Ärger kocht in den Ferien hoch

Eltern beklagen: Zu schnelle Notengebung, zu viel Lernstoff, der noch nachgeholt werden müsse und weiterhin ein digitales Chaos

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Der Ärger kocht in den Ferien hoch: Die Schulen seien – offenbar wegen der allgegenwärtigen Gefahr, jederzeit wieder auf Distanzunterricht umstellen zu müssen – mehr und mehr auf eine schnelle Notengebung bedacht. Das setze Schüler und Eltern massiv unter Druck. Zudem herrsche auch acht Monate nach Beginn der Pandemie ein digitales Chaos. So lauten unter anderem die massiven Vorwürfe der Elternverbände in Bayern, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. In einem offenen Brief an Kultusminister Michael Piazolo erheben die Landes-Eltern-Vereinigung an Gymnasien und der Bayerische Elternverband jetzt verschiedene Forderungen zum künftigen Präsenzunterricht an den Schulen. Dass oftmals Lernstoff noch nachgeholt werden müsse, werde zu oft nicht berücksichtigt. Die Eltern-Verbände fordern unter anderem eine Entschlackung der Lehrpläne … 

Die Gerechtigkeit sei bedroht, weil der Leistungs- und Bildungsstandard des einzelnen Schülers in der Pandemie mehr denn je von elterlicher Förderung und Unterstützung abhänge.

LEV und BEV fordern dass systematische, landesweite Lernstandserhebungen OHNE Notengebung stattfinden müssen. Nur so könne herausgefunden werden, was an Stoff aus dem vergangenen Jahr bei den Schülern angekommen sei. ”

Nur, weil etwas online abgehandelt worden sei, sei es nicht gelernt.

Eltern seien aktuell in der Krise „als Nachhilfelehrer die tragende Säule der Schulen“.

Quelle BR

 

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19 Kommentare zu “Ärger kocht in den Ferien hoch

  1. Wie wahr! Wenn es so weiter geht, werden sehr viele Schüler abgeschult werden müssen.
    Nur: wohin?

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  2. “Eltern seien aktuell in der Krise als Nachhilfelehrer die tragende Säule der Schulen.” Äh, jetzt aber bitte mal langsam! Ich habe ebenfalls schulpflichtige Kinder und es ist aktuell eine Herausforderung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Aber selbstverständlich habe ich als Elternteil selbst Verantwortung dafür, dass meine Kinder das in der Schule vermittelte Wissen zuhause vertiefen und selbstverständlich bin ich da in der Pflicht, mich aktiv einzubringen, wenn es Probleme gibt. Schule kann und darf nicht dafür verantwortlich sein, wenn Elternhäuser die eigene Bildungsverantwortung völlig ignorieren!

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    1. Was die elterliche Verantwortung angeht, gebe ich Ihnen recht.
      Ich finde aber auch, dass man gesellschaftlich darüber sprechen muss, wie das mit dem Unterricht im 1. Lockdown abgelaufen ist.

      Es geht nicht um kollektives Lehrerbashing, aber auch nicht um eine kritiklose Überhöhung ala Piazolo.

      An Universitäten finden Evaluierungen der Lehre statt, warum nicht auch an Schulen?

      Viele Lehrer haben sich im 1. Lockdown sehr viel Mühe gegeben. Leider gibt es aber auch viele, die das nicht getan haben.

      Grundschullehrerinnen, die einmal pro Woche eine lange Liste mit Aufgaben schickten, sich aber nie für die Ergebnisse interessierten.
      Klassenlehrer an Mittelschulen, die mit Tag 1 des Lockdowns einfach verschwanden.
      Kursleiter an Gymnasien, die -ups- ganze Kurse einfach vergessen haben…
      Und dann jene, die dachten, digitaler Unterricht bestehe darin, den Schülern wöchentlich mitzuteilen, welche Seiten im Buch sie lesen sollen.

      Der 17-jährige Sohn einer Freundin schrieb seinem Mathelehrer, dass er mit den Aufgaben nicht klarkommt und befürchtet, den Anschluss zu verlieren. Die Antwort des Lehrers kann ich hier vollständig zitieren, sie lautete: „Lieber X, vielen Dank für Deine Ehrlichkeit.“

      Wenn die Schüler nicht vollkommen desillusioniert und frustriert aus dieser Zeit herausgehen sollen, muss man diese Dinge ansprechen und diskutieren.

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  3. Bildungsunterschied

    Dem “Zwischenruf!” könnte man in erster Linie zustimmen. Natürlich sollten die Eltern ihre Verantwortung nicht ignorieren. Allerdings gibt es, so wage ich zu behaupten, auch Eltern, die ihre Kinder nicht so betreuen KÖNNEN, wie es die Kinder bräuchten.

    Entweder; weil sie beide einen Vollzeitjob haben, weil sie selbst mit dem Schulstoff überfordert sind, weil das Kind erhöhten Förderbedarf hätte oder weil es einfach an der Fähigkeit zuR Vermittlung des Wissen scheitert.

    Hier von einer Ignoranz bezüglich der Bildungsverantwortung zu sprechen, wird diesen Eltern m. M. nach nicht gerecht und ist eine sehr einseitige Sichtweise.

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  4. @Zwischenruf, Sie haben es auf den Punkt gebracht!!

    Selbstverständlich haben Lehrer und Schulen einen klar definierten Bildungsauftrag. Diesem in Zeiten wie den jetzigen gerecht zu werden, ist aber eine riesige Herausforderung für ALLE Beteiligten. Und wer beruflich bedingt mit den lieben Erziehungsberechtigten zu tun hat, selbst als Nicht-Lehrer wie ich, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese die Eigenverantwortung gerne delegieren.

    In Extremfällen ist man dann mit Aussagen konfrontiert, die der Schule sogar den Erziehungsauftrag zuschieben!! Das sei Lehrersache.

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  5. Vom Unterricht in Coronazeiten erwarte ich einen funktionierenden Onlineunterricht nach Stundenplan, wenn Praesenzunterricht nicht stattfinden kann.

    Außerdem sollten die Aufgaben von den Lehrern ab und an korrigiert werden …

    Kommentar v.d.Red. gekürzt.

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  6. Landwirt+aus+Leidenschaft

    Tja, jetzt kommt raus, wer ins Gymi oder auf die Realschule gehört und nicht, wer muss.
    Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

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    1. Ihr Kommentar werter „Landwirt aus Leidenschaft“ ist schon fast bösartig.
      Wie lange dauert nochmal die Ausbildung zum Landwirt? 3 Tage. Tag 1 in Stuttgart Autofahren lernen. Tag 2 an der Klagemauer das Jammern lernen. Tag 3 in Brüssel das Ausfüllen von Subventionsanträgen lernen.

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      1. Landwirt+aus+Leidenschaft

        Nicht jedes Kind muss oder kann auf dem Gymnasium oder Realschule gehen, nur der Wille der Eltern ist ja wichtig nicht der der Kinder.
        Eine Ausbildung zum Landwirt dauert in der Regel ca. 5 1/2 Jahre und ist sehr vielseitig es bedarf nicht nur das Ausfüllen eines Antrags sondern auch einiges mehr.

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        1. Sehen Sie, wenn‘s einen dann selber betrifft, wird man(n) gleich a bissl sensibler … Den Landwirte-Witz hat mir übrigens ein überzeugter Landwirt aus Leidenschaft erzählt. Machen wir’s doch einfach so: Sie sparen sich bei Ihrem nächsten Kommentar den darwinistischen Unterton und ich spare mir die Bauernwitze.

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          1. Es geht um Corona!

            Das Mantra “Es gibt zu viele Studierende in Deutschland” ist gerade unter Landwirten aktuell weit verbreitet – das kann ich aus persönlichen Gesprächen absolut bestätigen. Dieser Punkt bringt aber der Diskussion hier rund um Klassenzimmerbelüftung und Lehrpläne keinen Mehrwert!

  7. @Landwirt….
    So einen Riesen-Schmarrn habe ich schon lange nicht mehr gehört.

    Denn erstens ist die Realschule auch kein Zuckerschlecken.
    Und unsere Kinder gehen ja genau deshalb in die Schule, um von qualifizierten Lehrern unterrichtet zu werden.

    Wenn’s jetzt genau so gut laufen würde, wäre die Schule bis jetzt ja total umsonst gewesen.

    Man merkt aber auf alle Fälle, dass sich Eltern mit besserem Einkommen leichter tun.
    Sie brauchen nur mal schauen, wie die Nachhilfe-Schulen boomen.

    Ach und übrigens: Ich habe einen sehr guten (Hauptschulabschluss), der mir für meinen Beruf alles gibt, was ich brauche.
    Mein Kind geht zur Realschule.
    Mit guten Noten.
    Ich kann da in Mathe und Physik nicht weiterhelfen.
    Und was nun?
    Runter auf die Mittelschule, wo es hingehört?

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  8. #Anmerkung zu meinem Komentar

    Ich wollte damit nicht die Mittelschule schlecht machen (im Gegenteil).
    Ich wollte damit nur sagen, dass es nicht sein kann, dass wir unsere Kinder rumschieben und wiederholen lassen müssen – wegen einer Situation, für die keiner was kann.

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  9. Also ich muss so lange arbeiten, da ist meine Tochter schon zu Hause. Somit kann ich da bei den Hausaufgaben schon nicht helfen. Und bei vielen Dingen müsste ich mich erst wieder rein lesen, denken, damit ich ihr vielleicht helfen kann 🙁 Wenn sie sich denn helfen lässt… Deshalb finde ich, Lehrer haben einen ganz anderen Einfluss auf das Kind, als ein Elternteil… Darum wäre es wichtig, dass bei Schule von zu Hause, die Aufgaben auch kontrolliert werden. Oftmals kann man da als Mama noch so viel sagen…

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  10. Bin ganz Ihrer Meinung! 6 Klaessler bzw. 7 Klaessler brauchen schon noch etwas Unterstützung seitens der Lehrer bzgl Korrektur ihrer Aufgaben, ansonsten reden sie sich ihre Fehler schön. Als Eltern unterstützt man sie eh wo man kann.

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  11. Vielleicht sollte man sich auch Mal Gedanken darüber machen, woran es liegen könnte, dass der Lehrer langsam aber doch sichtbar ausstirbt.
    Den Job will so verständlicherweise einfach keiner mehr machen.
    Ich frag mich echt welche Antwort das 17-jährige Mathegenie denn hätte hören wollen?
    Das mit der Evaluierung ist auch eine super Idee! Da kann man gut Arbeitszeiten binden, die man ja sonst in Unterricht investieren müsste. Kapazitäten, die im übrigen im Schulsystem zur Zeit vielfach gar nicht vorhanden sind. Umsonst sind so Evaluierungen ja meistens auch und extrem hilfreich für weitere Entwicklung.

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    1. „Was hätte das 17-jährige Mathegenie denn hören wollen“. Liebe Franziska, vermutlich das selbe, was ein Schüler im Klassenraum hätte hören wollen, wenn er oder sie etwas nicht versteht: eine Erklärung. Ich weiß nicht, ob Sie‘s schon wussten, aber Wissensvermittlung ist das Kerngeschäft von Lehrern.
      Das mit der Evaluierung haben Sie auch nicht richtig verstanden. Schüler werden von den Lehrern über die Noten evaluiert. Mir geht es aber um die Evaluierung der Lehre. Das machen nicht die Lehrer. Das machen die Schüler. Die Lehrer müssten sich dann nur mit den Ergebnissen auseinandersetzen… Reflexion usw.

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  12. Dann hätte der Bub vielleicht auch eine Erklärung anfragen sollen.
    Ich dachte Sie meinten eine zumindest von der Intention her professionelle Evaluierung der Lehre durch externe Beobachtung. Mein Fehler.
    Evaluierung der Lehrer durch die Schüler ist auch eine super Idee. Den Launen von kleinen Kindern und pubertierenden Jugendlichen ausgesetzt zu sein und sich tagtäglich für gekränkte Egos rechtfertigen zu müssen ist sicher der Traum eines jeden.

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    1. Liebe Franziska. Großartig, wie viel Respekt und Wertschätzung Sie Kindern und Jugendlichen entgegenbringen. Chapeau!

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