Polizei: „Bis auf wenige Zwischenfälle ein friedlicher Auftakt" - Elf Autos abgeschleppt
Punkt 12 Uhr schlug gestern der Hammer gegen den Zapfhahn und es hieß: „O´zapft is“ auf dem Rosenheimer Herbstfest – für die Beamten der Polizeiinspektion Rosenheim und der Wiesnwache ist dies der Auftakt für 16 ereignisreiche und intensive Arbeitstage. Der Wettergott meinte es dann doch recht gut mit den Besuchern zum Festeinzug. Eigentlich war Regen angesagt, doch das Nass verschonte die Festbesucher und Teilnehmer am Einzug in ihren feschen Trachten. Bis auf einige Zwischenfälle könne von einem friedlichen Wiesnauftakt gesprochen werden, so die Polizei. Die Bilanz zu Tag eins …
Das erste Wiesnverbot musste kurz vor 16 Uhr ausgesprochen werden. Ein 32-Jähriger aus Niederösterreich stellte sein aufbrausendes Verhalten in einem Zeltbetrieb zur Schau. Seine knapp drei Promille lieferten den übrigen unschönen Beitrag. Er war deshalb der Erstplatzierte auf der Liste der Wiesnverbote 2026. Eine Goldmedaillie bekam er zwar nicht, aber eine „Urkunde“ wurde ihm förmlich überreicht – das schriftlich ausgesprochene Wiesnverbot.
Es dauerte dann nur rund weitere 30 Minuten, bis wieder ein Wiesnverbot ausgesprochen werden musste. Mit seinen rund zwei Promille versuchte ein 33-jähriger Schonstetter, immer und immer wieder in einen Almbetrieb zu kommen. Seine Uneinsichtigkeit und ein deutliches an den Tag gelegtes flegelhaftes Verhalten, so der Wortlaut der Polizei, wurde mit dem Platz zwei auf der Wiesnverbots-Liste belegt.
Gerangel und Schubserei – dazu kam es gegen 18.30 Uhr in einem Wirtsbetrieb. Dabei hieß es „Deutschland gegen Österreich“. Zwei Männer aus Innsbruck gerieten auf dem Zwischengang zu den Toiletten mit zwei Männern aus Traunstein in Streit. Österreich lag mit Alkoholwerten von jeweils über zwei Promille bei dem 23- und 26-Jährigen vorn – Deutschland war aber mit Werten von rund einem Promille bei den beiden 29-Jährigen auch gut im Rennen. Die Wiesnwache beendete das muntere Spielchen und erteilte ein viermaliges Wiesnverbot. Wer jetzt den Platz drei auf dem Wiesnverbots-Stockerl bekam, spielte in der Situation dann keine Rolle mehr. Bürokratisch, praktisch gut – so wurde nach dem Alphabet der Platz drei einfach vergeben.
Flying Mülltonne – was sich ein 23-Jähriger aus Imst (Österreich) dabei dachte, als er eine aufgestellte Mülltonne nahm und diese auf dem Festgelände herumwarf, wird immer sein Geheimnis bleiben. Seine eigene Alkoholfüllung mit über zwei Promille könnten ein Grund gewesen sein. Da er sich gegenüber der Wiesnwache aggressiv und aufbrausend verhielt, bekam der Mann aus Tirol ein Wiesnverbot.
„Ihr ned“ – dass waren die Worte eines 37-jährigen Kolbermoorers. Er führte sich auf in einem Zeltbetrieb und wurde dort vom Sicherheitsdienst verwiesen, sagen die Polizisten. Die Wiesnwache nahm den Mann in Empfang und seine Daten sollten erhoben werden und so fielen die Worte „Ihr ned“, woraufhin der 37-Jährige durchsucht wurde. Dabei schlug er auf die Einsatzkräfte ein und der Kolbermoorer musste auch noch gefesselt werden, meldet die Polizei. Die restliche Nacht verbrachte der Mann in einer Ausnüchterungszelle. Ein Ermittlungsverfahren wegen eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte wurde gegen ihn eingeleitet.
„Boxen in der Box“? Zwei Rosenheimer Landkreisbürger gerieten in einer Box in einem Festbetrieb in Streit. Warum, wieso, weshalb – Fragen, die auch im Nachgang nicht geklärt werden konnten. Jedenfalls fielen dann gegenseitige Beleidigungen und plötzlich fingen beide an, sich zu schubsen und zu schlagen. Der polizeiliche Ringrichter beendete den kleineren Fight und sprach ein Wiesnverbot an beide aus.
Zur Parkmoral – konsequent handelt die Rosenheimer Polizei bei verkehrsrechtlichen Verstößen an Parkplätzen für Behinderte sowie verbotenem Parken in Rettungswegen. Ingesamt elf Fahrzeuge wurden gestern an Tag eins abgeschleppt, weil dort ohne Erlaubnis auf dem Sonderparkplatz Autos abgestellt oder im Rettungsweg geparkt worden war.
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