das hörte.
    Ist der Hype des Lockdowns schon wieder vorbei? Wird’s langsam langweilig? Braucht mensch neues Spielzeug? Es ist nicht zu fassen….

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    1. Ich wüsste nicht was an einem Ausflug in die Berge auszusetzen sein soll. Das müssen Sie schon genauer erklären, wo man sich da anstecken kann. Mir kommen da ganz seltsame Bilder in den Kopf – aber dafür ist es dann doch wohl zu kalt 😉 Im Ernst, das Ansteckungsrisiko ist in geschlossenen Räumen wesentlich höher. Und das sind dann wohl eher der Arbeitsplatz, die Schule oder die öffentlichen Verkehrsmittel. Also überall dort wo sich viele Menschen auf engem Raum länger aufhalten und wo es trotz Maske zur Übertragung durch Aerosole kommt.

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  2. Man muss bedauerlicherweise feststellen, dass der massenhafte Bergtourismus im Spätherbst aus dem Ruder gelaufen ist. Gerade der Rosenheimer Hausberg, Hochries, war in Teilen völlig überlaufen. Dies scheint allerdings für den gesamten Voralpenraum zu gelten. Im Bayrischen Rundfunk gab es ein sehr gutes Feature dazu, bezogen auf den Bayrischen Wald. Bilder von völlig übervölkerten Gipfeln, die Leute fast aufeinander hockend. Das Empfehlungen in öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ausgesprochen werden ist schon fragwürdig. Aber selbst der DAV, Sektion München Oberland, hat es sich nicht nehmen lassen die ausklingende Bergwandersaison nochmals besonders hervorzuheben. All das wäre natürlich kein Problem, und in Zeiten wie diesem jedermann zu gönnen! Wenn die Bilder nicht eine andere Sprache sprächen. Leider!

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  3. Ich glaube, dass sie beim Gesundheitsamt völlig überlastet sind. Aber ich denke auch, dass es am System liegt. Wofür muss ein Testergebnis per Brief zugestellt werden? Meine Tochter wurde am 16.11. Montag früh getestet. Sie hat bis heute keinen Bescheid wie das Ergebnis ist. Telefonische Nachfrage ist laut Hotline nicht möglich. Anfrage per Mail, ergab nur das Ergebnis: warten sie auf die Post… und das in Zeiten der Digitalisierung. Telefon- und Handynummer sind bekannt. Anruf erfolgte nicht. Ein Brief muss geschrieben, ausgedruckt, kuvertiert und in die Post gebracht werden. Wenn man so umständlich arbeitet, wundert mich die Überlastung erst recht nicht. Die psychische Belastung des Wartenden lassen wir jetzt mal außen vor. Wenn Herr Dr. Hierl dann von zeitnaher Information spricht, kommt einem das sehr realitätsfern vor.

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    1. Ihre Erfahrung ist erstaunlich. Testung meiner Tochter am Montag in Rosenheim. Termin 14:30 Uhr. Wir waren kurz nach 15 Uhr wieder in Wasserburg, ohne ein einziges Stück Papier zu benötigen – für mich eher erschreckend, für meine Tochter voll OK.

      Ergebnis am Mittwoch auf dem Handy. Gestern noch ein Schreiben. Eine Din A 4 Seite, das einzige Stück Papier in diesem ganzen Vorgang. Meine Tochter hat es nicht mal angeschaut.

      Reibungsloser und digitaler geht es wohl kaum noch. Alle Freunde meiner Tochter machten die gleiche Erfahrung zu unterschiedlichen Testzeiten.

      Am Abend wurde es etwas voller, aber von extrem langen Wartezeiten keine Spur.
      Lästig waren lediglich diejenigen, die sich nicht an die Anweisungen der überaus freundlichen Ordner gehalten haben.

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  4. Meine Tochter musste sich auch testen lassen. Wir waren am Dienstag um 13 Uhr an der Teststation an der Loretowiese. Mit der Registrierung online und dem QR-Code gings total schnell. Das negative Ergebnis war am Mittwoch Vormittag per Mail da. Ich war erstaunt, wie schnell und reibungslos das klappte. Ein großes Lob und Danke an die Helfer der Teststation. Super nett und freundlich, obwohl viel los war und die Arbeit in der Kälte und der ISO-Kleidung sicher anstrengend ist.

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  5. mvb schön langsam sind deine Aussagen echt nervig. Bin oft beruflich in den Bergen unter der Woche und da ist fast nix los. Ich frag mich nur warum du da so genau bescheid weißt wenn du nur zuhause sitzt, ist schon komisch wenn man sich an alles hält und über alles bescheid weiß. Spar dir einfach deine Spekulationen

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    1. Ja, auch sein neuer Name machts nicht leichter.

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  6. Hatte bis jetzt 4 Test und bei allen war das Ergebnis am nächsten Tag da.

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