„Dürre nimmt im Osten weiter zu”

Deutsche Sprache, gefährliche Sprache. Sie steckt voller Fallen und heimtückischer Gemeinheiten. In meinem beruflichen Leben hab’ ich davon schon zur Genüge zu spüren bekommen. Wie musste ich doch den Kopf schütteln, als ein Berichterstatter nach einem Trachtenfest schrieb: „Die Jugend, vom Festzug erschöpft, saß in mitten baumspendenden Schattens und erholte sich von den Strapazen.” Da wenn’st nicht aufpasst, als Textverbesserer, da liest du direkt drüber, ohne zu stolpern. Oder, was gern bei Nachrufen …

… von Kriegsteilnehmern in der Zeitung verwendet wird: „Seine schönsten Jahre verbrachte er auf den Schlachtfeldern Osteuropas.” Was am Krieg in Russland schön gewesen sein soll, bleibt auf ewig das Geheimnis des Autors.

Ganz lustig ist es manchmal auch, wenn Silben einfach ausgetauscht werden: „Der Bürgermeister forderte in diesem Zusammenhang den ganzen Hinterhalt seiner Fraktion.” Gemeint war wohl eher der Rückhalt. Wir haben’s vorsichtshalber verbessert und bekamen vom Autor keinen Widerspruch.

Doch nicht nur sprachlich gibt es im Deutschen viele Fallstricke, auch bei der Rechtschreibung treibt so manches Wort bunte Blüten. Meine Kollegin und ich grübelten über den Vorbericht zu einer Theaterinszenierung. Der Berichterstatter: „Ganz turbulent wird es, wenn der Pfarrer mit seinem Bäwie auf die Bühne tritt.” Bäwie? Wir glaubten erst an ein spezielles katholische Ritual oder einen kirchlichen Gegenstand, ein Übergewand für den Geistlichen. Doch weit gefehlt! Der Zusammenhang verriet uns schließlich, dass es sich wohl um ein Baby handeln musste – auch wenn man das bei einem katholischen Pfarrer nicht sofort vermuten würde.

Gestern bin ich dann wieder mal selbst über einen Strick gestolpert. Ein Leser hat mich dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht, dass meine Überschrift zur Wettervorhersage durchaus zweideutig sei: „Dürre nimmt im Osten weiter zu” titelte ich mutig über die Prognose, dass es in Ostdeutschland aktuell viel zu wenig Regen gibt. Es freue ihn sehr, dass die ihm unbekannte, unterernährte Dame wieder etwas zunehme, schrieb mir der Leser freundlich. „Aber warum ausgerechnet im Osten?”, fragte er mich.

Ich hatte und habe leider keine Antwort darauf. Die Überschrift mit der Dürren, die wieder zunimmt, habe ich so gelassen –  a bissal Spaß muass sei, moand da Huaba.

  




Rotary Club fördert Jugendaustausch

In jedem Jahr verbringen mehr als 650 Schüler aus Deutschland im Rahmen des Rotary-Austauschprogramms ein Jahr in einem von 30 Gastländern. Auch der Rotary Club Wasserburg ermöglicht 2019 wieder drei Jugendlichen einen einjährigen Auslandsaufenthalt. Die betreuenden Mitgliedern des Rotary Clubs Wasserburg, Harald Niederlöhner (links) und Richard Kröff (rechts), verabschiedeten …

… den diesjährigen Gastschüler Judah Bachmann zurück in die Heimat Florida und die jungen Damen Sonja Lebmeier, Martha Gottwald und Judith Kurth zu ihren Gasteltern in die französische Schweiz, nach Neuseeland und Japan.

Interessierte Jugendliche können gerne über das Kontaktformular auf der Homepage des Rotary Clubs Wasserburg weitere Informationen einholen.




Es bleibt absurd!

Kann es strafbar sein, weggeworfene, aber noch genießbare Lebensmittel aus dem Container eines Supermarktes zu holen? Ja, gar zu retten? Man nennt das „containern”. Ist es gerecht, wenn in Zeiten der Klima-Erwärmung und zunehmender Ressoucen-Knappheit sozusagen die Verschwendung straflos bleibt – aber die Sparsamkeit zum Verbrechen wird?

Zwei Studentinnen standen gestern vor Gericht in Fürstenfeldbruck. Caro (27) und Franzi (25) hatten im Sommer 2018 Gemüse und einige Milchprodukte aus der Tonne eines Supermarktes geholt. Sie wurden dabei erwischt und angezeigt. Das Urteil gestern – begleitet von Demos vor der Justiz-Türe: Franzi und Caro müssen 225 Euro Strafe zahlen und jeweils acht Sozialstunden leisten. Eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Strafe bleibt Strafe: Wie absurd ist es, ein Recht zu schützen, bei dem man lieber Lebensmittel wegwirft und in einer Mülltonne belassen will – als dieses Essen noch jemanden essen zu lassen … moand d’Renate.

Ps: Franzi und Caro wollen weiter gegen die Verschwendung kämpfen, ihre Petition „Containern ist kein Verbrechen“ mit aktuell über 90.000 Unterschriften bald übergeben und ein Vernetzungstreffen starten.