Ukraine-Spendenaktion in Stadl läuft noch bis Sonntagabend - Erneut Friedensgebet


Zehn Tage dauert der Krieg in der Ukraine nun schon an. Zehn Tage der Ungewissheit für Schwester Oksana vom Kloster St. Theresia in Stadl bei Gars (wir berichteten). Die Wasserburger Stimme hat mir ihr darüber gesprochen, wie sie die letzten Tage erlebt hat.


„Es hat sich viel getan. Wir haben uns einer Spendenaktion der griechisch-katholischen Pfarrei in München angeschlossen, die täglich Transporte in die Ukraine fährt“, erzählt Schwester Oksana. Benötigt werden besonders  Isomatten, Matratzen und warme Decken. Dazu noch Hygieneartikel, Medikamente und Funkgeräte. Sie habe nicht erwartet, dass sich so viele Menschen an dieser Spendenaktion beteiligen würden. Jeden Tag konnte ein kleiner Bus nach München fahren und die Spenden dort abgeben. Besonders gerührt zeigte sich Schwester Oksana von der Hilfsbereitschaft in der Nachbarschaft des Klosters. „Durch diese vielen Menschen ist es möglich geworden, dass die Spendenannahmestelle durchgehend besetzt sein konnte.“

 

Sachspenden können noch bis morgen, Sonntag, 20Uhr, im Kloster abgegeben werden, aufgrund von zu wenig Lagerkapazität wird die Annahmestelle dann geschlossen und man wendet sich anderen Projekten zu. Gebrauchsgüter können nach wie vor in den Nachbargemeinden abgegeben werden.

„Wir möchten im Kloster gerne Flüchtlinge aufnehmen, bevorzugt Frauen und Kinder“, berichtet Schwester Oksana. „Seit ein paar Tagen lebt eine Familie aus der Ukraine bei uns, die noch einige Zeit hier bleiben möchte und dann mit dem Auto weiterzieht.“ Geplant sei auch, dass sie als Dolmetscherin fungiere, wenn die Flüchtlinge kommen.

Für Schwester Oksana bedeuten die vielen Aktionen vor allem eines – Ablenkung. Tagsüber sei sie sehr gut ausgelastet und komme nicht so oft dazu, über die gesamte Situation nachzudenken. Doch abends in der Stille „wird es hart und viele Bilder strömen auf mich ein“. Sie denke dann an ihre Eltern und Freunde. Ihren Mitschwestern in der Ukraine gehe es derzeit gut, sie helfen, wo sie können und reden viel mit den Menschen. Ebenso gehören die Versorgung von Verletzten und die Ausgabe von Lebensmitteln zu ihren Aufgaben.

Für all diese Aufgaben würden Geldspenden gebraucht. Wer etwas spenden möchte, findet alle relevanten Details unter https://missionsschwestern.de/wp-content/uploads/2022/03/Streiflichter-M%C3%A4rz-22-SONDERAUSGABE-1.pdf

Wie schon am vergangen Sonntag, findet auch morgen um 18 Uhr wieder ein Friedensgebet im Klostergarten statt.

Schwester Oksana bedankt sich für jede Hilfe, jedes Gebet und bittet: „Bleiben wir miteinander an der Seite des ukrainischen Volkes!“

Tanja Geidobler